Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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VIL Staatsarzneikunde. 
25. 
nothwendig tödtlich werden mussten. — Absolut lethal war die 
Abolition der Intercostalgefässe, weil die 3. Intercostalarterie un- 
fern von ihrem Ursprunge aus der Thoricalpartie der Aorta zer- 
rissen war; weil die: Intercostalgefässe iheils unter sich,‘ theils 
mit den von der Art. mamm. int. abgegebenen Aesten anastome- 
sirenz weil diese Gefässe unter solchen Umstähden bei ihrem nicht 
unbedeutendem Lumen eine unversiegbare‘ Quelle für eine Blut- 
ergiessung in die Brusthöhle abgaben und weil sie ihrer Lage 
nach ausser dem Bereiche der Kumt sind. Daher die Bluter- 
giessung in der rechten Brusthöhle, . Der Druck,’ welchen die- 
ses Extravasat auf die ohnehin entzündete Lunge bewirkte, ver- 
schlimmerte den Zustand des Kranken von Stunde zu Stunde 
und würde auch ohne die Lungenverletzung‘ den Erstickungstod 
herbeigeführt haben. Aber in Begleitung der durch den Schuss 
entsetzlich zerstörten Lunge musste theils das durch den Kr- 
guss aus den zerrissenen Lungengefässen vermehrte und unter- 
haltene Extravasat, theils der zerstörende äassere Eingriff das 
Lungenparenchym go intensiv entzünden-, dass die consequent 
durchgeführte Antiphlogose des Heilkünstlers unmöglich den Aus- 
gang im Gangrän und 'Fod hindern konnte. Dies um so weniger, 
da die, in die Lungensubstanz fest eingetriebenen und auf keine 
Weise zu entfernenden, fremden Körper die Heftigkeit des topi- 
schen Lungenleidens unterhielten und steigerten. — Ad 5) Vul- 
nerat war ein sehr kräftiger, ganz gesunder und junger Mann. 
Die entzündliche Röthung des mediastin. ant., die Verwachsung 
der Pleura mit der Lunge, das Exendat vön plastischer Lymphe 
und der angehäufte Liquor pericardiüi waren ‘keineswegs idiopa- 
thische Leiden, sondern erst Folge ‘des gewaltsamen Lungen“ 
contacts. Bei der Verletzung der rechten Pleura verbreitet sich 
die Entzündung Jeicht auf das vordere Mittelfell, ’als die Fortse- 
tzung des Rippenfelles, - Die partielle Verwachsung der Pleura mit 
der rechten Lunge ist ‚eben so wie die ‚plastische Ausschwitzung 
auf der Lungenoberfläche, ‘als ein Streben der natürlichen Heil- 
kraft anzusehen, die verletzte Lunge durch eine adhäsive Entzün- 
dung zu fixiren und gegen"die Einflüsse der Aussenwelt auf dieselbe 
Weise abzuschliessen, wie sie es bei der Schusswunde in die Brust- 
höhle durch die sich ‘'kreuzenden Filamente versucht hatte. Eben 
so erscheint die Lymphansaminlung im Herzbeutel nur als ein deu- 
teropathisches Product. Wäre dieses Exbudat das Product einer 
frühern oder spätern idiopathischen Pericarditis gewesen, so wäre 
Herz und Herzbeutel in den Kreis der pathologischen Thätigkeit 
gezogen und einer Form-, und Structur- Veränderung unterzogen 
worden; allein dem ist nicht so: durch die Entzündung und Gan- 
grän der rechten Lunge des Verwundeten wurde dieses Organ in 
den mechanischen und chemischen Phänomenen des Athmens 80 
gehindert, das dem Aortenherzen nicht mehr die nöthige Quantität 
rothen Bluts aus dem ‘kleinen Kreislaufe zur Erregung der Herz- 
thätigkeit und Gesammt - Metamorphose im Organismus zugeführt
	        
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