Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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versnieden — verspillen 
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„verwirren“; vgl. sngren IV, 630. dat Kluun 
(Haar) is (hett sik) versngrt. he hett dat 
Ggm versngrt. de Katt versngr sik in ’n 
Ngtbusch (mank den Efa „Efeu“), sien Ge 
danken versngrt sik „verwirren sich“ 
(Fehrs). he versngrt sik „verwickelt sich“, 
„bringt sich in Ungelegenheiten“ (vgl. Groth 
3, 206); auch „er bleibt an einem Frauen 
zimmer hängen“ Dtm. 1860. dat oUe ver- 
snirrte Gesicht „faltig“ FL. 1880. —snie- 
d o n st. v. „verschneiden“, «e hett dat Kleed 
versngden „falsch zugeschnitten“. Übertra 
gen: he is för sien Amt as Schoolmeister 
versngden „dazu verdorben“, „nicht mehr 
fähig“ Holst. 1890. — snoppen, — snup- 
p e n sw. v. „vernaschen“ Wm. — s n p r e n, 
— snurrun sw. v. „hindurchbringen“, 
nach Sch. 4, 147 eigentl. „verschlafen“, „fau 
lenzen“; das Wort gehört aber wohl nicht 
zu snorken (IV, 654), sondern zu snurren 
IV, 664 (vgl. he hett sien Geld hendgr- 
brummt). Gern in Vbdg. mit Synonymen: 
verhören un v. —snorken sw.v. „ver 
röcheln“, „verenden“; vgl. —orgeln, he 
müßt in ’n Dood v. „elend umkommen“ 
Lbg. 1880. — s n p f t adj. „mit Schnupfen 
behaftet“, „stark erkältet“. — s n p m e n 
sw. v. „verschnupfen“; vgl. Sngf IV, 655. 
dat versngmt mi den Spaß „verdirbt“ Sdtm. 
—'Snuben st. v. „verschnauben“, „ver 
schnaufen“. Meist refl.: „sich erholen“: he 
hett sik wedder wrsnaben (von einer Krank 
heit). — snuppen s. —snoppen. — snur- 
r e n s. —sngren. 
Versong (fasow) für Fassong „Fasson“ 
Flensb.; vgl. Fassun II, 22. 
ver-soren (fasgan, fasöan), —suren 
Hohn sw. v. „verdorren“, „vertrocknen“; s. 
spr IV, 694. de Boom (Twieg) is versgrt 
„ist abgestorben“, meist mit dem Neben- 
sinn „infolge des rauhen Windes“. Auch 
von Gras und Blumen; vgl. Groth 1, 236. 
2,116. 185. Übertragen: „verkommen“, „ver 
kümmern“, meist in Vbdg. mit Synonymen: 
v. un vermaischen (Groth 3, 188), v. un ver 
gehn (ingahn), v. un versuren (vgl. —buren), 
verklamen un v. Bei Groth 1, 12 singt de 
Gglmöschen (II, 343 u.): jung, jung, jung 
versoo . . . rt. Auch „verdursten“: bi den 
heten Sommerdag kann ’n v. vereinz. 
ver-södeln (fasgdaln) sw. v. „verzärteln“. 
dat Kind is versgdelt Hohenw.; vgl. spien 3 
IV, 708. —sök m. „Versuch“, dat kummt 
op ’n V. an, seggt de Swienggel to ’n Hasen 
Wm. — söken sw. v. „versuchen“; s. söken. 
Prät. neben he versöch auch zuweilen he 
versök. Sagt jemand „ik will dat mal v.“, 
so erwidert man wohl: v. doot de Hunn (un 
wenn se ni künnt, denn stiegt se wedder 
dal), dor kannst dien Kngf mal an v. „er 
proben“. wat döcht un versöcht(l) Schlesw. 
1859 (Augustiny, Achtern Aben S. 101). he 
will sik wat v. „sein Glück versuchen“; vgl. 
sik verännern. Nach Sch. 4, 307 wurde v. 
auch in der Bdtg. „ersuchen“ gebraucht 
(Holst. 1800). 
ver-spaken (fasbggra), —spacken Holst. 
1756 sw. v. „vermorschen“, „vermodern“, 
„verschimmeln“, „stockfleckig werden“; s. 
spaken IV, 719. de Footborrn (Lattentuun, 
dat Papier, Bild, Book, de Koffer, Boom, 
Handdook, Stgwel) is verspaakt. Auch von 
der Grasnarbe (s. Groth 3, 175). verspaakt 
Bandegood „angefaulte Fässer“ Holst. 1800 
(Sch. 4, 161). Zweispänner: verspaakt un 
verolmt Elbm. — sparen sw. v. „erspa 
ren“, „erübrigen“, dat heff ik mi verspaart 
„zurückgelegt“ H. Ist. 1800 (Sch. 4, 161); vgl. 
gwersparen. 
ver-spelen (fasbgln) sw. v. „verspielen“. 
1. „beim Spiel verlieren“, bes. beim Kar- 
tensp. versehn is ok verspglt. he verspglt 
Kopp un Kragen, Hasen un Wams (Büdel 
un Blaas Bordesh., Huus un Hof) „alles, was 
er hat“ Holst. 1800 (Sch. 4, 164). op dörtein 
hett de Düwel sien Dudelsaok verspglt (I, 
815). he hett (dat Spill) verspglt „sein Ziel 
nicht erreicht“, „hat verloren“ s. IV, 751 
Mitte, de ringe Mann verspglt ümmer alleen 
„der kleine Mann kommt immer zu kurz“ 
Holst 1800 (Sch. 3, 77). — 2. „einen Prozeß 
verlieren“, dat Prozessen geit los, awer he 
verspglt (Wisser). — 3. „an Gewicht abneh 
men“. he hett 20 Pund verspglt, auch von 
Tieren, he hett bannig verspglt „ist abge 
magert“, „sieht kränklich aus“. Storm, Ges. 
W. 8, 111: „du hast verspielt, wie man bei 
uns zu Haus sagt“; vgl. 3, 91. 5, 118. — 
4. de Klock verspglt „geht nach“; vgl. —la 
ten-, Ggs. winnen (s. d.). — 5. v. laten „Ge 
genstände ausspielen oder auslosen lassen“; 
vgl. Heetwecken verdreihn H, 702 u. 
ver-spien (fasbin) sw. v. eigentl. „ver- 
speien“, dann: da is wol wat von verspiet 
worden „ausgeplaudert“ Ltjbg. dat is bi de 
Poster verspiet „dem Pastor zugetragen“ 
Eid. — spiesen sw.v. „verspeisen“, nicht 
sehr gebräuchl.; s. Groth 1, 61. 
Verspiet (fasbtd) . „Aufschub“, „Frist“, 
verdreht aus Respiet (IV, 86): he wiU em 
noch nud wedder V. ggben Oh. (Wisser, 
Völkern. 2, 196). 
ver-spikeleren, — spickelpren sw. v. 
refl. „sich verspekulieren“, „sich verrech 
nen“. — spillen, — spüllen Stap. sw. v - 
„verschütten“; s. spillen IV, 750. Melk 
(Kgm, vgl Geld, Tied) v. „umkommen 
lassen“, „vergeuden“; vgl. Storm, Ges. W-
	        

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