Full text: (Fünfter Band)

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Zeeg — Ziechling 
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fragt: „Was ist das für ein Tier?“ Die Kin 
der antworten sämtlich: „Eine Sfge, Herr 
Pastor“. Der Pastor wird ungehalten und 
will dem Lehrer einen Verweis geben; der 
aber unterbricht ihn mit den Worten: 
„Wahr un wahrafti, Herr Paster, dat is ’n 
Zgg; wi hehbt gorkeen Buck in ’t Dörp. — 
Gott lett de Z. den Stgrt nich länger wassen, 
as se em brühen kann FL. he hett dat in 
sik as de Z—en. he säht ut, as wenn he mit 
de Z—en dörch de Röp frgten hett FL.; s. 
Röp IV, 171. wat euer hett, dat hett he, sä 
de Snieder un leet de Z. ut ’n Koben Holst. 
1840. Z—en sünd ok to bruken; se frgt dat 
Kruut un schiet de Bohnen Holst. 1840. 
en ole Z. fritt ggrn mal ’n grön Blatt, dat 
wgr fghlt, sä Hans, do harr he de Z. den 
Bart afsnieden wullt un harr fr ’n Hals af- 
sngden (Plattd. Husfr. 4, 32). de grst ’n 
Zegen (so!) hett, kriggt ok ’n Buck Neum. 
Vgl. Himmel-zgg „Bekassine“ s. H, 804. Ge 
gen Verstopfung läßt man die Ziegen von 
der Rinde junger Eschenzweige fressen; 
andere Mittel s. IV, 453 u. Heim. 37, 134. — 
Zsstzgen: Zfgenbuckm. „Ziegenbock“, s. 
Segenbock IV, 453. Einen Z. dm Stall halten 
schützt das Vieh vor Verkalken (Ang.). Beim 
Spielen um Gewinne wird von den Kindern 
zum „Behexen“ des Gegners der Spruch ge 
braucht: kritz kratz Z., de Düwel de sitt 
achterup (sitt dor haben up) Holst. 1840; 
auch wer beim Spiel in Verlust ist, wendet 
ihn an, indem er dabei mdt den Fingern auf 
dem Tisch kratzt; das soll Glück bedeuten 
(Sh.). — farnm. „Wurmfarn“, Polystichum 
Filix mas (Lbg.). — h 9 r n Name einer 
Kate im Dorf Sarau i(Sgbg.). —jitt f. 
»weibliche Ziege“, he meckert as ’n Z. Dtm. 
■— k r u u t n. „Schleierblume“ Storm. 
— stall, — titten s. IV, 454. 
Zeg (dsgx) „Ziege“ e. Zeeg. 
zeitlich adj. „vergänglich“, de Book is 
man z. „abgetragen“ Holst. 1800 i(Sch. 4,381). 
Meistens wie seitlich (IV, 466) „mäßig“, 
„kümmerlich“, „schlecht“, dat Kgm steit 
heel z. FL. Itz. Wm. dat Wgder is man z. 
Dtm. 1813 .(CI. Harms), dat Bien is dor man 
z. Holst. 1800 (Sch. 4, 382) Altona Pbg. em 
Seit dat man z. „er kränkelt“ Wm. Itz. Neum. 
Storm. dat is man wat z. „damit ist nicht 
viel los“ Neum. Vgl. Groth 2, 272: mit 
Lghrn weer ’t z. man bestellt. 2, 63: mit de 
schrieben Schrift weer ’t man z. „mittel 
mäßig“. 
Zeitung verdrängt immer mehr die älte 
ren Ausdrücke; vgl. Affisen I, 65; Avisen 
I. 188; Blatt I, 375; Tieden V, 57. Groth 
1, 59: en Zeitung, de de Wahrheit seggt. 
Zelänner, Zelinner „Schrank“ s. See- 
länner IV, 450. 
Zement s. Sement IV, 471. hier wackelt 
de Wand, hier mutt Z. her Neum. 
Zenower m. „Zinnober“. Bliewitt un Z. 
dat maakt den Maler power; s. Bliewitt 
I, 386. 
Zentner s. Sentner IV, 474. 
Zentrum-bolir f. „Zentrumbohrer“, Tisch 
lerwerkzeug. Vgl. Nd. Jb. 1, 75. 
Zeppelin Abweisung oder Warnung: laat 
di man ni vun Z. gwerfghren Eckf. Kiel. 
Zepter s. Septer IV, 474. Vgl. Groth 
1, 141. 
Zettel, Z e d d e 1 m. s. Settel 2 TV, 476. 
Groth 1, 76 de Schooljungs harrn de Z—s 
schrgben. Früher auch bes. „Banknote“, 
„Kassenanweisung“ Wm. 
zetteln sw. v. „stehlen“ Kiel (veralt.). 
zettern (dsedan) sw. v. „zetern“ Nordstr. 
Zettlösch (dse-dlos) und Zettlöschen 
fdse-dlösr}), Zett-lös Stap., —■ losch 
Eid., Zettel-rösch Kh. f. „Narzisse“, 
Nareissus pseudonarcissus oder poeticus; s. 
Settlöschen IV, 479; gewöhnlicher lautet 
der erste Teil Zitt-, s. Zittlösch. 
Zeuker (dsoiga) f. „Schaukel“ Ranz., s. 
Seuker IV, 479. zeukern sw.v. „schau 
keln“ das. 
Zewwer (dseva) m. „Maikäfer“ Sgbg. Oh. 
Dw. Schw., s. Sebber IV, 444. 
Zibürken „Kammer“ s. Sibürken IV, 481. 
Zichuurn (dsixü-an), Ziguurn, Zi- 
0 h o r i (dsixg-ri) f. „Zichorie“, „Wegwarte“, 
Cichorium intybus; s. Siohori IV, 481. Ueber 
Zichorienbau s. Nd. Jb. 84, 112 <Ndtm.). 
Aberglaube: Gegen Gelbsucht hilft es, wenn 
man vor Sonnenaufgang eine Wegwarte 
ausgräbt, ohne die Wurzel zu beschädigen, 
dann in das entstandene Loch sein Wasser 
läßt, die Pflanze wieder einsetzt und die 
Erde festdrückt; mit dem Harn vergeht die 
Krankheit (Heim. 19, 208). — Zsstzg. Z i - 
ohuurn-koffi m. „Zichorienkaffee“. 
Zick 1 „Langeiisen am Pflug“ s. Sick 1 
IV, 483. 
Zick 2 (dsig) f. „Ziege“ Storm. Oh. — Zs- 
stzg. Zick-lamm „junge Ziege“ Oh. 
Zick 3 (dsig) f. „Singdrossel“, Turdus mu- 
sicus (Mh.). 
zickendüster vereinz. für stickendüster 
i(IV, 844 f.) Dtm. 
Zicklamm „junge Ziege“ s. Zick 2 , 
Ziechling (dsvxlimg), Ziekling, 
S i e g 1 i n g (IV, 488) m. „flaches, dickes 
Blech aus Stahl zum Nachziehen beim Ho 
beln“, Tischlersprache; wohl Verkleine 
rungsform zu Sick 1 „Sech“, im Volbsmund
	        
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