Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

290 11, Materia medica und Toxikologie, 
die leidende Schläfegegend und der antirheumatische Apparat &arca 
schon früher erfolglos angewendet worden; man gab daher gleich 
Abends und Morgens vor dem Anfalle 4 Gran Salicin, und stieg 
nach zwei Anfällen bis auf 8 Gran. Der Anfall ward schwächer. 
Man liess 3 achtgranige Pulver nehmen, aber der nächste An- 
fall blieb nicht ganz weg. Man stieg bis auf eine halbe Drachme 
Salicin, welche in 3 Gaben binnen 24 Stunden verbraucht wur- 
den: es folgte noch ein heftiger Anfall, worauf 2 Scrupel des 
Mittels gegeben wurden, welche den Kranken gänzlich heilten, 
— Leicht kann sich Jeder die Folgerungen aus diesen Ergeb- 
nissen ziehen. Da die Weide sumpfige Gegenden liebt, in denen 
vorzüglich Wechselfieber herrschen, so bewährt sich das w6i mor- 
bus ibi remedium. [Med, Jahrb. d, k. k. österreich. Staates, 1834, 
Bd. 15, St. 3.) (V—t.) 
—_ 154 Ueber die Heilwirkung des Kreosots; von 
Dr. MrisisGger in Linz. Nach dem, was ReicHENnacCH und SCHWEIG- 
GER- SEIDEL von dem Kreosot berichtet haben, wirkt es gegen 
Krankheiten, deren Tendenz auf Zerstörung des organischen Zu- 
sammenhanges durch Fäulniss, Schärfen und Dyskrasieen hinaus- 
geht. Seine Anwendung ist, mit wenigen Ausnahmen, äusserlich 
und auf Zerstörung der After-Organisation und auf Verbesserung 
des KEiterungsprocesses berechnet. — KEinigen Lungenschwind- 
/züchtigen, welche freilich schon ins 3. Stadium vorgeschritten 
waren, brachten die Kreosotpillen keinen Nutzen, — Als Mund- 
‚wasser gegen faulige Mundgeschwüre erregte das Kreosotwasser 
Schwindel und Beranschung, In einer Saibe beim Gesichtskrebs 
bewirkte es einige Besserung, und Schmerzen von kariösen Zäh- 
nen wurden durch einige Tropfen reinen Kreosots gelindert. Gegen 
kariöse, scrophulöse, syphilitische, fistulöse und saniöse Geschwüre 
[war das Kreosotwasser fast immer auffallend heilsam; allein es 
/muss längere Zeit angewendet und manche Stellen müssen mit 
reinem Kreosot bestrichen werden. Die Geschwüre, wenn ihnen 
auch das Kreosotwasser schon ein reines Ansehen gegeben hat, 
heilen langsam oder gar nicht, wenn zur Lösung und beim Wech- 
sel der Compressen oder der Charpie, weiche mit Kreosotwasser 
befeuchtet in die Geschwürflächen gelegt worden sind, häufig 
lauwarmes Wasser angewendet wird. — Ein S5jähriger Fabrik- 
arbeiter war bereits seit 20 Jahren mit einem übel ausschender 
Fussgeschwüre behaftet. Es war in Folge eines misshandelten 
Rothlaufes entstanden, erstreckte sich von den rechten Knöchels 
fast bis ans Kniegelenk, umgab die Wade und das Schienbeiu, 
dehnte sich nach vorn 11, nach rückwärts 6 Zoll lang aus, war 
uneben, hier uud da einen Zoll tief, sonderte stets ‚Jauche a!: 
and schien den Schienheinknochen angegriffen zu haben. De: 
'Gestank war ekelhaft und die Amputation schien unvermeidlich. 
Wahrhaft überraschend war die Wirkung. des Kreosotwassers; 
der Gestank war in weyiger als 12 Stunden verschwunden, die 
‘ Geschwürsflächen bekamen hin und wieder ein reineres Ansehen 
und die Schmerzen waren sehr gemildert. Von Tage zu Tag“
	        
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