Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

206 IL Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
die Crusten immer wieder erzeugen, 80 lange die Geschwüre blei- 
ben. Dass die Heilung dieser mehr ‚oder weniger verbreiteten, 
einzelnen oder zusammenhängenden, oberflächlicheren oder tiefern 
Geschwüre bei der Cur des in Rede stehenden Uebels die Haupt- 
sache sey, nach deren Gelingen die Beseitigung der Borkenbildung 
und der Entartung der Haarzwiebeln von selbst erfolge, war dem 
Vf. immer klar. Ebenso leuchtete es ihm ein, dass die Heilung 
dieser Geschwüre ebenso eingeleitet werden müsse, wie die aller 
andern. Besonders schien es ihm berücksichtigungswerth, dass 
der Grindkopf anfangs nur aus einigen einzelnen Geschwüren be- 
steht, deren Jauche unter der Borke immer weiter um sich frisst 
und so erst allınählich den höheren und höchsten Grad des Ue- 
bels herbeiführt. Das erste Ziel bei der Cur muss also seyn, 
die Borken zu entfernen und die Fläche der einzelnen ‚Geschwüre 
frei und rein offen zu legen. Der zweite Theil der Cur geht 
dann darauf hinaus, die Geschwürflächen zur Heilung zu bringen. 
Um die erste Anzeige zu erfüllen, lässt E. den ganzen Kopf, 
so weit er mit Borken bedeckt ist, mit Oel einreiben und so all- 
mählich die Crusten erweichen, die nach und nach, meist in 8 
Tagen, oft aber erst später, abfallen. Das Abfallen befördert 
haubenförmige Bedeckung des Scheitels mit getrockneter Blase, 
die: nicht nur das Verdunsten des Oels hindert, sondern auch 
als passende Kopfbedeckung den unangenehmen Anblick und Ge- 
ruch, so wie Ansteckung verhütet. Sind alle Borken abgefallen, 
so schwindet der Geruch und der bei höheren Graden zum "Theil 
oder auch ganz haarlose Scheitel erscheint glänzend, wie ein 
Spiegel, auf dem man die einzelnen, meist nicht sehr tiefen Haut- 
geschwüre, den Grund der Krankheit, erblickt. Sollen diese zu- 
heilen, so dürfen sie, wozu sie aber sehr hinneigen, sich nicht 
wieder mit einer Kruste bedecken. Durch ein Verfahren, das 
auf den Vitalitätszustand der Haut sieht, verhindert man diese 
Crustenbildung und führt zugleich die Heilung dieser Geschwüre 
herbei. Man findet nämlich die Kopfhaut nach Abfallen der Bor- 
ken, gleich den Geschwüren, entweder mehr torpide und reizlos, 
oder, was besonders bei nicht sehr altem Grinde, aber bei ro- 
busten ,, vollsaftigen Individuen der Fall ist, empfindlich, gereizt 
und im beinahe entzündlichen Zustande. Im letztern, .der nicht 
der seltenere ist, besonders häufig nach Abfallen der Borken 
vorkommt und sich später mildert, lässt E, für die höchste Rein- 
lichkeit sorgen, den Kopf täglich einige Male mit mildem Oele 
einreiben und ihn mit Kleien sanft abwaschen. Die Absonderung 
ist bei diesem Zustande in der Regel nicht so stark, und die Hei- 
lung erfolgt leichter, als wo bei längerer Dauer des Uebels und 
bei mehr kachektischen Kranken ein torpiderer Zustand vorhan- 
den ist, oder die Natur sich an bedeutendere Absonderung ge- 
wöhnt hat. Finden eich noch Haare, so muss.man diese stets 
ganz glatt abrasiren, weil sie es schwer machen, den Geschwü- 
ren beizukommen, und das Ansetzen neuer Borken befördern. Die
	        
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