Full text: (Fünfter Band)

761 
Zireen — Zwetsch 
762 
sippsapp IV, 497; Z. gif ft en gode Flaut 
Lbg. 
Zireen f. „Syringe“, „blauer Flieder“ s. 
Sireen IV, 407, Züreen. 
Zirre f. „Spinnrad“ Ndtm., zu s irr an 
„surren“ IV, 498. 
Zirs s. Sirs IV. 498. 
zirsen „surren“, „zischen“ s. sirsen 
IV, 498. 
Zise für „Accise“; dazu Zise-vaagt, -zettel, 
zisen „Accise geben“ Holst. 1800 (Sch. 
4, 388 f.), sämtlich ausgestorben. 
Zislaweng s. Sisslaweng IV, 499. 
Zitroon f. „Zitrone“. Über den Gebrauch 
der Zitronen bei der Beerdigung s. Liek 
III, 477f. — Zsstzgen: Zitronen-appel 
m. „Zitronenapfel“. — kruut n. „wohlrie 
chendes Zitronenkraut“ Wm. (abst.); vgl. 
Lemon III, 451. —m e 1 i s s f. „Melisse“, 
meliasa officinalis (Schw.). — plaaster 
n. Ceratum Eesinae Pini (wegen der gelben 
Farbe so genannt) Sdtm. Eckf. — s a 1 f f. 
Unguentum flavum (Sdtm.). 
Zittergras wie im Hochd. für Briza me- 
dia; der plattdeutsche Name ist Bgwernadel 
(I, 382). 
zittern häufig für siddern IV, 484. he 
zittert un flüggt vor Angst Oh. he eilt in 
zittern Angst Schw. 
Zitterkatusch (dsvdakatüs), auch —ka- 
toolsch f. „ein kokettes, mit Flitterstaat 
gekleidetes, dabei etwas schmieriges Frauen 
zimmer" Fehm. de heit ’n schön Z. to Hmis 
bröcht. 
Zittlösch (dsi-dläs) l. „Narzisse“; ggle Z. 
Narcissus pseudonarcissus, Witte Z. Nar- 
cissus poeticus (Heim. 3, 42 f.). Selten ver 
steht man unter Z. die „Herbstzeitlose“, 
Colchicum autumnale (so in der Anm. zu 
Groth 2, 111 und Sit.tlös IV, 502), wie auch 
schon mnd. zittelose die Narcisse bezeichnet. 
Neben Zittlösch Dtm. Oh. Kk. Storm. fin 
den sich: Zittlöschen (dsi-dlösn) Dtm. 
Storm. Geg. v. Kiel, Zittlös (dshdlös) 
Lbg. Storm. Sgbg., Zittledsche (dsi'd- 
ledsd) Prb. Der 2te Bestandteil wird zu 
„Rose“ in Beziehung gesetzt: Zittrösch 
(dsidrös) Sdtm.; vgl. Heim. 38, 118 f. Der 
erste Teil erscheint auch als Zittel- und 
Zitier- (nach Sch. 4, 384 „vielleicht weil sie 
Wehr als andere Blumen auf dem langen 
Stiel hin- und herschwankt und zittert“); 
Zittolröschen (dsvdlrösn) Holst. 1800 
('Sch. 3, 307 u. 4, 384) Oh. Kh. Storm., Zit 
terröschen (dsvdarosn) Dtm. Pbg. 
Storm. Der 2te Teil wird weiter entstellt zu 
Zitterbröschen (dsrdabrösn) Wm. und 
Zittergöschen (dsvdagösn) Reinfeld; 
der erste zu Ziller-röschen {dsi-la- 
rösn) Elmsh. und Zillergöschen 
(dsvlagäsn) Kollmar. Vgl. Sittelröschen 
IV, 99; Sittlös IV, 502 und Zettlösch; über 
den Namen s. Nd. Jb. 15, 44 ff. 
Zitz 1 (dsids) m. „feiner bunter Kattun“ 
(als Stoff für Frauenkleider) Flensb. Zitz 
kattun un allerhand Band von de Hamb ar 
ger Brand will die Frau im Kinderspiel 
Fru ut Engeland verkaufen; s. Engeland 
I, 1048. Aus Schiwansen: dor kümmt en Fru 
ut Engeland mit Zitzkattun un wollen Band,; 
schall ’t nich en bqten sien, Madam? Vgl. 
Zwistkattun. 
Zitz a (dsids) f. „Narzisse“. Nd. Jb. 16, 
49: g§le Zitzen (Schlesw.-Holst.); sonst nicht 
belegt. 
zo (dsö) wurde nach iSch. 4, 384 um 1800 
in der Kieler Gegend für to „zu“ gesagt: 
ik wull em gern zo Wörde „ich wollte ihn 
gern sprechen“. 
Zucker oft für Sucher TV, 928. — Zsstz 
gen : Zucker-bloom f. „Milzkraut“, 
Chrysoplenium (Sgbg.). — t i 11 f. s. IV, 930. 
Auch Pflanzenname: a) „deutsches Geis 
blatt“, Lonicera periclymenum (Dtm.). 
b) „Goldneasel“, Gallobdolon luteum (Dtm.). 
zullern (dsulan) sw. v. „viel reden“, s. 
sullern IV, 934. Dazu: Zullerer m. 
„Schwätzer“. Im Rätsel für die „Zunge“: 
ik weet ’n Stall null Witte P$r mirm rnank 
’n Z. Lbg. 
zund (dsund) adv. „jetzt“. Augustiny, 
Achtern Aben (1857) S. 60 denn z. willn wy 
düchtig springen Sschl. (Hollingstedt); das. 
S. 52. Vielleicht Verkürzung des hochd. 
„itzund“? 
Züdder (dsyda) Kh., Z ü d e Bornh., Z ü - 
d e 1 Üters., Z ü d e n Pbg., Z ü d j e n 
Storm., Züd jefahlen Elmsh. Uters. 
„Saugfüllen“ s. Süter IV, 972. 
Züreen (dsyre-n) i. „Syringe“ Sgbg.; s. 
Zireen. 
züschen fdsysn) sw. v. „stille machen“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 384); vgl. tuschen V, 207. 
Zwang vereinz. aus dem Hochd. ik 
bruuk Dokter Z. „ich tu es gezwungen, not 
gedrungen“ Wm. 1860. 
zwarsen (dsvQiisri) adv. „zwar“, vereinz. 
Vgl. twaar V, 213. 
Zweck aus dem Hochd. neben Sweck IV, 
987. de lang stoppt un gau läppt, kümmt ok 
to ’n Z. Itz. 
zwee-lappen „weitläufig reden“, „schwö- 
gen“ s. swögen IV, 1018. 
Zwerg tritt schon meistens an die Stelle 
des nd. Dwarg I, 970. Zur Sache s. Ünner- 
qrschen V, 329; Niss Puuk III, 803. 
Zwetsch „Zwetsche“, auch Z w i t s c h oft 
für Swetsch IV, 996 u. Twitsch V, 222.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.