Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

Ill... Materia medica und Toxikologie, 291 
verminderte sich der Ausfluss;. es erhoben sich die Fleischpar- 
tieen, die tiefen Löcher füllten sich, es entstanden Hautinsein, 
handbreite Flächen heilten zu, und nach 3 monatlichem Gebrauche 
des Kreosotwassers war alle Aussicht da, dass dieses inveterirte 
Fussgeschwür gänzlich heilen werde. [Med, Jahrb..d, k. k. Öster= 
reich. Staat., 13834, Bd. 16, St.4. A(V—t) 
155. Ueber die Anwendung des Galvanismus in 
der bösartigen Cholera; von Dr. C. F, FAveiL, aus dem 
Englischen mitgetheilt von Dr. A. ScHnıtzer zu Berlin, Die An- 
sicht, dass dss ursächliche Moment der Cholera im Nervensy- 
steme beruhe und in einem Mangel an Kraft im Gangliensysteme 
bestehe, führte den Verf. zur Anwendung des Galvanismus. Die 
Kälte, die blaue Farbe, die Schwäche u. s. w., welche in der 
Cholera bemerkt werden, hängen..yon. der Beschaffenheit der Cir- 
gulation ab, ‚welche zunächst unter dem KEintlusse des Nerven- 
systems steht. — Ein 30jähriges Individuum, welches von der 
Cholera befallen war, bekam alle 5 Minuten zwei Gran Kalomel 
und an den Extremitäten wurde Quecksilber eingerieben. Gegen 
Abend sanken die Kräfte ausserordentlich, häufige und wässerige 
Stühle gingen unbewusst ab; die Waden wurden von Krämpfen zu- 
sammengezogen, der Puls schlug sehr schnell und war klein. . Pat. 
bekam Portwein mit Wasser und ein Klystier mit 14 Drachm, Opiura, 
Mit.dem Kalomel ward fortgefahren. Des Kranken Zustand wurde 
bald conelamat. Nun ward der Galvanismus so stark angewendet, 
bis er dem Kranken ein unangenehmes Gefühl (Empfindung von in- 
nerer Mitze) machte. Der Strom wurde eine Stunde unterhalten, 
zuerst vom Nacken nach dem Scrobiculus cordis und dann allmählich 
von den Handgelenken nach den Knöcheln. Der Puls hob sich, die 
Stimme wurde stärker, es folgte eine schlafreiche Nacht, worauf 
sich Patient sehr gestärkt und bis auf die unterdrückte Harnsecre- 
tion in allen Punkten gebessert fühlte und wirklich genas, , Allein 
die Beobachtung ist nicht rein, denn selbst nach jener Besserung liess 
man die ungeheuren Gaben Kalomel alle 5 Minuten noch 3 Tage 
fortnehmen, bis Patient dysenterische Siühle bekam. — Bei ei- 
nem Cholerakranken, der mit Alaun- und Opium - Klystiren, mit 
Neutralsalzen,. Chloras potassae, Carbonas und Murias sodae etc, 
fruchtlos- behandelt worden, . wurde der galvanische Strom 20 Mi- 
nuten vom Nacken nach dem Epigastrium unterhalten. Während 
dessen kam der Puls zum Vorscheine und die Empfindung im Epi- 
gastrium war zu peinlich, als dass man hätte fortfahren können. Pa- 
tient. nahm nun den einen Draht in die rechte Hand, während der 
andere um den Nacken ging. Der Puls wurde stärker und die Bläue 
verschwand... Dasselbe wurde auch an der andern Hand bemerkt, 
als diese galvanisirt wurde. Da die Besserung nicht anhielt, wurde 
das Galvanisiren wiederholt, wobei sich in der Milzgegend ein 
Schmerz fühlbar machte. Von neuem besserte sich Pat, und 
genas. — Ohne weitere Fälle anzuführen, spricht Verf. viel 
Gutes von diesem Mittel gegen die Cholera. [Horn’s Archiv, 
1834, Jan. Febr.) (Vt.) 
'.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.