Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

296 1ll. Materia medica und Toxikologie. 
fast ins Becken, so dass ausser dem ‚rechten Leberlappen und 
einem kleinen "Theil des Colon transversum nichts von den übri- 
gen Eingeweiden zu sehen war. Magen und Colon sahen blut- 
roth mit blaurothen Flammen, ähnlich einem Tische mit gebeiz. 
ten Flammen; auch war der rechte Leberlappen missfarbig. Naclı 
Herausnahme der Gedärme zeigten sich diese sämmtlich von Gas 
gufgetrieben; der Dünndarm war stellenweise sehr erweitert und 
dann wieder ganz verengert, so dass man kaum mit dem kleinen 
Finger hindurch kam, uud an manchen Stellen war er wie mit 
einem sehnichten Bande zusammengeschnürt. Solche Erweiterun- 
gen und Verengerungen fanden sich alie 1—2 Schuh. Die Ge- 
därme waren an mehreren Stellen geröthet. Als man Leber und 
Magen genauer untersuchte, ergab sich, dass diese Organe durch 
eine mehrere Linien starke sehnichte Membran, die am innern 
Rande des rechten Leberlappens anfing, feat verwachsen waren; 
diese Membran verband sich dann mit dem Zwerchfelle und die- 
ses mit dem lHerzbeutel; durch eine andere minder starke Mem- 
bran waren Magen und Milz verwachsen. So waren demnach 
Leber, Magen, Milz und Herz fest mit einander verwachsen und 
konnten nur mit grosser Mühe olıne Beschädigung getrennt wer- 
den. Die Lungen. waren schlaff, doch nicht kraukhaft, eben so 
das Herz. Der linke Leberlappen war verhärtet, und es befanden 
sich in demselben zwei thalergrosse Hydatiden, und die Tiefe der 
Höhlung in der Lebersubstanz betrug einen 4 Zollz der äussere 
convexe "Theil der Hydatiden mochte etwas weniger hoch seyn. 
Gallenblase und Blutgefässe der Leber waren ganz leer. Bei Kr- 
Öffnung des Magens, der nach seiner Ausdehnung 4— 6 Pfd, Flüs- 
sigkeit fassen konnte, fand man darin ausser etwas flüssigem, 
schwarzflockigem Blute ein festes wenigstens 2} Pid. wiegendes 
Blutcoagulum, einen noch nicht ganz ausgebildeten 1 Zoll dicken und 
17 Zoll langen Polypen am Saccum coecum und au der Cardia, doch 
mehr nach dem Saeccum coecum hin eine 2 Laubthaler grosse und an 
einer Stelle fast 4 Zoll dicke scirrhöse Verhärtung. Hier fanden 
sich auch Spuren eines geborstenen Gefässes, der ganze Magen- 
grund bis zum Pylorus war callös und die /asa brevia geschwollen. 
Die Milz war schwarzgrau, sehr gross, aber ganz breiartig, so 
dass sie sich zwischen den Fingern zerdrücken liess. Die grossen 
Blutgefässe des Unterleibes waren ganz leer, dagegen befand sich 
in der Bauchhöhle etwas Blutwasser. Das Pankreas war fest mit 
Mesocolon transversum und Duodenum verwachsen, sehr zusam- 
mengeschrumpft, ganz scirrhös, Die Nieren gesund. — Bei Ver- 
gleichung der letzten Krankheit und des Resultats der Section mil 
den im 50. Jahre eingetretenen Magenkrämpfen und den daraus 
hervorgehenden Krankheiten, ist wohl nicht zu bezweifeln, dass 
sie sämmtlich gleiche ursächliche Momente gehabt haben und dass 
die spätern bedeutenden Uebel theilweise wieder durch die voran- 
gehenden bedingt wurden. In Folge der cessirenden Menstruation 
entstand wohl Stockung im Pfortaderaystem und so Peihorn ubda.
	        
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