Full text: (Fünfter Band)

563 
Weddernaht — weder 
564 
Wedder-naht f. „starke Naht mit doppel 
ten, zweimal genähten Stichen“ Holst. 1800 
(Sch. 3, 130). 
wedder-nehmen st. v. „wiedernehmen“. 
Wenn jemand einen verschenkten Gegen 
stand zurückverlangt, so sagt man wohl: 
eenmai ggben un w. is ebenso guwd as twee- 
mal (teinmal) stahlen; vgl. Höllengrund 
n, 9i3. 
Wedder-part m. „Widerpart“. W. holen 
„Widerstand leisten“, „gegenetrömig (H, 
327) sein“; vgl. -spül, Gegenpart(ie) II, 
326; wedder 2 . Auch: he (dat) is mi en W. 
„unsympathisch“, „widerwärtig“ Flensb. 
Ang. 
Wedder-rist, - rüss m. „Widerrist beim 
Pferd“. W.-sohoner m. Teil des Pferdege 
schirrs. 
wedders adj. en w—en Jung „ein Junge, 
bei dem man „alle Wetter!“ sagt“, „Aller 
weltsjunge“ Wisser, Volksm. 2, 151 u. 318. 
Wedder-see f. dass, wie Kabbelsee III, 6 f. 
Ellerb. 
Wedder-sehn n. „Wiedersehn“, hen is 
hen un W. is ok en Troost tröstet man sich 
bei einem Verlust (Bredst.). 
wedder-slaan st. v. „wiederschlagen“, w. 
is nich verbaden; vgl. Sch. 4, 347. Ledder 
um Ledder, sieist du, ik slaa wedder (III, 
428 u.). 
wedder-snauen sw. v. „gegenbellen“, „Wi 
derpart halten" Holst. 1800 (Sch. 4, 139). 
Wedder-spalk m. „Streit", „Widersetz 
lichkeit“ Glückst. 1800 (Sch. 4, 163); s. 
Spalk IV, 720. 
wedder-spenstig, vereinz. — spen- 
slisch, —apönstig adj. „widerspen 
stig“, vgl. wedderlich, wedderspönig. Auch 
„schwer zu bearbeiten“, z. B. von sprödem 
Holz. 
Wedder-spill n. „Widerspiel“, „Wider 
part“; auch als Schelte für einen wider- 
strömigen Menschen (Pellw.) W.. holen 
„■widersprechen“ (in streitsüchtiger Ab 
sicht); vgl. —part. 
wedder-spönig (—sboni), — spönsch 
(—sböns) adj. „widerspenstig“ Schenef.; 
vgl. wedderlich. Zu Spoon 1 IV, 773. 
— spönstigs. —spenstig. 
wedder-spreken st. v. 1. wi sprqkt uns 
mal wedder! „ich zahle es dir mal heim!“ 
— 2. mit Ton auf sprühen: „widersprechen“; 
vgl. —part, —spiU. 
wedder-stahn (vedasdö-n) st. v. „wider 
stehn“. dat weddersteiht mi „das wider 
strebt mir“, „das ist mir unsympathisch“. 
— stand m. „Widerstand“. W. doon „Wi 
derstand leisten“. 
Wedder-stang f. „Wetterstange“, früher 
Bezeichn, für „Blitzableiter“. 
Wedder-stref (vedasdrg-f), — s t r 9 v e 
(Sch. 4, 210) m. „Widerstreben“, „Wider 
spenstigkeit“ Ggd. von Plbg. und Altona 
1800 (Sch. 4, 347); auch Schelte für einen 
Widerspenstigen (Sch. 4, 210). dat geiht 
dor jümmer in Stried un W. „in Zank und 
Streit“ Wm. (vgl. Sch. 4, 210). — Dazu: 
wedder-strpfsch adj. „widersetzlich“ 
Pbg. u. Altona 1800 (Sch. 4, 347). —strö- 
m i g adj. „gegenströmig“, „widerspenstig“ 
Schenef. — 19 f s c h Ndtm. 1860, — 19 g s e h 
(—tqxs) Holst, adj. „widerspenstig“. 
wedder-üm adv. „wiederum“, w. so 
(velgryrmö)! „danke gleichfalls!“, Erwide 
rung eines Grußes, bes. des Festtagsgrußes 
(Wm.), auch als höfliche Erwiderung beim 
Gesundheittrinken (Sch. 4, 347). 
Wedder-vagel m. „Brachvogel“ FL.; vgl. 
Braaikvagel I, 494 f. 
wedder-warig (ve-davgri) Holst. 1800 
(Sch. 4, 347) Sdtm. 1850, —wprtig Wm. 
adp „widerwärtig“, „widerspenstig“; vgl. 
wedderlich. — wennsch adj. „wetterwen 
disch“, „unbeständig“. 
Wedder-will m. „Widerwille“; auch 
Schelte für einen Widerspenstigen. — w 9 r 
n. plur. „Gegenworte“, „Widerrede“ he 
geef em W. Dw.; vgl. —part. 
Wede friesische Form des Götternamens 
„Wodan“ (s. Wood); vgl. Mhff. 2 Nr. 259. 
AVedel s. Weddel. 
Wedem(e) f. „Wittum“, mnd. wedeme zu 
wedemen „stiften", „ausstatten“, „dotieren“, 
„widmen“; insbesondere „Predigerwohnung“, 
„Pfarrhaus“. Vgl. Heim, 30, 90 (aus Wü 
ster): „zwischen der Wedem, dem heutigen 
Hauptpastorat, und dem Zingel“. Hohenw. 
1620: an der Wedem gebetert u. öfter. 
Heute wohl nirgends mehr gebräuchlich. 
Flurname: achter dem Wedemschlage (darin 
Pastorat- und Diakonat-Acker) Petersdorf 
(Fehm.) 1709. 
weden (vedn mit ganz schwach artiku 
liertem d, veen) sw. v. „jäten, „ausjäten“ 
Dtm. 1755 u. noch, Holst. 1800 (Sch. 2, 198. 
4, 344) Elbm. Storm. Sgbg. Pbg. FL.; mnd. 
weden u. weiden, ndl. mieden, alts. wiodön, 
ags. widen, engl, weed, zu alts. wiod, weod 
„Unkraut“. Daneben: weiden Ang., 
wegen Wm. Kk. Geg. v. Kiel, wöden 
Storm. Kh. FL. Prb., wöen (vöen) Mh., 
und häufig wüden (s. d.). Vgl. jüden 
II, 1066. — Dazu: Weed-iesen, W9d- 
i e s p n n. „meißelförmiges Gerät zum Aus 
jäten der Diesteln“ Has. Vgl. Diestelstgker 
I, 735. 
weder s. wedder 3 .
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.