Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

811. Chirurgie und Ophthalmologie. 
plication. Den zweiten Tag ist die Haut hochroth, glänzend, 
brennend heiss und bei der geringsten Bewegung und dem lei- 
sesten Drucke äusserst schmerzhaft. Welche Mittel nun auch 
angewendet werden, den dritten Tag fluctuirt die ganze Umge- 
gend des Knies und nach einem Einstiche unter der Kniescheibe, 
als dem abhängigsten Punkte, entleeren sich 2—3 Schoppen ei- 
ner röthlichen, schwarzen und gelben Jauche: aller Schmerz ist 
hierauf verschwunden, die Haut schrumpft zusammen und ver- 
liert ihr rothes gespanntes Ansehen. Der Abscess bildet eine 
zusammenhängende, bis an die Sehnen des Vastus sich ausdeh- 
nende Höhle und lässt sich durch einen Druck an beiden Sei- 
ten oberhalb der Kniescheibe leicht entleeren; zuweilen bleibt 
oben an einer Seite noch ein Depot, welches sich erst nach ei- 
nigen Stunden entleert. Das Uebel heilt nun ohne weitere Be- 
schwerde. — Die hitzige Gelenkwassersucht entsteht oft 
in einer Nacht nach vorausgegangenen Gelenkschmerzen. Alle 
Mal stellte die Krankheit einen //ydrops genu internus dar, der 
sich anfangs. neben der Kniescheibe und: den Seitenbändern und 
in der Kniekehle unter der Gestalt von einem halben Ki glei- 
chenden, elastischen Geschwülsten wahrnehmen liess, die bei 
der Biegung und Streckung des Knies bald vorn, bald hinten 
mehr hervortreten und nach ihrer weitern Entwickelung sich zu 
einer das Knie mehr gleichmässig umgebenden Geschwulst um- 
gestalteten, auf welcher die Patella fluctuirte. Die Haut zeigte 
sich nie roth, aber stets heiss und das Knie sehr schmerzhaft, 
zumal beim Drucke. Die Behandlung bestand in Ansetzen von 
Bintegeln, in KEinreibungen der grauen Quecksilbersalbe und in 
einem Haarseile unter dem einen Condylus des Schienheins, aus- 
serdem in Ruhe und warmem Verhalten. Beim Nachlasse des 
entzündlichen Zustandes ward dem Ung. einer. hydr. Linim, am- 
moniat, oder Solutio sapon. terebinth. zugesetzt. Mit dieser Be- 
bandlung war Verf. am glücklichsten, Vorzüglich vertraut er 
dem Haarseile und theilt zu dessen Lobe die Krankheitsgeschichte 
eines jungen Mädchens mit, das er mittelst des Haarseils von 
einer, 7 Jahre allen ersinnlichen Mitteln widerstandenen chroni- 
schen rheumatischen Entzündung der Synovialhaut des Hüftge- 
lenkes und später von einem beginnenden Mlydrarthrus genu be- 
freite. [: , 77, v. d. Vereine f. Heilkunde in Preussen , 1834, 
Nr‘; (Fr.) 
56. Ueber die jetzt herrschende katarrhalische 
Augenentzündung; von WorrF in Berlin, Das Uebel sass 
in der Conjunctiva palpebrarum und erstreckte sich bei allmäh- 
licher Steigerung auf die Conjunctiva bulbi und hatte mit der 
ägyptischen Augenentzündung Aehnlichkeit. Die Bindehaut der 
Augenlider röthete sich und lockerte sich auf; die anfangs hel- 
Jere Röthe wurde nach und nach dunkeler und die glatte Fläche 
der aufgeschwollenen Conjunctiva granulirt; die Absonderung 'war 
gering, In diesem Grade erregte dag Uebel keinen Schmerz.
	        
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