Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

437 
versupen — vertagen 
438 
Irans. „ertrinken“, „untersinken“; vgl. 
—sacken. dat dach ik nich, dat mien Mann 
noch na sien Dood v. sull sagte eine Frau, 
als in der Grube auf dem Kirchhof viel 
Wasser zusammengelaufen war (Sch. 1, 227). 
he is versapen (as ’n Rött) durch Unfall 
oder Unvorsichtigkeit. Vgl. Mhff. 2 Nr. 125, 
wo die Büsumer zählen, of dor ok wul ver 
sapen is. he is versapen un hett keen Water 
sehn Holst. 1840; Wortspiel mit 4 (s. u.). 
he is so egen as de Ganner, de swümm dree 
Haag up de Diek un wull nich v. Schw.; 
vgl. H, 299 u. he kämmt sik as ’n Küken in 
de Dranktünn, dat versoop (III, 380). wenn 
dat Kind versapen is, deckt de Bmir den 
Sood to (IV, 691). gekoppelte Schaap mgt 
v. Holst. 1840. wat {de) hangen schall, ver 
sippt nich. Scherzhafte Drohung: ik spee 
(spätt, spieg) di in ’e Ogen, dat du ver- 
siippst! Vom Korn oder Heu, das vom vie 
len Regen verdorben ist, sagt man: dat (de 
Am) is versapen (verdrunken); vgl. Sch. 
1) 256. Anderes s. bei Hack II, 542 u.; Miss- 
Pott III, 662. — 4. übertragen (trans.): „ver 
trinken“, „durch Trinken alkoholischer Ge 
tränke verschwenden“, he hett all sien Geld 
versapen; vgl. —hören, suur verdeent un 
bitter verdrunken Holst. 1840; s. I, 365 
Mitte, dat Fell (de Bast, dat Lieh) v. vom 
Beerdigungsschmaus, s. I, 244 u.; II, 53 
Mitte; 463 Mitte; III, 476 u. v. wull ik di, 
awer ni op so ’n Art, sä de Buttjer, do full 
sm ’n Groschen in ’t Water Wortsp. mit 3 
(s. o.; ähnlich IV, 169 Mitte); ebenso: in 
Wien (Kgm, in ’n Glas) versuupt mghr as 
in Water (in ’n Ozean FL.) Schw. (vgl. 
Snapsglas IV, 620). Reim: versuup dienen 
Oraam, awer nich dienen Kraam Ang. — 
Bart, als Adj.: versapen Kgrl (Koh, Wief) 
von einem durch Trunk heruntergekomme 
nen Menschen; vgl. Sch. 4, 229. 
ver-suren (fasüan) sw. v. „sauer werden“. 
Nur in übertragener Bdtg.: wenn ik hier 
noch lang wahnen schall, denn versuur (un 
verhuur, un versgr) ik hier noch gans „ver 
sauern“, „abstumpfen“; vgl. swurpöttsch 
IV, 944. —susen sw.v. „(in Saus und 
Braus) hindurchbringen“. Auch: „durch 
Nachlässigkeit vergessen oder verlieren“ 
(dat heff ik gans versuust). —süchtet, 
s ü f f t adj. von einem, der immer seufzt 
(s. suchten IV, 945), „verzagt“, „mutlos“ . he 
gans v. un verzaagt Holst. 1800 (Sch. 
308. 221). — s ü k e n sw. v. „verseuchen“, 
„verpesten“, he hett de ganse Luft versükt. 
sülwern sw.v. „zu Silber, zu Geld 
machen“, „verkaufen“; vgl. —slüsen, —schü- 
ren - he hett sienen Kraam versülwert. 
s ü m e n sw. v. „versäumen“. Tied v. 
—'Sündigen, — sünnigen sw.v. refl. 
„sich versündigen“. Jung, versündig di nich 
an dienen Vadder! Börm.; vgl. die scherz 
hafte Mahnung: dat magst to dienen Vad 
der seggen! 
Ver-swar f. „Beschwerde“. Wiedingharde 
wart noch vergaen vor V. Mhff. 2 S. 267. 
— swäcken sw. v. „schwach machen“, 
„schwach werden“ Dtm. 1860. —swpgen 
adj. „verschwiegen“, „stumm“; nicht volks 
tümlich. — swf len sw. v. intr. „ohne 
Flamme verbrennen“ Holst. 1800 (Sch. 4,233); 
vgl. swglen TV, 991. — swendens. —ernen 
nen. — swenkelt „verkehrt geschwen- 
kelt!“ beim Swenkeln (IV, 992), wenn eine 
Mitspielerin meint, zu Unrecht „gebackelt“ 
(„ausgeschieden“, s. I, 203 o.) zu sein (Kiel). 
— swennen, — swenden sw. v. „ver 
schwenden“; nicht sehr gebräuchl. dat is 
keen drjsig Kinder-Spill, darmit man Tied 
verswendt Dtm. 1755. Dazu: verswen- 
nern adj. „verschwenderisch“ Oh.; vgl. 
—em I, 1061. Das aus dem Hochd. ent 
lehnte Adj. verschwenderisch wird 
auch im Sinne von slqtsch (TV, 544) ge 
braucht: frisch Brood un lütt Geld is v. 
„verschleißt leicht“ Plön. — s w 9 r e n sw. v. 
„abschwören“, nicht mehr gebräuchl. Reim: 
Gott eenmal verswgren, blifft ewig ver 
loren; vgl. Mhff. 2 Nr. 334. —swiemelt, 
—-swimmelt Schw. adj. „verschwom 
men“, „mattschimmemd“; zu swiemeln TV, 
999. he hett so v—e Ogen von einem Weh 
leidigen, Verkaterten u. dgl. — s w i e r t 
adj. „verkatert“, „übernächtig“; zu swieren 
IV, 1012. du sähst schön v. ut; vgl. Sch. 
4, 238. — s w i n d f. „Abmagerung, auch 
Knochenfraß“ Holst. 1850; vgl. Swind IV, 
1013. — swinnen, —'«winden st. v. 
„verschwinden“, verswinn! „mach, daß du 
fortkommst!“ Zweispänner: verflogen un v. 
Groth 1, 65. Oft in Beschwörungsformeln; 
z. B. wat ik anseh, dat gewinn, wat ik be 
strick, dat verswinn (s. I, 141). de Sünn un 
de Jich, de güngen to Gerich, de Sünn de 
gewünn, de Jich de verswünn (vgl. Gicht 
II, 373). Bei Euterentzündung der Kuh (s. 
III, 240): Addern un Stangen legen in San- 
den, un so gewann un so verschwann un so 
verschwann düt ok Mhff. 2 Nr. 652, 7. Vgl. 
noch Jb. f. Ldk. 2, 211 (1650) u. Lau I, 688. 
— swutschen, —'swuutschen sw.v. 
„sein Geld (auf Lustbarkeiten) hindurch 
bringen“; zu Swutsch 1 IV, 1021. 
ver-taddelt adj. „verzärtelt“ Hus. Vgl. 
—tarst. — tagein, — takeln sw. v. 
„verprügeln“, he vertakel em (dat Jack, dat 
Feil). — tagen adj. „verzogen“, „verzär 
telt“; s. —tehn. 61 v. Jitt! „Muttersöhn
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.