Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

11. Materia mediea und Toxikologie, : 9% 
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dieser ganzen Zeit versah Pat. ihren Dienst fast unausgesetzt, So 
dass sie oft 2 Nächte gar nicht ins Bett kam. Mehr als ein Mal 
des Tags lief sie aus der Küche in ihre Kammer, brach einige 
Pfund weg, und ging dann wieder an ihre Arbeit. Kin Mal war 
sie jedoch, wenigstens scheinbar, dem Tode nahe. Nach hefüi- 
gem Blutbrechen lag sie kalt, blass, starr, mit kaum fühlbarem 
Pulse da, klagte nur abgebrochen, doch heftig über wüthenden 
Brustschmerz und drohte zu ersticken, so dass sie alle Bedeckun- 
gen des Oberkörpers abriss. H. liess sogleich einen sehr starken 
Aderlass machen, wobei in starkem Strahle fliessendes schwarzes 
Blut mit grosser Erleichterung entleert wurde. 12 Blutegel ans 
Epigastrium und eiskalte Fomentationen beseitigten den Sturm 
wieder. Was bei so ungeregeltem Leben die Kunst vermochte, 
jässt sich denken. Pat. verliess endlich mit geregelter Periode und 
Leibesöffnung, so wie mit seltnerem Blutbrechen ihren Dienst, um 
— einen neuen ähnlichen anzutreten. Dass die verschiedensten 
Mittel angewendet wurden, ist begreiflich, Ausser Blutentzie- 
hungen nnd kalten Fomentationen, leisteten Bitterwasser, Phos- 
phorsäure und kühlende Salzmixturen die besten Dienste. Alles 
Reizende, Aualeptische ertrug die Kranke eben ‚so wenig, wie 
Beilad, und Eisenpräparate. .Versuchsweise wendete der Verf, 
hier nun auch Kreosotwasser (Creosot. gtt. vj. Aqu. dest. 33.) alle 
2—3 Stunden zu einem Caffeelöffel auf Zucker an. In den 
ersten Tage rühmte Pat. sehr seine schmerzstillende kühlende 
Wirkung, doch kehrte das Blutbrechen auch während es genom- 
en wurde, oft wieder, und nach 8 Tagen wurde es gar nicht 
ehr vertragen: es hat also hier Nichts gewirkt. Die Kranke 
begab sich später an einen andern Ort und befindet sich gerade 
ungefähr so, wie damals, als sie H. in Behandlung nahm, — 
N. Ein 20jähriges; wohlgewachsenes, früher immer gesundes 
Mädchen fing vor 1} Jahre ohne bekannte‘ Veranlassung an ge- 
störter Menstruation so zu leiden an, dass Eintritt und Andauer 
keine bestimmte Zeit mehr hielt, sondern bald alle 8, bald alle 
14 Tage, bald in ungewöhnlich langen Zwischenräumen erfolgte. 
Im Frühlinge v, J. trat nach 6 Wochen die Menstruation wieder 
ein und hat seitdem bis vor etwa 8 Wochen eigentlich nicht 
mehr aufgehört. Im August v. J., nachdem sie mehrere Monate 
fortwährend, nur wenige Tage ausgenommen, starken Blutabgang 
gehabt hatte, begehrte sie die Hülfe des Vfs., die jedoch, wenn 
auch keine Mühe gescheut wurde, nichts vermochte. Der Blut- 
fluss aus dem Uterus. hat in dieser ganzen Zeit nur ein Mal 3 
Wochen, fast immer nur auf etliche Stunden, aufgehört und war 
so stark, dass im Gehen und Stehen häufig Blut auf den Boden 
fiel. Das Aussehen war dabei etwas bleich, aber nicht kachek- 
tisch, der Körper voll und rund wie zuvor, der Puls langsam, 
klein und alle Se- und Excretionen träge, Das Blut war bald 
dunkel, schwärzlich und klumpig, bald dünn und dann. mehr 
bräunlich, Weisser Fluss kam nie mit diesem Blutabgange@ vor
	        
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