Full text: (Fünfter Band)

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Wülkschen — wüllen 
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Groth 2,47. Vereinz. mit Artikel: de wülk 
„einige“ Westensee. de wUlken — de wülken 
„einige — andere“ Weber, Gedichte S. 92 
(1861). — Zsstzg. wülk-een „wer“, w. is 
dar? „wer ist da?“, he dee mi seggen, w. et 
wgr Hollingstedt 1857; s. wokeen. 
Wülkschen (vylgsy.) n. „Wölkchen“ Boy- 
aen v. Nienkarken S. 157; s. Wulk. 
wüll (vgl) pron. „wer?“ w. is dar? Hohn, 
„jemand“, dar kett w. an ’e Dör klopp Hohn. 
Vgl. wol, wull. 
wüllen (vyln), vereinz. wplen (vgln) 
Holst. 1800 s(Sch. 4,362) und wollen (voln) 
Börmerkoog unregelm. Vbm. „wollen“. Die 
Formen zeigen schon im Mnd. sehr verschie 
dene Gestalt; es überwiegen aber noch 
durchaus die Formen mit i und e in der 
Stammsilbe: willen und wellen; im heutigen 
Plattdeutsch sind sie in weitem Umfang 
durch die Formen mit u und ü ersetzt; i- 
Formen finden sich außer in der 1. u. 3. 
sing. präs. besonders in der 2. sing. präs. 
wisst (unter hochdeutschem Einfluß neben 
wult mit schwankendem Gebrauch in der 
selben Gegend, ja bei denselben Personen) 
und im plur. präs. willn namentl. in Wschl. 
Hus. Ang. Präs, ik und he will (vil), well 
(vel) Dtm., in der Inversion oft verkürzt zu 
wi ’k und we ’k (dat wi ’k di seggen), selte 
ner wüll (vyl) Hohn Ang.; du wullt (vuld), 
in der Fragestellung oft zusammengezogen 
zu wud (wuddu mitfwud wat? „willst du 
etwas?“), du wisst (e. o.), vereinzelt du wilt 
(inid) Wschl.; plur. wi und se wullt (vyld), 
in der Fragestellung wüwwi (vyvi), und 
wi wülln (vyln), willn (viln) Wschl. Hus. 
Ang., wollt Oh., wgt (vgd) Eid. Dtm., 
dies in der Fragestellung oft zusammen 
gezogen zu wi)wi (vyvi), in der Geg. 
von Flensb. wörn (wörn wi gr nich mal 
besähen? „wollen wir sie nicht mal be 
suchen?); ji wällt (vyld), wollt (vold), willt 
(vild) Eid., willn (viln) Hus. (vgl. Storm, 
Ges. W. 7, 49: wo willn jüm hen?}, wijt, dies 
in der Fragestellung zusammengezogen zu 
wi) (vij) Dtm. Eid. (wi) ji mit?). — Prät. ik 
und he wüll (vul), woll (vol) Wschl.; du 
wullst (vuls), meist verkürzt zu wuss (vus); 
wi wülln (vüln). Part, wullt (vuld). — he 
seggt, wat he will, un deit, wat he will, vom 
Eigensinnigen, ik bün ni egen un ni bucksch 
(nücksch), awer wat ik ni will, dat wUl(doo) 
ik ni. wat he will, dat will he. dat een, dat 
man will, dat anner, dat man mutt, ik doo, 
wat ik will, un ik maak, wat ik mag. kumm 
hgr (ran), wenn wat wullt. wenn mi wat 
wullt, mußt $hr opstahn. meenst, dat he de 
Dgm wat will? „glaubst du, daß er sich um 
das Mädchen bemüht?“. Auf die Äußerung: 
dat will ik awers erhalten Kinder die Ant 
wort: dien Will sitt in ’n Tuun und ähnl.; 
s. Will, ik wüll ja lewer ik weet ni wat. ik 
will wull wqten, wat ik will, wenn ik mien 
Kinner groot heff (großprahlerische Redens 
art) Oh. de April deit wat he will, wat will 
dat Wgder? „wie wird ’s Wetter?“ de Win 
ter will uns wat „der Winter ist strenge“ 
FL. Ländliche Werbung: wenn du so wuss, 
as ik wol wtill; na, wat wuss du denn? denn 
smeten wi uns Plünn tosaam. will he mi 
nich in Smutz, will ik em niöh in Putz 
Rdsbg. wi kg nt nich doon, wat wi wullt, wi 
mgt doon, wat wi kijnt. kunn jeder doon, 
wat he wüll, so much de Düwel Herr sien. 
wenn se all een hebbt, well ik ok een heb- 
ben, seggt de Vuss un sloog mit ’n Stiert 
gegen ’n Bgrboom Ndtm. du biist di ok ’n 
bgten schön verrückt, wüll ik di man seggen 
„das laß dir nur gesagt sein“ Hohn. Wort 
spiel zwischen wuss und Wuss: wenn du in 
kamen wuss, wenn du Wuss hebben wuss, 
hier wgr noch Wuss, wenn du Wuss hebben 
wuss Ang. Vgl. Wuss. Glück will Tied heb 
ben Dw. Oft mit futurischem Sinn: ik will 
di wull mal wedder drapen „ich werde es 
dir noch mal heimzahlen“ Börmerkoog. den 
wullt se noch Been müken „den werden sie 
auch noch auf den Trab bringen“, de Jung 
wüll en Driewer warm entwickelte sich zu 
einem Strick“, dat will he wull west hebben 
„das wird er wohl gewesen sein“, de Saak 
will woll so wgn „es wird wohl so sein“. Zu 
weilen füllend: na, will’t smeoken „schmeckt 
es?“; na, will’t all hölpen „schafft es schon 
mit der Arbeit?“ In der Bedeutung von 
„sollen“: wo wull dee wul hübsch wgsen 
„was sollte die wohl hübsch sein!“ Oh. (Wis- 
ser). se fraagt em, wat he uk tmngeri is. Ja, 
wat wüll ’k ne? seggt Hans (das.), wat wull 
ik dat nich verstehn „weshalb sollte ich das 
nicht verstehen“ Holst. 1756. Mit erspartem 
Infinitiv: wgr de Tuun am siedsten is, willn 
se all ijwer Ang. de Been wiillt ni mehr so 
recht „werden schwach“, de Been wällt 
man ni jümmer as de Kopp Groth 1,67. Mit 
Präposition: ik wilt di bald bi freies Leben 
(Zusatz: wenn du de Wuss nich magst) „ich 
werde dich schon zu zügeln wissen“, ik will 
di bald bi anners man nix „ich verbitte mir 
die Antwort: anners man nix“, ik will ju 
bald bi kleiner Erdenwurm „ich werde euch 
•schon zeigen, was der kleine Erdenwurm 
kann“ Oh. (Heim. 14,92). ik will di bi smö- 
ken „untersteh dich und rauche“, wo wullt 
du denn op af „wohin willst du denn?“. 
wüllen 2 (vyln) adj. „aus Wolle“, „wollen“. 
dat is rein w. „das ist reinwollen“ Wh. 
Meist dafür wüllen (e. d.).
	        
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