Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

170 IV, Chirurgie und Ophthalmologie, 
chen zu verschieben und die livide, sehr herabgekommene Kranke 
erst durch bessere Nahrungsmittel und Roborantia zu unterstü- 
zen, so wie ihre Auksenverhältnisse zu verbessern. Ausserdem 
erhielt sie noch. Pillen aus: Asa foetid,: Acid: phosph. sice: und 
Pulv. rad, Alth. '‘Oertlich wurde dagezen für Reinlichkeit des 
Verbandes und Treien Abfluss der Jauche gesorgt, auch schützte 
man die leidenden Theile‘ vor Zutritt der Lnft. Nach einiger 
Zeit bemerkte man, dass beim Stillstande des Ertödtungsproces- 
ses an der Grenze des Todten durch Resorption eine Spalte rings 
um die ‚beiden Knochen, ‚vorzugsweise aber im Radius ’entstan- 
den‘ wär, die wenigstens theilweise baldige Exfoliation der -Kno- 
chen hoffen liess, dass: dieselbe aber so bald und so vollständig, 
wie es, freilich durch die etwas -ungeschickte Lage des Armes 
im Bette begünstigt, in «der Nacht zum‘ 24. März, ohne alle 
chirurgische Hülfe geschah, erfolgen würde, konnte nicht erwar- 
tet werden. Nachdem die I!and mit der Hälfte des Vorderarmes 
abgefallen war, wurden die vom nekrosirten Radius und der‘ Ulna 
befreiten Theile zuerst mit Bals, perus, nier. und bald darauf mit 
reinem -Kreosot verbunden und Pat. in 3 Wochen völlig hergestellt 
Sie hat jetzt bei sehr schmaler Kost ein- ziemlich gutes Ansehen 
gewonnen , ist stärker und: kräftiger geworden und scheint über- 
haupt sich besser, als früher-zu befinden. [Med; Correspondenz- 
Olutt d. wiürtt, ärztl. Vereins , 1834, Nr 34) - (K—e.) 
91. Ucber Balggeschwülhste in den Knochen; nach 
A. VeLrkaU, von Dr. I}. S. MicHarus zu Berlin. - In den Wänden 
des Sinus marxillaris und in der Substanz der Gesichtsknochen hat 
man bisweilen Balggeschwülste gefunden. Runae; Vater und Sohn, 
fanden sie sowohl in der obern ats untern Kinnlade. ‘ Zu dersel- 
ben Classe von Geschwülsten gehören wahrscheinlich auch ‚die ver- 
meintlichen Lymphansammlungen, bei welchen die Wände so: dünn 
wie Pergament sind, und deren Sitz Kırkzann im Antrum Hich- 
mori vermuthet,‘ VEeLPEaU‘ hat dergleichen Geschwülste in 4 Fäl- 
Jen beobachtet. Das Uebel sitzt nicht jedes Mai in der Highmors- 
Höhle, denn es kommt häufiger am Unter-, als-am Oberkiefer, und 
eben so oft in dem aufsteigenden Aste, als in den: Körper dieses 
Knochens vor, Allein die Geschwulst steht fast. immer in- einiger 
Beziehung zu einem krankhaften Zustande der Zähne.‘ Der Form 
und dem äussern Ansehen nach ist sie den carcinomatösen nnd füun- 
gösen Geschwülsten ähnlich, ist aber leichter zu heilen, als diese, 
und’ sie lassen sich sehr oft durch Ausziehen der benachbarten cariö- 
sen Zähne und durch Oeffnung. der Tumoren’an der imnern- Seite 
der Lippen oder der Wange, wenn es ihre Lage gestattet, entfer- 
nen. [0 Gräfe's u, vo. Walther’s Journ, 1834," Bd. 21, Hft. 2.] 
; Vet) 
92, Ueber Exostosen der zrassen Zeche? von: De-: 
PUYTREN; a. d. Französ. v. Dr. H. S. Michazıiss- zu Berlin.‘ Drei 
Patientinnen, welche an der grossen Zehe harte, knöcherne Kno- 
ten trugen, durch welche der betheiligte Nagel in die Höhe geho-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.