Full text: (Fünfter Band)

Zieg — Zippzappzeut 
760 
759 
als „Zieh-klinge“ gedeutet. Vgl. Nd. Jb. 1,79. 
Sass, Zimmermannssprache § ®L 
Zieg „Ziege“, namentl. in Sohlesw. schon 
sehr verbreitet; s. Zgg, Sgg IV, 454. 
Ziekling s. Ziechling. 
Ziekmecker Kosewort für „Ziege“ Fehm. 
Ziel vereinz. aus dem iHochd. Meyer, Dar 
stellungen aus Nord-Deutschland (1816) 
S. 255 beschreibt ein Spiel „Ziellaufen“, das 
besonders „im Eutinisehen“ üblich war; 
dabei lief ein Mann mit mehreren Mädchen 
in die Wette, in der Weise, daß an mehre 
ren Stellen der Kennbahn ein Mädchen mit 
frischen Kräften eintrat. — Zsstzg. Ziel- 
water n. scherzhafte Bezeichnung für 
„Kümmel“; es soll das beste Schutzmittel 
gegen Fehlschießen sein (Jägersprache). 
Ziepel „Zwiebel“ s. Zippel. 
ziepen (dsibm) sw. v. „weinen“, s. siepen 
IV, 490. Dazu: Ziep-katt f. „zum Wei 
nen geneigtes Kind“ Lbg. — ziep-njsen 
sw. v. „weinen“, „heulen“; vgl. siepsnuten 
IV, 490. 
Ziepoll „Zwiebel“ s. Zippel. 
zieren vereinz. aus dem Hochd. goden 
Ggwel ziert dat Hirns (spöttisch von einer 
großen Nase) Oh. en Flick is bgter as en 
Look, ziert he ni, so deckt he doch Pellw. 
Ziff fdsif) f. „weibliche Ziege“, s. Siff 2 
IV, 491, Sipp IV, 497. — Dazu Z i f f - 
lamm n. „junge weibliche Ziege“. Vgl. 
Zick s , Zicklamm. 
ziffen (dsifn) sw. v. „kläffen“, „keifen“ 
Wm. de Köter jifft un zifft; vgl. jiffen 
II, 1086. — Dazu: Ziff-hundm. „Zank 
teufel“ Wm. 
Zigarr s. Sigarr IV, 491. he heit ’n Z. 
krqgen „Rüffel“ (Soldatensprache). 
Zigeuner für nd. Tater V, 18. Groth 1,114: 
Zigeuners. Jb. f. Ldk. 3, 445. 
Zigummel m. „Zigarrenstummel“ Lbg. 
Vgl. IV, 491. 
Ziguurn „Zichorie“ s. Zichmim. 
Zilinner m. „Zylinder“ s. Seelänner 
TV, 450. 
Zilk, Zilken (dsilgw), Silke (Sch. 
4, 382) „Caecilie“. 
zimpel „einfach“ s. simpel IV, 493 f. 
zimperlich aus dem Hochd. de Dgm is 
so z.; s. sipp IV, 497. dor mgt ji recht z. 
mit ümgahn (z. B. mit einem Korb voll 
Eier), auch verdreht zu zimtprlich 
(Moderspr. 7, 8), nach Bildungen wie mä 
nnlich. 
Zindel m. „leichter Seidenstoff“, „Taffet“; 
mnd. sindal, sindel. Inventar 1740 aus 
Schw. „ein Bettstell mit Gelbe Sarchen 
Gardienen mit Blauen Z. gefüttert“ Kock, 
Schwansen 5 S. 312. 
Zingel „Einfriedigung“ s. Singel IV, 494. 
Zink l(dsirag) n. a) das Metall wie im 
Hoohd. b) „Senknetz mit Bügel zum Aal 
fang“ Eid. Vgl. Sink 1 IV, 495. c) in der 
Tischlersprache: Zinken m. plur. „schmale 
auf Hirnholz nach einer Seite verbreiterte, 
vorragende Teile einer Holzplatte, die diese 
durch Hineinschieben in entsprechende 
Lücken mit einer anderen Holzplatte ver 
binden“ Nd. Jb. 1, 87. Dazu zinken sw. v. 
„Zinken machen“, „zwei Holzplatten mittels 
Zinken verbinden“. 
Zinkzeuk (dsi-ngdsoig) f. „Schaukel“ s. 
Sinksank IV, 494. 
Zinn vielfach für Tina 1 V, 66. — Zinn- 
kruut n. „Schachtelhalm“, equisetum hie 
male, zum Blankscheuern des Zinns ge 
braucht (Schw.); s. Tinnkruut V, 66. 
zinsein (dsinzjn) sw. v. „weinen“ Lbg. 
(abst.); s. sinseln IV, 497. 
Zinsen tritt immer mehr an die Stelle 
des nd. Tinsen (s. V, 67 f.). Z. fahren Nackt 
un Dag Ang. Z. waken, wenn wi slapen 
Sschl. 1857. he will sik sien Z. afhalen 
(vom Bettler) Storm. Pbg. Itz. Ang, Dazu 
Zinsemann m. „Bettler“ Wm. 
zipp (dsib) Interjektion, de kann knapp 
z. seggen (so ziert sie sich) Wm. — Adj. 
„zimperlich“, „prüde“, s. sipp IV, 497; vgl. 
zipperig, Zippliese, zimperlich. 
Zipp (dsib) f. „weibliches Tier“ (bas. Ka 
ninchen), s. Sipp IV, 497. — Zsstzg. Zipp- 
lamm n. „weibliches Lamm“, „das junge 
Schaf bis zur ersten Einwinterung“; vgl. 
Sipplamm IV, 497. 
Zippel (dsib\), Ziepel, Ziepoll Lbg. 
Schw., plur. Z—en, Ziepellen Lbg. m. u. f. 
„Zwiebel“; s. Sibbel IV, 481. he sii.kt ut as ’n 
aflickten Z. „bleich“, „verlebt“ Wm. he is in 
’t Saat schaten as en ool Z. „zu lang geraten“ 
Holst. 1840. Groth 2,157: blau anfrarn as en 
Z. — en lütten Z. „ein kleiner Trumpf“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 388). — Zsstzgen: Z i p - 
pel-appel m. „Zwiebelapfel“ Wm.' 
— stipp f. „Zwiebelsauce“. 
zippein (dsibln) sw. v. „weinen“; s. sib- 
beln IV, 481. of du zippeist oder schittst, 
is mi gliekvgl „ich kehre mich nicht an dein 
Weinen“ Holst. 1800 (Sch. 3, 149). Zwei 
spänner: z. un jaulen. Dazu Zippel- 
t r i e n f. „weinerliches Frauenzimmer“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 281) Wm. Storm.; dafür 
auch Trienzippelsch V, 167. 
zipperig (dsi-bari) adj. „zimperlich“, 
„prüde“ Storm., s. zipp. 
Zippliese f. „zimperliches Mädchen“ 
Ranz., s. zipp. 
Zippzappzeut f. „die aus einem Weiden 
zweig hergestellte Flöte“; s. Zappsüt und
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.