Full text: (Fünfter Band)

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Wüpp — wüterig 
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Dtm. oal Luxsohe wüppt de Knoern „hebt 
die Füße“ Ndtm. 1865. dat gifft Rggen, de 
Winnwarfs („Maulwürfe“) wüppt up „wer 
fen auf“ Eckf. Beim K lieschspiel heißt eine 
Tour Wüppen Oldbg. Vgl. op-wüppen III, 
900; rut- IV, 215. Imperativische Bildung: 
Wüpp-op m. „Maulwurf“ im Rätsel: 
Hüppop un W. lepen beid lank en Stück op 
(s. o. und Hüppop II, 971). he hett ’n W. in ’t 
Genick „hat einen Höcker“ (Moderspr. 9, 91). 
— Zsstzgen: Wüpp-spill n. Name für 
das Kipselspiel (vgl. III, 122) Oh. — s t g r t 
m. Bezeichnung für einen unruhigen Men 
schen, der nie ruhig sitzt. Ida W. sitt up ’n 
Fürhgrd, kaakt Swienschiet to de Hochtied 
Pbg. Name für die „Bachstelze“ Dtm. 
Hohn; s. Ackermann 1 I, 41. Vereinzelt: 
„Kapuzinerkresse“ Pellw., s. Aohterhacken 
I, 31. Bastlösereim: Hüppstqrt, W., Stuten 
in ’e Bottermelk, laat good afgahn, dat ’t 
keen Schaden deit Sgbg. 1860. Dazu vereine, 
wüppetprten sw. v. „wie ein W. herum 
springen“, auch übertragen von einem Men 
schen, der stets neue Pläne vorhat. 
— stock m. „Stock beim Kipselspiel“ Ranz. 
— wapp f. „Schaukel“ (Bretfcschaukel). 
Wüpp 2 (vyb) f. „Kornähre“, bes. „Hafer 
rispe“ s. Wopp, Wupp. 
Wüppel (vybl) f. Bezeichnung für eine 
morsche Eisdecke oder lose Eisschollen, auf 
denen man schaukeln (wüppen) kann Wm. 
•— wüppeln (vyb\n) sw. v. „schwanken“, 
„beben“, „wippen“, wenn du düchti Eier 
in ’n Mqbüdel hesst, denn wüppelt ihe Dtm. 
wenn ’n gwer ’n Dgpel läppt, denn wüppelt 
dat (s. I, 788). „auf einem Wüppel-brett 
(s. d.) schaukeln“ Fehm. wüppel doch ni 
ümmer so mit ’n Stohl „wipp nicht immer 
mit dem Stuhl“ Ang. Sohw. Rätsel von der 
Brunnenstange: grst wüppelt he, wenn he 
rutkummt, denn drüppelt he Sh. — Zsstz 
gen Wüppel-brett n. „Brettschaukel“. 
— spiel (Kk.) u. — s t g d (Hohn) f. „sump 
fige Stelle, die beim Betreten auf und ab 
schwankt“. — s w a n z m. „Bachstelze“ Sdtm. 
Wüpper i(vybci) m. „Weidenflöte“ Sgbg. 
Neum. Plön; s. Hüpper 3 II, 972. 
wüppern (vybcin) sw. v. „auf und ab be 
wegen“, „hin und her wippen“ Sgbg. Storm. 
Wm. mußt ni ümmer so mit dat Knee w. Be 
zeichnung für den dritten Gang des Kipsel- 
spiels (Lütjbg.); s. Heim. 8, 191. — Dazu 
W üpper (vyba) u. Wübbert (vybad) m. 
«der kleine Stock beim Kipseispiel“ Lütj.bg. 
— Zsstzg. Wüpper-born m. „quelliger 
Boden, der beim Betreten -schwankt“ Lbg. 
Wüps (vybs) Oh. Neum. Dtm., Wöps 
(vobs) Kh. Neum. Bornh. Lütjbg., vereinz. 
Wips (vibs) t. „Wespe“, mi hett ’n W. 
stgken. hesst du Wüpsen in ’e Büx? fragt 
man den, der immer unruhig auf seinem 
Stuhl hin und her rutscht -(FL.), seit di 
op ’n Mgrs, denn kruupt di dar keen Wüp 
sen rin. 
Würd 1 (vyad) f. plur. zu Wurf (s. d.) 
Dtm. 1820 (CI. Harm») in den Flurnamen 
Wühr („früherer Dorfplatz“, s. Kock, 
Schwansen 2 S. 71) und Wühren (Oldbg. 
Fehm.). — Zsstzg. Würd-setel m.„Wurt- 
sasse“, „Besitzer einer kleinen Landstelle“ 
Hohenw. 1620 (Heim. 37, 67); s. Wurtsetlel 
bei Wurt. 
Würd 2 (vyad), nur im Plur. Würden 
(vyadsn mit sehr schwach gesprochenem d) 
f. „Würde“, „Wert“, dat hett all sien Wür 
den „das hat alles seine Bedeutung“ Westen 
see. he hett mghr för de Kaat baden, as se 
an Würden is „wert ist“ Sgbg. he heit den 
ollen Schrank in Werden „hält ihn in 
Ehren“ FL. se sünd werr in gr Wgrden 
„in ihrem alten Glanz“ Oh. de Appelhof 
sohull in sien Würden blieben (J. Mähl). — 
Groth 2, 132 hat ein Substantiv W ü r d i 
(vyndv) f. „Würde“, das wohl nicht volks 
tümlich ist: Wgrt un Würdi (Ton auf dem 
i!) geit to Grunn. Ebenso 3,112: so brocht ’t 
vun ölen Tieden her de Handel mit sik un 
de Würdi vun ’t Geschäft. — Dazu wür 
dig (vyadi) adj., in der hochd. Bedeutung 
nicht volkstümlich (en Gesicht, so Mied un 
würdi Groth 1, 148). Früher zuweilen in der 
Bdtg. „nahrhaft“, „ergiebig“ gebraucht: wür 
dig Veeh „gutes, viel wiegendes Vieh“ Mar 
schen 1800 (Sch. 4, 380). würdig Fleesch 
„nahrhaftes Fleisch“ Wm. w. Land „er 
giebiges Land“ Wm. 
Würk (vyag) f. „das Wirken“, „Arbeit“. 
de dgre Jack, dor heff ik mien W. in „die 
Jacke ist schön weit, sodaß ich darin or 
dentlich arbeiten kann“, in den Hoff heff ik 
mien W. „in dem Garten gibt es genug Ar 
beit für mich“, de Lehrer hett in de Fe 
rien sien W. „in den Ferien kann er sich 
ausarbeiten“. Alles aus Sdtm. 
würkli (vyagli) adv. „wirklich“, hebbt de 
Stgweln w. 10 Mark kost? Nicht recht volks 
tümlich; dafür meist waraftig (V, 526). 
W ürm (vyam) plur. von Worm. de ol lütt 
W. „die armen kleinen Kinder“ 'Schw.; s. 
Worm. 
Würst, WürSS (vys) plur. zu Wuss 
„Wurst“ (s. d.). 
wüschern (vysan) und wüschen (vysn) 
sw. v. „zittern“, „beben“ de ganse Barg 
wüscher davon Ssohl. 1857. Meist „schau 
keln“. de Lütt wüschert sik sülben Sgbg. 
1860 Rdsbg. Hohn Hü. Hollingstedt (Sschl.). 
wüterig (vydari) u. wütig (vydi) adj. 
„wütend“, „zornig“, he is rein wüterig. he 
is wütig as en stöten Bull.
	        
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