Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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Weder — week 
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Weder s. Wedder. 
Weed s. Wgd 1 u. 2 . 
Weeg (vex), vereinz. Weig, plur. W—en 
f. „Wiege“; vgl. Deidei I, 707, Eia I, 1026, 
Humpelrapumpel II, 927, Repumpel IV, 86, 
Wiwi, Kredel (Oh.), man schall de W. mich 
köpen, fhr dait Kind maakt is Holst. 1840. 
du büst hellschen klook, kannst an de W. 
sehn, wenn ’t Kind schiefen (pissen un a-a- 
doon) will vom Überklugen (vgl. Sch. 4, 348). 
so imschiillig as dat Kind in de W. oft 
spöttisch, dat is ern in ’e W. ni (vör)sungen, 
dat em dat noch mal so gähn schull; vgl. 
I, 784 Mitte. Rätsel mit der Auflösung 
„Wiege“ s. wimmtM. Anderes s. bei El 
I, 1033 Mitte, Elefant I, 1036. — Auch Be 
zeichn. für den letzten Rest in der Bier 
oder Schnapsf lasche: he kriggt de W.; vgl. 
u. bei Aberglaube. — W. als Auflösung im 
Rätsel s. Be ff hl I, 272. — Wiegenlied: 
hüssebüssen! (wohl Ausruf des Antrei- 
Sens, vgl. hiss II, 814), dat grst Jahr twee, 
dat armer Jahr noch en Paar, so geiht de 
W. ümmerdgr, hüssebüssen! Holst. 1840. 
Anderes s. bei Eia I, 1027 ff. — Aberglaube: 
wenn Kinner in de W. lachen, spflen de En 
geln damit Schlesw. 1850. Wenn man die 
leere Wiege wiegt, wird das Kind unruhig 
(Schw.), oder: wirdes schreien (Dtm. Stap.), 
oder: bekommt es Leibweh (Holst. 1840). 
Spricht man mit dem Kind, während man 
am Kopfende der W. steht, so wird es schie 
len (FL.), dat gifft ’n W. in ’t Huus, wenn 
beim Wringen das Zeug sich in der Mitte 
zu einem Kranz oder Bogen dreht (Oh.); 
wenn man das Letzte aus einer Flasche (de 
Weeg s. o.) eingeschenkt bekommt, daher 
auch: de Neeg („Neige“) bedüdt ’n W. 
Elmsh. oder ähnl. (s. Neeg III, 768). Ande 
res s. bei Niejahrsabend III, 796, Natel 
III, 756. — Sagen von „goldenen Wiegen“ 
(vgl. Groth 1, 132) sind noch heute recht 
verbreitet; s. außer Mhff. 2 Nr. 543 und der 
Anm. dazu auf S. 548 noch Heim. 32, 3o; 
Nd. Kbl. 37, 23; Jessen u. Kock, Heimat 
buch Eckf., S. 192. — Zsstzgen: Wegen- 
f o o t m. „Wiegenfuß“. 1. plur. —föt, Be 
zeichn. für die beiden „Kufen“, auf denen 
die Wiege schaukelt. Holst. 1870. Innien; 
vgl. —trauten. — 2. Gestell, auf das die 
Wiege gestellt wird, damit sie nicht Um 
schlägen kann (Schw.). —geld n. „Wie- 
gengeld“, dass, wie Beddegeld (I, 326/27) 
Holst. 1800. Schlesw. 1850 (Kinner kijnt fr 
Ollem nich dat W. befahlen); vgl. Umhangs- 
Oeld V, 314 o. — 1 e e d n. „Wiegenlied“. 
• treuten f. pl. „Wiegenkufen“ Sdtm. 
a bst.; s. Trent V, 159; —foot 1. — Ablei 
tung: wegen (veiö), vereinz. weigen 
(vain) sw. v. „wiegen“, „in der Wiege schau 
keln“. Auf die Frage „wat schall ik?“ er 
widert man wohl: Kinner w.! dat Kind 
hfgen un w. Holst. 1800 (s. H, 704 o.). bi 
de Brill w. s. I, 521 Mitte, dat schijlt 
kloke Kinner sien, de sik sülfst in ’n Slaap 
weegt Holst. 1840. de junge Welt is lustig, 
seggt de Buur, do weeg he ’n Kater, de 
sprüng em ümmer ut de Weeg FL. — Groth 
braucht das Wort auch von wiegender Be 
wegung: 1, 144 buten geit dat wille Haff; 
dar weegt dien Vader wull op un af; vgl. 
1, 98. 110. — Reime und Wiegenlieder s. 
eia Nr. 7 u. 8 (I, 1028). Ein altes Wiegen 
lied aus Fehm., das aber literarischen Ein 
fluß zeigt, lautet: Harten, mien Harten! 
Wfs nich bedräww! Gfw nd en Beuten. 
Heff di so leew! Harten, mien Harten, 
springe! mit mi: Ringeirans, Rosendans, 
Hoppsa dans wi. Schient haben an ’n llfwen 
de Maan un de Steerns, Riedt op de Fghlen 
de Kgrls hen na Deerns, Schgpermann driff 
döroh ’n Dgr mit sien Schaap: Harten wiedde- 
wieddewieddewie! Weeg mi in Slaap. Har 
ten wieddewieddewieddewie! Weeg mi in 
Slaap! Harten, mien Harten! Wfs man 
nich wreed! Weeg doch dien Kinnacken, 
sing uck dat Leed: Harten, mien Harten 
Eijawiewie! Schule mien Dideldammelpott! 
Schule bi mi! Kiek haben von ’n Hgwen in 
Finster de Maan, Mütt lang ’n Dörpen de 
Nachwächter gähn, Harten, mien Harten, 
denn dröm ik von di Un von dien seuten 
Eijawiewie! Un von din seuten Eijawiewie! 
— Zsstzg. :Weeg-mess n. „Wiegemesser“, 
Gerät, mit dem Fleisch „gewiegt“ (durch 
wiegenartige Bewegungen zerkleinert) wird. 
week (veg), vereinz. weik adj. „weich“. 
dat harr ik mi dacht, dat ’t Botter wgr, dat 
is vgl tau week scherzhafter Ausruf der 
Überraschung (Bomb.), so w. as Botter (as 
Sied Ang., vgl. Groth L 4). so w. as Sieb- 
ken (sibiji) sien Bgrn, de wgren braadt up ’n 
Boom; vgl. mgr III, 692. Androhung von 
Schlägen: de Rüggen schaltK di so w. warm 
as de Buulc Holst. 1840. Zweispänner: w. 
un wabblig (wabbelig) „unangenehm weich“, 
z. B. von mißratenem Brot. w. un wanni 
(s. d.). se sitt dor w. un warm „sie kann es 
dort wohl aushalten“, bes. von gesicherten 
wirtschaftlichen Verhältnissen; vgl. Groth 
1, 145. — w—e Eier „weichgekocht"; vgl. 
Sch. 1, 295 u. Stippei IV, 855 u. w. Grund 
in der Fischerei s. II, 500. w. Wedder „zu 
Niederschlägen neigend“; vgl. Sch. 4, 348 
und smiedig IV, 595 Mitte, ’n w—en Win 
ter „gelinde“, he gifft gr to dull de w—e 
Sied „von einem Mann, der seine Frau 
verzieht“ (Neust.). — Übertragen: se is to
	        
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