Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

3V,. Chirurgie und Ophthalmologie, 3163 
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binden, doch wiederheit H., dass er durch fortgesetzte örtli- 
che Kälte, sey. es nun mit Eis oder kaltem Wasser, auch ohne 
Unterbindung .‚ausgekommen sey , welches Verfahren zugleich der 
Entzündung vorbeugt, Hat man kein Eis zur Hand, so kann 
man sich einer Alaunsolution bedienen, die um so mehr der Km- 
pfehlung werth. seyn. dürfte, als der Alaun äusserlich uud inner- 
lich von Jacquor .DeE St. Die und RecamıerR gleichsam als Spe- 
eificum gegen alle Krebsübel gerühmt wird. Doch erhielt H., 
wo er den Alaun nach den Vorschriften der genannten Aerzte an- 
wendete, entweder keine, oder sehr. zweideutige Resultate. — 
Schnelle Heilung verlangt absolute Diät in den ersten Tagen und 
wird um so eher erfolgen, wenn der Operirte durchaus nicht 
spricht und nur dünne, schleimige, säuerliche Getränke, Limo- 
nade, Selterwasser oder anderes Sauerwasser mit Zitronensaft und 
Zucker zu sich nimmt. Bei solchem Verhalten schliesst sich die 
Wunde schnell, und ist dies ein Mal geschehen, so scheint sich 
die Zunge auch nach und nach wieder: zu verlängern, so dass 
der Operirite ohne Mühe und verständlich alles aussprechen kann, 
Dass übrigens Sitz und grössere oder geringere Ausdehnung des 
Krebses in Tiefe und Breite manche. Modificationen der Opcra- 
tion bedingen. kann, versteht sich von selbst. Vielleicht zieht 
es Jemand vor, die Zunge mit Mvzrux’scher Hakenzange 
oder mit Polypenzange durch einen Gehülfen fixiren zu lassen. 
Doch dies sind Nebensachen, und Jeder sollte bei Operationen 
so wenig Vorbereitungen, . Instrumente und fremde Hände, als 
nur immer möglich ist, zu haben suchen, wozu noch kommt, 
dass die Zunge weit schwieriger mit Zange, als. mit durch lei- 
nenes Tuch geschützter Hand zu halten ist. Ist die rechte oder 
linke ‚seitliche: Hälfte der Zunge carcinomatös, so kann man hier 
mit CoorEr’scher Schere. nicht allein operiren. Man muss dann 
die hervorgezogene Zunge mit Bistouri oder Scalpell der Läuge 
nach spalten und dann das vom Krebse destruirte mit der Schere 
entfernen. So verfuhr Duruyraen und ihm folgte H.> in einem 
weiter unten anzugebenden Falle. An diese Mittheitungen reiht 
nun der Verf, folgende Krankengeschichten an: I. Ein S6jähri- 
ger, blasser, grosser und magerer, früher wiederholt von Sy- 
philis heimgesuchter Lohnbedienter litt an carcinomatöser Ent- 
artung der ganzen vordern Zungenhälfte, die erst vor 4 Mona- 
ten. angefangen und unter Behandlung zweier Pfuscher binnen 
der Zeit so um sich gegriffen hatte, Der ganze vordere Theil 
der‘ Zunge bis zum Zungenbändchen war eine von umgestülpten 
Rändern umgebene Geschwürfläche, verbreitete einen unerträg- 
lichen Geruch, blutete bei der leisesten Berührung und schmerzte 
beim Essen: and Sprechen furchtbar. ‚Dabei wurde ekelhafte 
Jauche und viel Speichel abgesondert, welche Pat, durch kleine 
Schwämme zurück zu halten suchte. Doch drang die Jauche un- 
aufhaltsam aus dem Munde und ‚verbreitete so ekehhaften Ge- 
‘tank, dass man nicht gut dem Kranken gegenüber bleiben kannte.
	        
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