Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

162 IV. Chirergie, ad Ophihalmplogie. 
sächlich;- ‚welche die Pragnose,trüht., denn. um. die Blutung, zu 
stillen, hat man Mittel, genug, der Schmerz, ist. an sich zu; er- 
tragen und ‚hört auf, wenn das Krankhafıe abgetragen. ist,, und 
hefüge Entzündung tritt nur dann ein, wenn, man die kigatur 
anwendet, der H. nie das, Wort reden .wirg. —,, Die Meisten 
rathen, möglichst früh -zu operiren und „nicht ‚abzuwarten , „bis 
der. Skirrhus in Krehs übergegangen ist. Dies jist im Allgemet- 
uen richtig und. gilt vorzugsweire von skirrhösen Entartungen der 
Brustdrüse,, da Erfahrung lehrt, dass beim. offenen Brustkrebse 
nichts vom. Messer zu erwarten ist. Bei‘ skirrhösen Verhärtum 
gen der Zungenspitze scheint aber allzugrosse. Eile. mit der Ope- 
ration weniger nöthig: man kann diese daher ‚wenigstens so lange 
verschichen.. als der entartete, Zungentheil nicht schmerzt und 
noch nicht in krebshaite, Metamorphose. überzugehen anfängt. 
Auch kann Manches geschehen, um Uebergang in .Carcinom zu 
verhindery., wozu wohl..vor: Allem . angemessene Lebensweise, 
passende, Diät und Vermeidung aller. Momente ‚zu. rechnen: sind, 
die deu: skirrhös entarteten ‚Theil reizen und Congestionen nach 
ihm veranlassen können. : Als, sich H.- noch ‚in Trier aufhiglt, 
wurde er xon einer verheiratheten ‚20jährigen Dame ‚wegen: ei- 
nes: Zungenübels befragt,.. das, skirrhöser- Natur und vor ‚fast 
10 Jahren entstanden, :noch nicht Miene machte, sich in Krebs 
zu verwandeln. Das. ganze vordere Zungendrittel war steinhart, 
hblässer, weniger warm, als der übrige Zungentheil und gegen 
Berührung gewöhnlich nicht empfindlich... Nuy -bei Diätfehlern, 
nach reizenden Getränken und: Tanze, bei stockendem Stuhle 
und Unordnungen im Monatflusse, wozu. sich_ Disposition ‚fand, 
äusserte sich ein unbehagliches Gefühl, gleichsam als hale die 
Zunge im Munde nicht recht Platz. Die: Verhältnisse, und Um- 
stände der Kranken berücksichtigend,- rieth H., Vertagung.: der 
Operation ,. die berülımte Wundärzte als unerlässlich und grösste 
Eile fordernd vorgestellt hatten, und empfahl angemessene Dit 
und Kleidung, fleissige Bewegung, Winter und Sommer allge- 
meine Bäder, Offenerhaltung des Leibes und Marienbader Kreuz- 
brunnen, weil die Eltern der Kranken an Hämorrhoidalbeschwer- 
den litten und es an für Stockungen im Pfortadersysteme spre- 
chenden Zeichen nicht fehlte. Zugleich rieth er zur Entfernung 
eines ‚abgebrachenen scharfen Eckzahns , ‚der eteis die eine Seite 
des entarteten Zungenstücks berührte, und. wohl. den Uebergang 
in Carcinom begünstigen konnte. Nach.2 Jahren sah er die 
Dame, in Wiesbaden wieder, wo sie neben dem Marienbader 
Kreuzbrunnen die dortigen Bäder benutzte. Das Zungenübel 
hatte sich durchaus nicht. verschlimmert,. das Allgemeinbefinden 
sich aber augenscheinlich gebessert. und die. früher trübe Stim- 
mung einer heitern Platz gemacht. Ob dieser Zustand der Zunge 
immerwährend, ob namentlich das Alter der Decrepidität Ver- 
änderung und carcinomatöse Metamorphose bedingen wird, lässt 
der Vf. dahingestellt, aber er glaubt, es vertreten zu können, dass
	        
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