Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

100 "N Chirurgie und Ophthalmologie. 
bei so bedeutendem phthisischem Habitus gelungen seyn würde, ist 
schwer zu beantworten, gewiss aber, dass, als nach Heilung der 
Afterfistel das Vicairleiden aufgehoben war, der Krankheitsprocess 
in den Lungen das Uebergewicht gewann. In auffallendem Gegen- 
satze zu diesem Falle wurde bei einem Militärarzt ein weitgedie- 
henes Brustleiden durch eine sich bildende Afterfistel — deren 
Operation widerrathen und nicht unternommen ward — nach Jahr 
und Tag so vollständig gehoben, dass er nach 18 Jahren noch ge- 
sund lebt. Die Afterfistel war später von selbst geheilt. {Med. 
Zeit. v. d. Vere: f. Heilk. in Preussen; Nr. 24, 1834] _(Fr.) 
52. Balggeschwulst mit Haaren; von A. L. RıcHTER. 
Ein Fähnrich hatte hinter dem rechten Ohre über dem Zitzenfort- 
satze des Schlafenbeins eine wallnussgrosse Balggeschwulst, die 
durch einen früher erlittenen Schlag entstanden seyn sollte. Bei 
der Operation dieser Geschwulst floss gelbliche lymphatische 
Feuchtigkeit aus, und man fand in der Höhle eine Menge Haare, 
die wie die Kopfhaare gefärbt, 1-—14 Zoll lang waren, gleichsam 
eine Locke bildeten, keine Wurzeln hatten, und mit dem einen 
Ende in dem Zellgewebe der einschliessenden Haut wie hineinge- 
steckt und lose sassen. [Med. Zeitung v. d. Vereine f. Heilk, in 
Preussen, 1834, Nr. 18.) (Fr.) 
53. Ein bedeutender innerer Tumor cysticus im 
Unterieibe eines Kindes; von Dr. Scnxipr zu Hohenleuben, 
Ein Sjährigea Mädchen, das seit 4 Jahren besonders an Brustbe- 
schwerden gelitten, hatte seit 1 Jahre in der linken Seite der Un- 
terleibshöhle eine Geschwulst bekommen, die anfangs klein and 
hin- und herzuschieben war, bald aber rasch zunahm, während das 
Kind auffallend abmagerte. Als S. die Kleine zuerst sah, war der 
Leib sehr aufsetrieben, der ührige Körper aber ungemein abgema- 
gert. Man nahm deutliche Fluctuation von Wasser wahr, das 
nebst einer grossen deutlich zu fühlenden, fast die ganze Unter- 
leibshöhle, besonders aber den tiefern und linken Theil derselben 
einnehmen den Geschwulst die beträchtliche Vergrösserung des Un- 
terleibs bedingte. Der Appetit war gering, auch konnte das Kind 
nur wenig auf einmal essen, wenn nicht Beschwerden eintreten 
sollten. Das Gehen war nicht mehr möglich, sondern das Mädchen 
musste stets halb sitzen, halb liegen. Die Respiration war dabei 
sehr gehemmt, die Füsse ödemalös, nnd es fanden sich beständiger 
Schmerz und Beängstigung. Um die Leiden nur in etwas zu min- 
dern, nalım S., da Arzneien wenig Linderung brachten, die Para- 
centese vor. Er stach da ein, wo die Flnctuation am deutlichsten 
war: in der Mitte zwischen Nabel und kurzen Rippen der linken 
Seite. Das ausfljessende Wasser betrug 11 Pfund, und es trat dar- 
nach ziemliche E rleichterung ein, auch kam noch immer etwas 
Wasser mit eiterartiger Materie heraus, bis am 6. Tage nach der 
Operation das Kind sanft verschied. Bei der Section fand sich das 
Loch durch die Paracentese noch nicht ganz geschlossen. Als 
die Unterleibshöhle eröffnet wurde, salı man die Lage fast aller
	        
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