Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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verwillern — verwunnern 
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geben“ werden sonst umschrieben; s. z. B. 
Draff I, 832, Swung TV, 1020 Mitte, Putt 
III, 1152 Mitte. — willern sw.v. „ver 
wildern“; auch übertragen: de Dgm is ver 
wittert „wild, toll geworden“ Schw. In der 
Wendung ik heff mi verwMitt(?) „verirrt“ 
Ang. Eid. 
Ver-wor (favga) m. „Verwirrung“, „Un 
ruhe“, „Unordnung“; nmd. vorwor; vgl. ver 
wert. he maakt vgl V. „Lärm“ Holst. 1800 
(Sch. 1, 99). wat ’n V.! Wschl. 1820. de 
Mann sitt in groot V. „ist in viele bedenk 
liche Geschäfte verwickelt“ Eid. 1800. da is 
groot V. nich bi „die Sache hat so viel nicht 
zu bedeuten“ Eid. 1800 (Sch. 4, 308); vgl. 
Bewgr I, 330 Mitte. — w 9 r e n adj. „ver 
wegen“, „verrückt“, da ’s ’n gans v. Kgrl 
Hus.; vgl. —wagen. — werden, — wjrn 
sw. v. refl. „sich mit Worten verteidigen“. 
he kann sik good v. „bleibt keine Antwort 
schuldig“, „ist nicht auf den Mund gefal 
len“ Sdtm. Storm. Lbg. Innien Neum. Schw. 
em is de Tung fastbackt, he weet sik nich 
to v. „kann kein Wort hervorbringen“ Storm. 
ver-wrenken sw. v. „verrenken“, den Foot 
v. Sschl. Wm. Ebenso — wricken Dtm. 
Neum. Storm. Lbg. FL. Kiel Hohn Dw. Ang., 
— wrickeln Wm. (vgl. Sch. 4, 378) sw.v. 
„verdrehen“, verrenken“; mnd. vorwricken. 
he hett (sik) den Foot (Finger) verwrickt. 
en verwrickelt Slott „ein verdrehtes (da 
durch schwer zu öffnendes) Schloß“ (Fehrs). 
— w u n n e n sw. v. „verwunden“. 
ver-wunnern sw.v. „verwundern“. —wun- 
n e r 1 i c h adj. „verwunderlich“; auch „nicht 
richtig“, he ward all ’n bgten v. — V e r - 
wunn(e)rung, —wunderung, —wun- 
n e r n f. „Verwunderung“, mnd. vorwunde- 
ringe. Zsstzg.: Verwunnerungsstohl 
m. bei Fehrs, Allerh. Slag Lüd 2,156: schasst 
nu ok nich mghr op ’n V. Sitten „ich will 
dich nicht länger in Ungewißheit lassen“. 
— Das früher sehr verbreitete „Verwunde 
rungslied“ ist als Ganzes nur noch wenig 
bekannt. Von den einzelnen Stücken, aus 
denen es besteht, haben sich manche, z. T. 
in andere Stücke eingeflochten, bis heute 
erhalten'. Die Reihenfolge der einzelnen 
Teile ist nicht fest. Gewöhnlich folgen auf 
das einleitende Stück zunächst die Stücke, 
in denen von den Tätigkeiten in Haus und 
Hof gesprochen wird (Buttern, Schüssel 
waschen, Fegen, Dreschen); diese kehren 
auch in fast allen Fassungen wieder. In 
30 (mehr oder weniger voneinander abwei 
chenden) Fassungen des Liedes finden sich 
folgende Stücke: a) Einleitung (in 15 Fassun 
gen fehlt sie): ik weet en Leed, wat kener 
(meist: niemand) weet, dat Ighr ik vun mien 
ool Margreet (vun de grote Greet oder dat 
Ighr mi ol Vadder Bock oder dat weet mien 
Broder Ott), dat schreef ik an de Planken 
un reis dormit na Franken oder se kreeg mi 
op de Tang un fghr mi na Wrang oder ik 
schull dat Pgrd den Toom andoon, ik seit 
mi dor wol op un reed dormit na Lübeck to 
oder ähnl. — Oft ist die Einleitung von 
andern Reimen (bes. Knieschaukelreimen) 
hergenommen, z. B. Vadder, treck Stgweln 
an, wi wollt na Rönnau (vgl. Hannemann 
II, 619) oder suck, suck, suck na Mahlen 
usw. (s. III, 686 Mitte) oder as ik ’n lütten 
Jung wgr usw. (s. I, 989 Mitte) oder ik wgr 
ok mal na Rosendal, na R. to Kost (vgl. 
IV, 145 Mitte u. III, 284 u.) oder ool 
Mann wvM rieden usw. (s. IV, 95 u.); 
s. noch Fastelabend II, 31 f.; Rummelpott 
b und f (IV, 191 u. 193). — b) Überleitung: 
un as ik hin na Franken {Lübeck, in dat 
Friehuus) keem, müßt ik mien egen Wunner 
(Verwunnern) sehn {kreeg ik ’n grote Wun 
ner to sehn) oder as ik na Rönnau {Rosen 
dal, Franken) keem {as se op de Mi)hl 
kernen), do wgr dor nüms to Hwus as de 
Katt un Muus (Fleddermnms oder as de 
lütte Tiepehgn, de seet un weeg dat Kind). 
— Wenn a fehlt dient b auch als Einlei 
tung: as ik ut to frien ging, seeg ik dor en 
Wunnerding (begegen mi en wunnerlich 
Ding) oder as ik mal na Fehmern gung, dor 
seh ik mit Verwunnerung oder ik wgr en- 
mal in Frankerich, dor wgr keen anner in 
as en kdene Tiepehöhn, de seet un wegen 
(„wiegte“) dat Kind. — c) de Fleddermults 
(II, 135) de feg dat Hwus (in 21 von 30 
Fassungen) oder de H§n de fgg de Stwuf ut 
oder de Katt wgr bi to ’n Stubenutfggen 
(in je 1 Fassung). — d) de Katt (10 Fassun 
gen; de Koh 2 F.) de kam (6 F.; Icngd 2 F.; 
haar 1 F.; hgr 1 F.; wahr 1 F.) de Botter 
(de kleit de Botter ut) oder de Kapaun füng 
an to bottern 1 F. oder de Muus wgr bi to ’n 
Botterkngden 1 F. — e) de Hund (7 F.; Katt 
1 F.) de wusch de Schötteln (op, ut). — 0 
achter (to Ngrden) unse {de groot, mien 
Vadder sien) Schün (buten vor uns' Schü- 
nendgr), dor döschen twee (dree, veer, ’n 
paar) Kapün (Kappün, Kopün, Karpün, 
Kumpün, Kommün), de döschen dor dat Ha- 
werkaff (de döschen gusden Hawer af), dor 
brwun se sik good Beer af (oder dor döschen 
se wol Hawerstroh, dor drunken se wol Beer 
dorto; vgl. Hawer-beer II, 670, -garben U» 
671) 13 Fassungen. Entstellt zu: achter uns 
Schün, dor döschen se Kapün (Koppün, Ko- 
bün, Kalün, Kömmün, Poggopün < P 0 ^ 
Kapün), dor döschen se good Hawerkaff, dor 
braun se good Beer af oder . . . Kalün, dar
	        

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