Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

Yyi 
IL. Materfa medica und Toxikologle, 
in Behandlung nahm, war die Periode seit 3 Monaten ausgeblie 
ben und seit 189 Tagen keine Darmausleerung erfolgt, ohne das: 
jedoch der Bauch sehr aufgetrieben gewesen wäre. Das Blut. 
brechen kehrte mehrmals täglich wieder, und es wurden dadurch 
zu unbestimmter Zeit und verschiedene Quantitäten Blutes aus- 
geleert. Die Darmexcretion wurde durch Pillen aus Aloe, Extr. 
Chelid, und Lac sulph. nebst reichlichem Genusse künstlichen 
Bitterwassers so wieder in Wirkung gebracht, dass täglich 
Stuhlgang erfolgte. Auch das Blutbrechen wurde durch die ge- 
wöhnlichen Mittel, besonders durch Land. mit Phosphorsäure 
auf mehrere Tage beschwichtigt, die Periode kam in regel. 
mässigen Gang und somit war dieser Sturm wieder beseitigt. 
Während der 4 Monate, in welchen der Vf, die Kranke behan- 
delte,' war ihr Zustand folgender: sie klagte über fixen, heftig 
stechenden Schmerz in der etwas aufgetriebenen Milzgegend, der 
sich bisweilen über das ganze Epigastrium und nach dem Laufe 
des Oesophagus herauf verbreitete und, wenn er am stärksten 
war, immer nur durch Fomentationen von eiskaltem Wasser ge- 
mindert werden konnte. Der Brusttheil der Wirbelsäule war, 
besonders gegen Druck, sehr empfindlich, in der linken Gesichts- 
seite stellte sich periodisch ein dem Gesichtsschmerze ähnlicher 
Schmerz ein, und im linken Schulterblatte heftiges Reissen. Dem 
Blutbrechen ging stets Zunahme der Schmerzen im Epigastrium 
und ein Aufgetriebenseyn der Unierbauchgegend bis zum Nabel 
voran, dass der Unterleib hart, und wie bei einer im 6. Monate 
Schwangern war. Die Anschoppung war soO stark, dass der 
Uterus aus seiner Lage gedrängt schon 14 Zoll vom Eingang der 
Scheide an zu fühlen und so vorwärts gebeugt war, dass man 
die Vaginalportion in der Aushöhlung des Kreuzbeins nur müh- 
sam erreichen konute. Diese Auftreibung verlor sich nach dem 
Blutbrechen im Augenblick und Pat. fühlte sich jedes Mal. da- 
durch sehr erleichtert, wenn auch das Erbrechen sehr schmerz- 
haft war und mehrmals von Öhnmachten begleitet wurde. Es 
kehrte zu verschiedenen Zeiten oft 3—4 Mal in 24 Stunden 
wieder. Das Biut war bald dünnflüssig, hellroth und dann un- 
erträglich sauer, bald klumpig, schwarz. Selten betrug es nur 
einen Schoppen, häufig 1— 1} Maass, und so oft mehrmals in 
24 Stunden; zwischen durch trat dann wohl auch Blutspeien ein, 
alas ebenfalls grosse Quantitäten ‚eines dünnen, schaumigen Blutes 
unter heftigem Husten und nach starkem Brustschmerz, doch ohne 
Dyspnöe entleerte, Daneben war die Periode immer sehr reich- 
lich, dauerte 4 —6 Tage und die Kranke sah zwar blass und gelb- 
lich, verrieth aber keinen Blutmangel und nahm an Fülle nicht sehr 
ab, wenn sie auch Wochenlang nur etwas Suppe genoss. Dem 
Auge schien alles tief dunkelblau, so dass keine Farbe richtig 
erkannt wurde, und ein Milzleiden um so weniger zu bezweifeln 
war. Auch fanden sich‘ am beiden Oberschenkeln mehrere kleine 
Ecchymosen, So ginz es 4 Monate gleichmässiz fort nnd während
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.