Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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VIL.. Staatsarzneikunde: 
werden konnte und durch diese gestörte.:-Wechselwirkung der 
Hauptfunctionen des Kreislaufes und der Respiration die vorgefun- 
dene -seröse Ansammlung im Herzbeutel sich nothwendiger Weise 
erzeugte. — Ad c) Es lässt sich weder eine zufällige, von der Ver- 
letzung unabhängige, noch ‚eine von derselben in Wirksamkeit ge- 
setzte Zwischenursache, des erfolgten Todes, des Verwundeten 
nachweisen; denn er; war gleich nach seiner Verwundung unter 
Dach und Fach gebracht, fast augenblicklich zweckmässig hehan- 
delt, mit allem Benöthigten versehen, ..kurz es war nichts ‚ver- 
absäumt worden, was nur irgend .zu seiner Rettung nöthig und 
wünschenswerth. schien... Auch in seiner Leiche fand sich keine 
andere Todesursache, ‚ als die Schusswunde, welche nothwendi- 
ger. Weise und ihrer. allzemeinen Natur. nach und unmittelbar ge- 
tödtet hat... [Henke “one fo d.. Staatsarzneikunde ,. 1854, 
20. Ergänzungshej”.;. ann (Vet) 
135... Zwei Fälle.von Selbstmord durch Stiche 
in’s-Herz, ‚einer in.unsern Tagen selten gewählten 
Todesart; aus den Acten mitgetheilt. vom. Prof. Dr..v. Pommes 
in Zürich, nebst einigen ‚Bemerkungen. über die bisher angenom- 
mene.. Häufigkeit. des Selbstmordes in Zürich. Erster Fall. 
Ergebniss des Leichenbefundes und Gutachten des Bezirksarztes *, 
Ein 42jähriger, seit 7 Tagen vermisster Mann wurde im Holze 
todt gefunden. Der Leichnam lag auf;dem Kücken, doch mehr 
auf. die ‚rechte Seite hingeneigt und, mit. dem Kopfe an einem 
Baumstock. Ganz nahe davor fand, sich Hut. und Stock; letzterer 
war in die Erde gesteckt, Rock, :Westchen und Unterleibchen 
waren aufgeknöpft, das Hemd ‚auf der Brust auseinander gezogen 
und in: der Herzgegend ein Instrument ohne Heft eingestochen, 
das. kanm 21 Zoll; aus ‚der Stichwunde ragte- Hemd und übrige 
Kleider waren daselbst. sehr blutig, auf dem.Boden aber bemerkte 
man fast gar kein Biut. ‚Nach dem Herausziehen des erwähnten 
linkerseits auf der Brust, über der fünften Rippe nahe am Brust- 
bein steckenden .Instrumentes, wozu. viel Kraftanstrengung erfor- 
derlich. war ‚: 'zeigte..es sich, dass es ein dreieckiger, ‚scharfzu- 
gespitzter, .& Zoll langer ‚sogenannter ‚Schaber war, dessen sich 
die. Kupferstecher.. bedienen, Weste, Hemd und Unterleibchen 
waren nicht: durchstochen. , Das Blut floss von der Wunde. nach 
rechts und. die rechte Hand erschien, krampfhaft geschlossen und 
erstarrt, während die. linke noch mit dem Handschuh versehene 
Hand.,offen und ganz biegsam war, Hinter dem Ballen des. Dau- 
mes. jener. Hand bemerkte man eine kleine gequetschte,., brann- 
gefärbte Stelle, die durch. Einstossen oder Einschlagen des In- 
struments in.die Brust. entstanden schien. An Stirn und Gesicht 
fanden. sich, besonders auf der rechten Seite, viele braunrothe, 
muthmaasslich zum Theil vom Anschlagen des Kopfes beim Nie- 
derstürzen und unter den letzten Zuckungen entstandene Flecke, 
Das übrige Gesicht und die Brust- und Unterleibshaut sahen blass. 
Das Aussehen war nicht entstellt,. die Leiche roch nicht stark,
	        
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