Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
sonst gesunden Mutter, deren 2 ältere Kinder, anfangs zart, jetzt 
völlig gesund und kräftig sind, wurde am 11. Juni 1831 Ende der 
88. Schwangerschaftswoche geboren. Die Mutter litt schon vor 
der Schwangerschaft bisweilen, besonders im Winter und bei 
schlechter Witterung, öfter aber während derselben, an krampfi- 
ger Engbrüstigkeit, die indessen immer bald vorüberging, und da- 
mit abwechselnd an heftigen Wadenkrämpfen. . Viele bedeutende 
Gemüthsbewegungen schienen auf das Befinden in der Schwanger- 
schaft keinen Einfluss zu haben, nur träumte ihr einst, das Kind, 
das sie trage, bringe innere organische Fehler zur Welt, olıne dass 
sie im Wachen sich mit diesem Gedanken beschäftigte. Die Ge- 
burt erfolgte regelmässig, nur trugen sich in der zweiten und drit- 
ten Periode die Wehen etliche Male auf die Wadenmuskeln über, 
weshalb die Gehärende 2 Mal 5 Gr. Secal. cornut. erhielt, und die 
Nabelschnur war leicht um den Hals der Frucht geschlungen. Diese 
war männlichen Geschlechts , mittlerer Grösse, mit starken Kopf- 
haaren, lebhaften Augen, dick mit Vernir caseosa bedeckt, und 
versuchte gleich nach der Geburt zu athmen. Allein das Schreien 
war leise , heiser, mühsam, als könnten die Lungen ihre Luft nicht 
von sich geben. Gesicht und Haut waren natürlich gefärbt, und es 
wurde bald etwas Schleim, doch ohuc Erleichterung im Athemho- 
len weggebrochen. Die Brust war schön gewölbt, der Hals etwas 
aufgetrieben, das Athmen ungleich, bald mülsam und tief, bald 
sehr leise und gleichsam oberflächlich, und nie sank der Thorax im 
Ausathmen ordentlich zusammen. Vom obern Ende des Schwert- 
fortsatzes bis in die Mitte zwischen Herzgrube und Nabel erstreckte 
sich die sonst nur beim tiefen Kinathmen erscheinende Grube auch 
nach dem Ausathmen und war in jenem noch viel tiefer, Der Puls 
war normal, doch schwach, das Saugen unmöglich, ‚weil Bedürf- 
niss nach Luft immer nöthigte, die Brust fahren zu lassen. Wäh- 
rend sich Kindspech und Urin in den ersten Tagen wie gewöhnlich 
entleerten, wurde der Athem nun oft röchelnd und aussetzend, der 
Hals dicker und der Knabe lag oft in leichter Betäubung. Kip 
leichtes Emeticum entfernte mit einmaligem Iirfolge etwas Schleim, 
worauf aber 80 heftige Erstickungsanfälle sich: zeigten, dass an 
Wiederholung desselben nicht mehr zu denken war. - Am dritten 
"Tage wurde der Athem im Schlafe und während der stillen Gichter 
gehr schwach, dagegen war er im Wachen schr mühsam und hohl- 
klingend, fast wie beim Croup, der Puls unregelmässig, unter- 
drückt, ungleich aussetzend , das Gesicht fast immer blass. Kleine 
Gaben Sulph. antim. aur, mit Mosch, und gelinden eröffnenden 
Mitteln beseitigten neben Einreibungen des Ung. neap. in den 
Hals allmählich die Heftigkeit der Zufälle und die Aufgetrieben- 
heit des Halses, namentlich vom 9. Tage an, und das Kind schien 
sich zn erholen, nur blieb die Ausdehnnng des Thorax dieselbe 
und die Grube unter-ihm verschwand nie. Da der Knabe mit 
HursLanp’schem Gerstenmehle und Milch, später mit in Milch 
gehochten Graupen und Zwieback genährt werden mussle. sO
	        
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