Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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verspitakeln — Verstand 
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7, 195: „nun setz dich, damit wir nicht un 
nötig Zeit verepillen“. verspiU nix, hett 
Geld kost! Ndtm. dor is je wieder nix ver- 
spillt (auch: verspott OlcLsl.) as de Supp, de 
Klüten laat sik wedder upsammeln; vgl. 
III, 190 u.; 883o.; IV, 938o. —spi ta 
keln sw. v. „anschaulich machen“, „erklä 
ren“ vereinz. — s p 1 e 11 adv. v. op ’n Pgrd 
Sitten „rittlings“ Sdtm. Vgl. spletten IV, 
766. — s p 1 i e t e n st. v. „verspleißen“. Im 
Schwalbenlied: allem verraten, vereinten, 
versplgten FL. 
Ver-sprack (fasbrag), — spraak m. 
»Verruf“, in V. kamen (wgn) „in schlech 
ten Ruf kommen“, bezw. „schlecht beleu 
mundet sein“, von Menschen und auch von 
Häusern, in denen es nach dem Volksglau 
ben „nicht geheuer“ ist. Storni. Oh. 
ver-spreken (fasbrggrs) st. v. „verspre 
chen“. 1. refl. „etwas Verkehrtes sagen“, 
»etwas sagen, was man nicht sagen wollte“; 
vgl.—snacken. de stillswiggt (de nixseggt), 
versprickt sik nich. Zu einem Allzuredeeli- 
gen, aber auch zu einem Allzuschweigsamen 
sagt man wohl: versprick di ni! de Pree- 
sler op de Kamel kann sik v. „es kann 
jedem widerfahren, daß er sich einmal ver 
spricht“ Holst. 1840. v. is nich so stimm as 
verrgken Holst, vereinz. man kann sik lich 
ter v. as vergten (s. d.). V. is keen Verbrg- 
kere ( s , d.). sik v. auch „sich durch läster 
liche Äußerungen versündigen“ Holst. 1860 
(Jb. f. Ldk. 8, 108). — 2. „ein Versprechen 
geben“, „Zusagen“; vgl. toseggen V, 131. de 
nix versprickt, bruukt nix to holen, v. is 
ehrlich, holen is beswgrlich (I, 315). v. is 
adelig, holen is bürgerlich (I, 52); s. holen 
II, 858. Reim: lang frien mag wol guud 
sien, awer verggf dien Ehr nix un holl, wat 
du versprichst Holst. 1820. Dazu Versprg- 
hen n. „Versprechen“. — 3. sik (mit en- 
anner) v. „einander die Treue geloben“, „sich 
v erloben“; vgl. —loben, —Igfnis. se hebbt 
(he hett) sik verspraken Ang. Schw.; meist 
® e sünd verspraken „verlobt“. Das Wort 
Weicht vor dem hochd. verloben zurück. 
ver-staben (fasdgm) in der Vbdg. v. wgn 
»iu alle Winde verstreut sein“, „fort sein“ 
Hroth 3, 96 (de Gesellschaft wgr v.); „ver 
schollen sein“ Fehrs, Maren, S. 78 und 70 
(begraben un v.). Zu stuwen IV, 919. 
v er-stahn (fasdgn), — stahnen (—sdgn) 
r'bg. 1870 st v. „verstehen“. 1. „stehen blei 
ben vor etwas“, „standhalten“, „aushalten“. 
de Oss versteiht veer Släge „hält 4 Schläge 
(auf dem Kopf) aus, bevor er betäubt um- 
fällt“ Sch. 4, 180 (dort für Hamburg be 
fugt; ebenso von einem Säufer, der viel 
Verträgt: he kann wat rechts v.). — 2. „ver 
nehmen und auf fassen“, mit dem Verstand 
(s.d.). dor wgr ik na (op Sch. 4, 180) v. 
„ich hatte es so aufgefaßt“ Wm. Im Wortsp. 
mit 1: kanmt dat nich v., denn gah dgrvör 
liggen FL. kanmt keen Dütsch v.l zu einem, 
der schwer von Begriff ist oder nicht hören 
will, du schasst dat ■nalaten, versteihst mi! 
„kannst du nicht hören!“ verstah mi recht! 
fügt man bei Auseinandersetzungen ein. ik 
verstah di „habe Verständnis dafür, wie du 
dazu gekommen bist“, „ich begreife dich“. 
sik (good) v. „Verständnis füreinander 
haben“, „in gutem Einvernehmen leben“. 
twee versteht sik, dree slaat sik Wm. dat 
versteihst du ni oder dor versteihst du nix 
vun (vun af) „dafür hast du kein Verständ 
nis“, „davon hast du keine Ahnung“, „das 
kannst du nicht“; vgl. Bibel I, 386; Düster- 
warm I, 948 Mitte, he versteiht dat Hexen 
„er kann hexen“; vgl. Kunst III, 369. he 
versteiht dor op to lopen „weiß darauf zu 
laufen". Oft im Wechsel mit wgten: he 
versteiht (weet) vun Tuten un Blasen nix 
af; wat versteiht (weet) de Koh vun ’t 
(to en Ang.) nie Heck; schasst du v. (wgten)! 
oft als Einschiebsel, etwa = verstah m.i 
recht! 
Ver-stand (fasdand) m. „Verstand“, dor 
hett he keen V. vun (to Flensb.) „das ver 
steht, begreift, kennt, kann er nicht“, „da 
für hat er kein Verständnis“, na mienen 
(dummen) V. „nach meiner Auffassung“, 
„nach meiner (unmaßgeblichen) Meinung“; 
vgl. Sch. 4, 307. Meist in der Bdtg. „gesun 
der Menschenverstand“, „Auffassungsgabe“, 
„Begriffsvermögen“ (vgl. Grips II, 483): 
he hett so vgl V. as ’n dreebeenten Buck 
(Sch. 1, 248) ; as ’n Koh „er ist dumm“, he 
hett ’n Kohverstand wird (wie Swiens-, Pgr- 
V.) auch scherzhaft im Sinne von „Ver 
ständnis für Rinder-, Schweine-, Pferdezucht“ 
gebraucht, man mutt ’n Esel ni mghr V. af- 
nghmen as he hett (I, 76). um Herrgott 
laat di man bi V. (zu einem, der unsinnig 
oder überspannt redet) Wm. lange Haar, 
körten V. s. II, 521 u. he hett mghr Glück 
as V.; anderes bei Glück II, 401. de V. 
kümmt mit de Jahren (nich vor de Jah 
ren); vgl. I, 973 Mitte. V. kummt nich vor 
40, mien Sghn is 39 Eid.; vgl. föftig II, 199. 
he hett sik vun ’n V. (vun Sinn un V.) 
sapen (vun Witz un V. Igst) von übertrie 
benem, sinnlosem Tun. wenn de Kgm rin- 
geiht, geiht de V. rwt Kiel, is dat Beer in 
den Mann, is de V. in de Kann (s. I, 265); 
vgl. Branmvien I, 506. sien V. sitt in ’n Bud 
del (s. I, 560). ik will bloot so vgl slapen, 
dat de V. ’n bgten weg is „ein kleines Nik- 
kerchen machen“ Dtm. he is vun V. af (is
	        

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