Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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Weck — Weg 
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w. „hat eine zu weiche Natur“; vgl. week 
lich. — Substantiviert: dat Wecke (Weekes 
Pellw.); s. Kladdje III, 132. — Ableitung: 
de Week f. mnd. weke „Ort oder Vorrich 
tung zum Erweichen eines Dinges“. Von 
Nüssen heißt es: St. Margreet stickt se in 
de Week „Regen am Margareten tag (13. 
Juli) verdirbt die Nüsse“ FL.; vgl. III, 570. 
in de W. leggen „zum Aufweichen in einen 
Bottich legen“, z. B. Gerste zum Keimen 
oder Erbsen zum Kochen, du mußt de Kopp 
mal düchtig in de W. leggen eigentl. „ein- 
weichen“, dann: „du mußt einmal ernsthaft 
nachdenken“ Schw.; so schon in einem 
Hochz.-Ged. vom Jahre 1730 (Nd. Jb. 53, 
117): ick müst mynen Kopp eerst in de 
Weecke leggen. in de W. setten „vergeu 
den“, „aufs Spiel setzen“, „wagen“ Ang. 
Zur Bildung des Wortes vgl. Bleek I, 379; 
s. auch in- II, 1012, op-weken III, 900. — 
Zsstzgen und Ableitungen: 
Week-bütt f. „Bottich zum Einweichen 
von Leder, Weidenruten (s. W$d 2 ) usw.“ 
week-hartig (ve-ghädi) Holst. 1840 (vgl. 
Groth 1, 31: w. fraag de Fm em), —haarig 
(gegen em wgr he gans tamm um w. Groth 
3, 25) adj. „weichherzig“, „gutherzig“, „mit 
leidig“ „weich“. Von unserer Muttersprache 
sagt Diermissen im Vorwort zum „Strohot“ 
(1847), sie sei nicht zipp (IV, 497), aber w. 
kann se sien. Vgl. week, weeklich. 
Week-holt n. „Weichholz“, „niedriger 
Waldbestand von Erlen und anderen wei 
chen Holzarten“ Schw. Ang. 
week-leidig, w e i k - (Lbg. 1880) adj. 
„weich“, „gerührt“. In Anlehnung an „weh 
leidig“ gebildet, aber wohl ohne den herab 
setzenden Nebensinn. Vgl. weeklich. 
weeklich (ve-gli) adj. „weichlich“. Oft 
auch mit veränderter Bdtg. (ohne den her 
absetzenden Nebensinn) = weekhartig 
(s. d.). de Fm is so w. „gutherzig“, „mitlei 
dig“ Dtm.; vgl. Groth 1, 42 (liedsam un w.), 
dagegen 1, 162 (so w., so bleekltich) wohl 
von zarter Hautfarbe. CI. Harms nennt 1813 
seine Zeit eine w—e Tied. 
week-mödig (ve-gmodi) adj. = -hartig 
(s.d.). 
Weel s. Wehl u. Wgl. 
Ween- s. bei wenen. 
weert, W e e r t s. wgrt, Wgrt. 
Wees (ves) und Wes (v$s) f. „Speiseröhre 
(beim geschlachteten Schwein und Rind)“ 
Ndtm. Eid. Hü. Dw. Schw. fries. Wees 
(Sylt), Wias (Föhr Amrum) „Speiseröhre“, 
ags. wcesend, engl, weasand „Luftröhre“. 
Drohung: ik riet di de W. ut! Eckf. Vgl. 
Slgk 1 IV, 561. Die Kinder pusten die W. 
auf und pressen die Luft heraus, sodaß ein 
Knall entsteht; vgl. Knackblaas III, 197; 
Pabbelblaas HI, 949. In Rdsbg. heißt W. 
auch das Darmende, das beim Schlachtfest 
an die Knaben gegeben wird zum Aufpusten 
und Knallen; in Wm. auch der dicke Darm 
des Rindes zum Mettwurststopfen. 
Wees-boom s. Wgsboom. 
Weest (v(s) f. „Gewohnheit“. Nur in der 
Ra.: all Kummer is en W. „jeder Kummer 
wird Gewohnheit“ Eid. 1840; vgl. Wenst 
bei wennen. 
Weet „Weizen“ s. Weten. 
Weewümpel (ve-vymbl) f. „Wippe“, 
„Schaukel“ Dreisdorf (Nordfr.); vgl. wüm- 
peln u. Husch II, 974 o. 
Wef- (Zsstzgen* bes. Wpfatohl) s. bei 
wgben. 
Weg „Wiege“ s. Weeg. 
Weg „Weidenrute“ s. Wgd*. 
Weg (vex), Wig (vix), plur. Wpg (vi)x) 
m. „Weg“. Synonyme: S traut IV, 876, 
Schossee IV, 377, Stieg IV, 848, Padd III, 
950, Damm I, 670* Drift 4 I, 863, Ack I, 38, 
Gang 2 H, 299, Redder IV, 55; s. auch Fahr 
weg II, 206 o., Feldweg II, 51. Flektierte 
Formen kommen noch oft vor, bes. in prä- 
positionalen Vbdgen und in Zsstzgen: io 
Wgg (tovf-x, tov§(r) und to Wggs (tov(Q-s) 
s. u.; bi Wgfgflank (I, 366); in ’n und ut ’n 
W$gen (s. u.); ener-, anner-, aller-wegen 
(I, 1000. 137. 106; vgl. Neok. 1, 538: keines 
wggens); he wannert siener Wggen Groth 
1,108; de Stqweln sünd (dat Brood is, he is) 
op Wg-gs Enn „am Rande“, „entzwei“, „auf- 
gezehrt“, „am Ende seiner Kraft“; vgl. 
I, 1065 f.; III, 852 f. Oh.; half- II, 582, 
merrwggs HI, 632; s. noch wggen 1 und 
weg. — dat is de W. to ’m Door henwt von 
Verschwendern. Holst. 1800 (Schi 4, 354). 
goden W. in de Krümm is moh üm s. III, 
350. wenn dor de W. na Hamborg güng, 
bleef keen Katt un Hund to Hum (wenn 
beim Essen gekrümelt wird FL.), een 
Mansch geiht eenen W. Holst. 1840. he 
geiht ok (he ris) nioh de W., de man meent 
„er ist nicht aufrichtig“ Ang. he rudert de 
ene W. un kiekt na de anner Wschl. s. IV, 
144. den W. mijt wi all mal gähn (scherzh. 
Zusatz: sä dat ol Wief, do trock de Slachter 
de Koh ut ’n Stall oder de Sahinner de ool 
Krack ut ’n Stall) „alle Menschen müssen 
sterben“, denn mutt dat eenen W. to (an) 
„dann muß es gehen, wie es will“ Wm. ik kann 
mien egen W. ok alleen finnen „ich bedarf 
deines Rates nicht“, du büst woll bang, dat 
di de Hund den W. opfritt s. I, 226 o. gab 
lank den groten W., denn sleit di keen 
Busch in de Ogen s. I, 590 u. em hgrt de 
gans W. to oder he hett den gansen W. för
	        

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