Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

IH IL Pathologie, Therapie und medieinische Klinik, 
ausgestreckt und letztere meist von tonischen Krämpfen ergriffen, 
die Fusszehen stark gegen die Planta pedis gezogen, Kopf und 
Hals in unaufhörlicher Bewegung, die bald rotirend, bald ‚vor- 
und rückwärts, bald in seitlicher Richtung Statt hatte, die Au- 
genlieder weit geöffnet, der Augapfel starr grade aus und etwas 
aufwärts gerichtet, die Pupille träg und fast unempfindlich gegen 
Licht, der Mund leicht geschlossen und die Gesichtsmuskeln frei. 
Die Brust hob und senkte sich höchst unordentlich , lange und 
kurze In- und Exspirationen wechselten mit Seufzen, Stöhnen 
und krampfhaftem Husten. Der Puls ‚war an beiden Händen 
gleich, klein, gespannt, mässig frequent und mit dem Herzschlag, 
der durchaus nichts Abnormes darbot, gleichzeitig. Doch schien 
die Gegend vom Herzen zur Milz und besonders die letzte ziem- 
lich empfindlich, da die Kranke schon bei mässigem Drucke zu- 
sammenfuhr und das Gesicht schmerzhaft verzog , auch während 
der freien Zeit über Schmerz in dieser Gegend klagte, Eine 
ähnliche sehr umschriebene empfindliche: Stelle fand sich am -in- 
nern Rande der rechten Scapula, bei deren Berührung deutliche 
Zeichen von Schmerz erschienen. Die Temperatur des Körpers 
war übrigens ganz normal, die Haut rigide, trocken und der 
Kopf etwas wärmer. Oeffnung erfolgte alle 3—4 Tage, und die 
Faeces waren sehr consistent und von gewöhnlicher Farbe. Wür- 
mer waren nie bemerkt worden. Der Urin ging häufig und wäh- 
rend der Krämpfe stets unwillkührlich ab, sah auch etwas heller, 
als gewöhnlich. Seit etwa 14 Jahre hatte die Kranke keine festen 
Speisen zu sich genommen und nur während der nächtlichen In- 
tervallen viel schieimiges Getränk, Milch und selten etwas Fleisch- 
brühe genossen. — Diese Krämpfe, die man wohl am besten dem 
Veitstanze zurechnete, nur dass keine Besimlichkeit dabei Statt 
fand, dauerten meist in gleicher Stärke bis gegen 11 Uhr Abends 
fort, nahmen dann allmählich ab und gingen in ruhigen, einige 
Stunden anhaltenden Schlaf über. Nach demselben fühlte sich 
die Kranke überaus matt und angegriffen, trank häufig, schlief 
abwechselnd kurze Zeit und hatte gegen Morgen die freisten In- 
tervallen, bis endlich, meist genau um % Uhr, nachdem sie häufig 
so eben noch ganz bei sich gesprochen , einzelne Zuckungen des 
Kopfes und der Extremitäten und Erstarren des Blicks und der 
Gesichtszüge die neuen Krämpfe verkündigten, die sehr schnell 
wieder die frühern Intensität erlangten. Der ganze Zustand schien 
übrigens auf den ersten Anblick ein solcher, als wenn die Kräfte 
ihn nicht 8 Tage würden aushalten können. Die in ähnlichen 
Fällen gebräuchlichen krampfetillenden Mittel hatte die Kranke 
nach und nach so ziemlich genommen und zwar nicht nur ohne 
Nutzen, sondern auch olıne Wirkung, da selbst Opium in nicht 
unbedeutenden Gaben weder den Schmerz vermehrt, noch die 
Kräfte vermindert hatte. Der Verf. beschränkte sich demnach 
in der ersten Zeit auf Beobachtung des Falles und auf Klystiere 
von Vealeriana und Chamillen, wodurch die Functionen dea Darm-
	        
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