Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

HI. Chirarzie und Ophihalmologie, 
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den ‚worden wäre. Interessant bleibt immer, dass gerade die 
Stellen, von denen sonst die Verknöcherung ausgeht, am dünnsten 
waren. Das Gehirn war breiartig, An der rechten Seite des 
Os occip. nahe am. Foram. magn. fand sich etwas, wie plastische 
Lymphe Aussehendes und am untern Theile der linken Hirnhe- 
misphäre nahm man einige pomeranzengelbe Flecke wahr, Als 
man die Ventrikel. eröffnete, spritzten gegen 16 Unzen hellgel- 
bes Wasser hervor; ausserdem war viel. von einer gelblichen 
Materie darin. Die Brust and Unterleibsorgane waren ziemlich 
blutleer, die Lungen ganz gesund und nur.im rechten Cavum 
Pleurae und im Pericardium etwas mehr Wasser, als gewöhn- 
lich. Die Leber reichte bis in die liuke Seite. Sonst sah man 
im Unterleibe nichts, was der Bemerkung werth gewesen wäre, 
Bei Eröffnung der Rückengeschwulst floss viel eiterartige Jauche 
aus. Das Rückenmark war ganz zerstört, und man sah nur noch 
die aus ihm entspringenden Nerven bis zu ihren Ursprüngen, Nach 
oben war die Zerstörung des Rückenmarks nicht so vollkommen, 
wie nach unten, da man hier noch etwas ganz in Brei aufge- 
jösstes Rückenmark enideckte. Die Hänute des Rückenmarks wa- 
ren ungemein verdickt, Die Rückgratsspalte war 4. Zoll lang, 
und die grösste Breite derselben 1; Zoll. Die untern 1} wah- 
ren Wirbel ünd alle falschen Kreuzbeinwirbel waren gespalten, 
Die Spalte fing oben klein an, breitete sich allmählich aus und 
wurde am breitesten an dem ersten Heiligenwirbelbein und dann 
wieder schmäler, so dass sie an der letzten Vertchr. spur. 088. 
sacr. nur & Zoll hielt. [Hufeland’s Journ. f. d. prakt, Heilk., 
1834, Juni.) (K— ee.) 
55. Bemerkungen über zwei rheumatische Knie- 
feiden; von A. L. Rıcurer. Der rheumatische Zellhaut- 
abscess und die hitzige Gelenkwassersucht kommen hän- 
fig bei Cavalleristen vor. Die Ursache dieser Uebel soll Krkäl- 
tung seyn, wozu sich im Frieden beim Stalldienste nicht selten 
Gelegenheit findet, ohne gerade bestimmen zu wollen, ware vor- 
zugsweise das Knie ergriffen wird. . Beide Uebel unterscheiden 
sich bloss durch Form und Sitz von einauder, sind aber dem We- 
sen nach identisch; dem das eine ist eine aente rheumatische 
Entzündung der Zellhaut in der Umgebung des Knies, das 
andere eine gleiche Affection der Gelenkkapselmembran; . beide 
entstehen sehnelt, und mit gleicher Schnelligkeit entsteht im dem 
einen Uebel eine jauchige Flüssigkeit, in dem andern eine quatı- 
titativ und qualitativ abweichende Synovia. — Der rhkeumati- 
sche Zellhautahbscess beginnt ohne alle Vorhoten mit. helti- 
gen, reissenden Schmerzen im Kniegelenke, wodurch die nächt- 
liche Ruhe gestört und der Unterschenkel unbrauchbar wird. 
Das Knie ist wärmer als gewöhnlich, blassroth, geschwollen und 
verfrägt die Berührung nicht, Abends ist der Schmerz heftiger. 
als am Tage, Gewöhnlich verbindet sich mit dieser Localent- 
zündung ein mit Frost auftretendes Fieber mit gastrischer Com-
	        
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