Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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vertalgen — verteilen 
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chen!“ Auch „albern“: wat ’n v. Ggr Storm. 
In der Wendung he maak en grasig v. un 
schuulsch (IV, 426) Gesicht (Holst. 1870) 
liegt wohl das Part, von vertehn in eigent 
licher Bedeutung vor: „verzerrt“. Zestzg.: 
Vertagen-stgrt m. Bezeichn, für ein verzo 
genes Kind (Kiel). — t a 1 g e n sw. v. „ver 
wachsen“; zu Talg (Nebenform von Tilg 
V, 62) „Zweig“. Refl.: de Gedanken vertal 
gen sik mit enanner „verwirrten sich“ Lbg. 
1870. — tappen sw. v. „verzapfen“. Beer 
v. — tarren sw.v. „in Unordnung brin 
gen“; zu tarren V, 15. Zweispänner: ver 
füttern un v. Holst. 1890. —tarst adj. 
„verzärtelt“; mnd. vortart. —tasen, 
—täsen Dtm., — 19sen Sdtm. sw.v. = 
—tarren (s. d.); zu tasen 1 (V, 16). de Ge 
danken wgrn vertaast Lbg. 1870; vgl. —tal- 
gen. vertäst as en Kluun Dtm. Zweispän 
ner: vertäst un versneert Dtm. —tault 
Schw., — tawwelt Ang. Hü. Hus. adj. 
„verzärtelt"; zu tauein V, 20. —täckern 
s. —tgkern. — t ä h n e n sw. v. - optähnen 
(III, 896) Dtm. 18. Jhdt. (Brem. Wbch. 6, 
362). — tännelt adj. „verzärtelt“ Dw. 
ver-tehn (feiten) und jetzt meist—trecken 
(fatregra) st. v. „verziehen“. 1. „fortziehen“, 
a) trans. Roben v. „auiseinanderpflanzen“. 
dat Land vertrecken „aus dem Lande lau 
fen“ Dtm. 18. Jhdt. (Brem. Wbch. 6, 375); 
vgl. c). Dazu: up ’n V er treck Hg gen 
„zum Absegeln bereit liegen“ Schifferspr., 
auch: „sterbenskrank danieder liegen“ Holst. 
1800 (Sch. 4, 278). Im Spruch gegen die 
Bellroos bei Mhff. 2 S. 514: dor wullen se de 
Roos mit vertehn „zum Fortziehen bringen“. 
de Klgr v. „sich verfärben“, „blaß werden“; 
vgl. —setten, —scheten, —klgren und III, 
179 Mitte. — b) intrans. „verduften“, de 
Tee vertreckt „verliert das Aroma“; dafür 
auch verrücken. — c) refl. „sich verziehen“. 
ver treck di! „verdufte!“, „mach, daß du 
fortkommst!“; vgl. Groth 1, 27. 237. dat Ge 
witter (de Wehdaag) vertreckt sik; vgl. 
Groth 1, 208 und sik ggben H, 315. — 2. 
„verzerren“, de Mund v. Auch „zerstören“: 
dat Nest v. s. —tieden. Refl. dat hett sik 
vertrocken von Zeug und Holz (Brettern); 
vgl. sik gfben II, 315, smieten IV, 597 Mitte. 
— 3. „verzärteln“; in dieser Bdtg. noch oft 
—tehn. Bes. im Part, vertagen und ver 
trocken. Dazu die Substantive: V e r t o g 
(fatox) und Vertreck (fatreg) m. „ver 
zogenes Kind“, „Liebling“, he is recht so ’n 
lütten V.; vgl. Sch. 4, 307. he is sien Vad- 
der sien V. „Vaters Liebling“. 
ver-tehren (fevtgan) siw. v. „verzehren“. 1. 
„aufessen“, „verschlingen“; vgl. opgten HI, 
862. he säht ut, as wenn he enen vertqhrt 
hett un will bi ’n tweten anfangen von 
einem Mürrischen. Gutes Wetter gibts, wenn 
allens mit Rupp un Stupp (Rump un Stump, 
Huwt un Haar) verfahrt is; auch: wenn de 
Maand allens verfahrt „wenn der Mond 
durch das weichende Gewölk bricht“ Holst. 
1840 (vgl. III, 557 0.). Reim: un wat sik ni 
v. lett, dat nghmt wi för de Ggren mit. wi 
sünd verfahrt „bei uns ist alles aufgegessen' 
Kremp. — 2. „Geld ausgeben“, bes. für alko 
holische Getränke, he hett nix vertghrt von 
einem, der im Wirtshaus sitzt, ohne etwas 
zu genießen, sien Geld v. s. II, 336 u.; froh 
II, 234 Mitte; Buurdgrn I, 612. Der Fischer 
sagt wohl scherzh. ik mutt all mien Geld v. 
und meint vertgren „für Teer zum Teeren 
des Bootes ausgeben“ Ellerb. den Doden 
sien Huut v. von der Leichenfeier (Jb. f- 
Ldk. 4, 186); vgl. —supen. suur verdeent un 
sät (bitter) vertghrt s. IV, 942 Mitte. Reim 
s. ghrlich I, 1016 f. — Verführer m. 
„Verzehrer“, na enen goden Mghrer kämmt 
en goden V. Schw.; vgl. Sparer IV, 725 0. 
der Brgmer V. nannte sich der „lange Peter" 
Mhff. 2 Nr. 39. 
ver-teken s. —tieden. 
Vertel „Viertel“ s. Viddel. 
ver-tellen 1 (fateln) sw. v. refl. „verkehrt 
zählen“. 
ver-tellen 2 (fateln) sw.v. „erzählen“, he 
kann bannig v., auch von einem Großspre 
cher. he is an ’t V. Ebenso: wenn man em v. 
hgrt, hett he jümmer 3 Kgrls 7 Arms af- 
slaan von einem Prahlhans (Elmsh.). he 
verteil Dgntjes, auch: „er will uns was weis 
machen“. verteil, verteil! oder verteil mor 
gen mghr! oder dat kanmt dien Grootmoder 
v.! oder dat verteil enen, de noch keen Knöp 
an de Büx hett! oder mi kanmt (schasst) 
nix v.! (vgl. Sch. 4, 246. 256) „mir kannst 
du nichts weismachen!“ de verteilt, hett 
ümmer Recht „wer das Wort hat“ Eid. ik 
heff mi dat v. laten sagt man, wenn man 
etwas unter Vorbehalt weitererzählt, dat 
laat di man v.! oder dat will (kann) ik di vJ 
„das laß dir nur gesagt sein!“ ik will di 
mal gans wat anners v.! Androhung von 
Schlägen, he geit guud (grgsig Ang.) to v. 
„er erzählt gern und viel (ohne es mit der 
Wahrheit immer ganz genau zu nehmen) 
Ang. Wschl. Eid. Ndtm.; Zusatz (auch z u 
der in gleicher Bdtg. gebrauchten Wendung 1 
he kann bannig v.): ik mach em wol mal 
singen hgren. sien Rock verteilt vun düre 
Tied Storm. dat Bett dörf nich allens v., 
wat et weet Eut. Zweispänner: snacken un 
v.; vgl. Groth 1,150. Refl.: se verteilen sik 
vun em un fr „plauderten über geschlecht 
liche Sachen“; s. noch Groth 1, 117. 150.
	        

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