Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

445 
verwachten — Verwies 
446 
Holst. 1840. wo man ’t nick v. is, springt 
de Haas up Holst. 1840. he wgr sik nix 
Slimms v. Storm. he wgr sien Schipp v. 
Holst. 1800. In einem Verzeichnis von 1806 
wird als Name eines Blankeneser Schiffes 
"de goode Verwachting“ („Erwartung“) ge 
nannt. 
ver-wachten 2 (fcwaxp) sw. v. „beaufsich 
tigen“, „verwalten“, he verwacht sienen 
Posten mit groten lewer. — wackeln 
v. „durchprügeln“. — wagen (—vgiö), 
auch wie im Hd. —wogen, —wggen 
(a. d.) adj. „verwogen“, „verwegen“, dat is 
n v. Minschen „kühn“, „keck“ Dtm. Wm. 
Neum. Kh. he keek so v. op em dal „gering 
schätzig“ Holst. 1870. he is patzig un v. 
»aufbrausend“ Ltjbg. Von Sachen: en v. 
Spill „tollkühn“, „gewagt“ Ang. 1870. he 
Wf sik allerhand v. Snack utlaten „er hat 
dnen losen Mund gehabt“, „eine Klappe 
riskiert“. Als verstärkendes Adv.: en v. 
groten Kgrl „sehr groß“. — Eine umgebil 
dete Form ist wohl ver-waakt „ver 
stockt“, „widerspenstig“ Dtm. — wahren 
S 'V. v. „verwahren“. 1. „aufbewahren“; da 
für auch op-wahren, -hg gen. de sik will in 
Wnll v., de mutt in ’n Schaapsngrs krupen 
FL. he is weil verwahrt „gut aufgehoben“, 
a uch: „gestorben“. Imperativische Bildung: 
Heinrich Verwahr-mri-dat Spitzname eines 
Lombardverwalters in Schleswig; vgl. Han- 
se n, Moderleev (1912), S. 91: Hans V. — 
Ableitung: Ver-wahren f. „V erwah- 
ru ng“; mnd. vorwaringe. in V. hehhen 
(ügben, nahmen). — 2. refl. „sich einer 
Sache versehen“; vgl. waihren, unverwah- 
rens, verwachten 1 . ghr wi uns verwahrt, 
s ünd wi oold un koold. ik harr mi ggrnich 
p erwahrt, do stünn he achter mi Sgbg. Storm. 
Walter m. „Verwalter“, aus dem Hochd.; 
ai ich als Kuhname (Rdsbg.). — wamsen 
8 w. v. „verprügeln“. — wandt adj. „ver 
wandt“. he is wiedlefftig v. mit mi, sien 
Hadder un mien Mudder wgrn beid en paar 
Pruunslüd Sschl.; vgl. Geistlichkeit II, 329. 
Ableitung: Verwandt-schop, —Schaft 
^„Verwandtschaft". de V. kann ikniohmit 
®pben Pgr rintrecken in de Famili von weit 
läufiger Verwandtschaft (Hus.). de V. kann 
'Pan mit ’n Schgpel Arfen tosamenmgten; 
I, 163u. — wanhoven Elbm. 1800 
(Sch. 4, 327), — wanhoben Elbm. 1840, 
'T'Wanhawen Ranz. sw. v. „verwahrlosen 
(lassen)“, „vernachlässigen“; mnd. vorwan- 
°den „schlecht hüten“; s. wanhowen bei 
Auch: sien Vermögen v. „verschwen- 
J- n “ Ranz. Elbm. 1840. — wannein, 
wandeln sw.v. „verwandeln“. — wan- 
s ° h a p e n sw. v. „verunstalten“, „einer 
Sache eine schlechte Form geben“ Ndtm.; 
mnd. vorwanschapen „entstellen“; vgl. wan- 
schapen bei wan- und verwanhowen. — war- 
hen sw. v. „erwerben“, nicht gebräuchl.; de 
Fru verwarft un verdarft nix s. erwarben 
I, 1060. 
ver-wegen (favgfö) adj. „verwegen“; vgl. 
—wagen. Auch als verstärkendes Adv.: en 
v. groot Huus „sehr großes“ Holst. 1800 
(Sch. 4, 307) Wm.; se is v. neuschierig 
Eutiner Kal. von 1756. Zur Nebenform 
ver-w^k(t) „eigensinnig“ Dtm. vgl. 
—wankt neben —wagen. — w e i h n sw. v. 
„verwehen“, „fortwehen“; mnd. vorweien, 
vorweigen. de Storm hett de Blomen ver 
treibt (Groth 1, 175). he wgr weg as ver 
welkt „wie fortgeblasen“ (vgl. Groth 1, 50). 
Das Part, namentl. in der Bdtg. „verloren“, 
„verraten und verkauft“, wenn ik mien 
groten Broder to mi nghm, so büst du ver- 
weiht Drohung der Gassenjungen bei Schlä 
gereien (Altona 1800; s. Sch. 2, 74). wenn 
du dat deist, büst du verweiht as ’n Juden 
seel Holst. 1800 (Sch. 4, 355). nu is he gans 
verweiht {verweiht mit Hoot un Prük 
Fehm.) Oh. Elbm. Dtm. Hü. Scbw. —wel 
ken sw. v. nur literarisch (vgl. Groth 2, 84), 
sonst versgren (s. d.). — wennen 1 , — wen 
den sw. v. „verwenden“, nur im Part. 
—'Wendt in der Vbdg. mit de v—e Hand 
{mit v—er Hand FL.) slaan „mit dem Hand 
rücken“ Dtm. Stap. Eid. Aberglaube: Wenn 
bei einem Brand das Vieh losgebunden ist, 
muß man es mit de v—e Hand schlagen, 
dann geht es hinaus und kehrt nicht in das 
brennende Haus zurück (Stap.). — wen 
nen 2 , — winnen Wm. sw.v. „verwöh 
nen“, „verzärteln“, bes. im Part. —wennt, 
sonst meist wie im Hochd. —wohnen. 
—■ w p r t adj. v. in Kopp „verwirrt im Kopf, 
albern“ Holst. 1800 (Sch. 4, 308); zu mnd. 
vorweren „verwirren“; vgl. —wgr, —wgren. 
ver-wichen adj. „verwichen“, „vergan 
gen“. v. Maand Dtm. 1850 (Piening) u. auch 
sonst vereinzelt; vgl. verladen. — wich 
sen (—vigsn) sw. v. „durchprügeln“. — w i e- 
1 e n sw. v, refl. „verweilen“, „verschnaufen“. 
verwiel di man noch ’n Stoot nicht sehr ge 
bräuchl.; vgl. —puusten. —wies m. „Ver 
weis“. he schurrt den V. af, as de Hund 
den Rggen Schw. Das ältere Wort für V. 
ist V e r - w i e t, mnd. vorwit „Vorwurf“, 
„Tadel“; nur noch bei Sch. 4, 361: V. ggben. 
Das zugehörige sw. v. ver-wieten ist 
noch für Sschl. 1850 (he woll ut na de Kgk, 
um sien Fru et to v. „verweisen“) und 
Friedrichstadt {de Pott verwiet de Kgtel, 
dat he swart is „wirft vor“) bezeugt. Die 
Begriffe „verweisen“ und „einen Verweis
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.