Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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verslieten 
versneren 
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»aufschieben“, „versäumen“; vgl. sliepern 1 
IV, 552. dat ward jümmer wedder verslie- 
pert (verslübbert) Dtm. Hohn. 
ver-slieten (faslidri) st. v. „verschleißen“; 
s. slieten IV, 553; opslieten III, 888. 1. 
trans. he verslitt vgl Tüg (Schohtüg). wenn 
de Schoh vereinten sünd, denn danst wi up 
de Strümp (s. I, 467). Ae verslitt vgl Frün- 
den un vgl Schohwark (Fehrs). he (dat) 
mutt wol so verslgten warm „an ihm (daran) 
ist wohl nichts mehr zu ändern“, ik bün 
nu mal so un mutt ok so vereinten warm 
Holst. 1800 (Sch. 4, 120). man ward nich 
?hr wgten („wissend", „klug“), g hr man is 
(half) vereinten „Verstand kommt nicht vor 
Jahren“ Holst. 1800 (Sch. 4, 354). Im 
Schwalbenlied (IV, 1016 u.): wgr allens ver 
raten, vereinten, verspielen FL. Zweispän 
ner: terrgten un verbieten Dtm. — dor sünd 
am de Händen all up vereinten Kk. (vgl. 
Sch. 4, 120) oder he is dgrup verslgten (FL.) 
»er besitzt große Handfertigkeit darin“, 
»weiß damit umzugehen“. — se harm em 
in Unkünn verdaten „falsch beurteilt“(?) 
Dtm. 1850 (S. Dethleffs). — 2. intrans. wi 
mi/t all so v., as wi sünd (as wi wussen un 
behaut sünd Fehrs) „aufgebraucht werden“, 
»das Leben so zu Ende leben“; vgl. samster 
IV, 259. gr beten Kraam versleet in Pro 
zesskosten „draufgehen“ Dtm. —klingen 
st. v. „verschlingen", „heruntersehlingen“. 
— slirren sw. v. „aufbrauchen“. Die 
Schwalbe singt: dat is all verslirrt, vertehrt; 
v gl. —sleren. —sloddern sw. v. „ver 
nachlässigen“, „versäumen“, „verlieren“ 
Wm. —sloffen s. —sluffen. —fluch 
te r n s. —slüchtem. — sludern sw.v. 
1. de Tied v. „zu viel Zeit mit sludern 
(IV, 570) hinbringen“. — 2. „verklatschen“, 
»verleumden“ Dtm. — sluffen, — slof 
fen sw. v. „durch Nachlässigkeit versäu 
men“, „verzögern“; vgl. sluffen IV, 571 
(eigentl. „schleppend gehen“, „nachlässig 
sein“), he hett dat verslufft Schlesw. ver 
blüfft nich in ju junge Leben, recht wat to 
lehren Schlesw. 1850. — sluken, —sink- 
k e n st. u. sw. v. „verschlucken“. 1. „ver 
schlingen“. he hett ’n El (Laadstock) ver 
haken von aufrechter Gangart, he mutt 
dat all so v. „ohne Widerrede hinnehmen“. 
de Aben versluckt ’n Barg Holt „braucht“. 
' 2. refl. „sich verschlucken“; vgl. Hals 
H> 686 u. —sluss m. „Verschluß“. 
~"S lüstern s. —slüchtem. — s 1 uten, 
"—Blüten st. v. „verschließen“, de Dgr v. 
verslatene Winde „Blähungen, die nicht auf- 
noch abgehn“ Holst. 1800 (Sch. 4, 125). ver 
bluten Mund „durch den Tod verschlossener 
Mund“; s. naseggen III, 764. — slübbern 
s. —sliepern. — slüchtern, — sluch- 
tern Sgbg. Storm., —slustern Storm., 
—-slüter n Fehm. sw. v. „verwirren“, 
„durcheinander bringen“; s. Sluchter IV, 566. 
dat Ogm is (hett sik) verdächten (un ver 
tut ert). he is in ’n Mgrs verslüohtert „hat 
Hämorrhoiden“ Fehm. — s 1 ü s e n sw. v. 
„verkaufen“, bes. „für einen Schleuderpreis 
losschlagen“ Hohn; zu Slüs 1 IV, 581; vgl. 
—sleidem, —schüren. 
ver-smaden (fasrngn) Sdtm. Elbm. Sh. 
Kk., — s m a h n Schw. Sschl. Wm., — s m a- 
j e n Prb., — s m a 1 e n Storm. sw. v. „ver 
schmähen“; mnd. vorsmaden, vorsmän. man 
mutt nix v. as Stöt (Stock Sch. 4, 306) un 
Släg Wm. (as Hann un Stöten Holst. 1840). 
warrst de Mahltied doch nich v.l Storm. 
Auch: versmaa mi nich! oder versmaa mi 
dat nich! „schlage es mir nicht ab!“, „nimm 
fürlieb damit!“ Holst. 1870. Oh. (vgl. Sch. 
4, 126. 306). — s m 9 r e n sw. v. „verschmie 
ren“. Auch „verprügeln“; vgl. afsmeren 
I, 86. —^mieten st.v. „verwerfen“. L 
de Koh hett (dat Kalf) versmgten „ver- 
kalbt“, „eine Fehlgeburt gehabt“; vgl. 
—setten und Sch. 4, 129 (Itz. 1800). Wenn 
bei einem Bauern das Verkalben seuchen 
artig auftritt, hett he dat V. in ’n Stall. 
Eine Kuh, die verkalbt, ist en Versmieter. 
Ein trächtiges Pferd darf man nicht vor 
den Leichenwagen spannen, dat versmitt 
(s. drachtig I, 832); vgl. auch den Spruch 
bei Maal 2 b (IH, 556). — 2. refl. „beim 
Kartensp. eine verkehrte Karte beiwerfen“. 
— 3. „verbiegen“, „beugen“, wat enen ver- 
smitt, dat künnt twee wol drggen Dtm. 
1850 (vgl. Groth 1, 32). — s m 9 r e n sw. v. 
„verschmoren“; vgl. —sengein. Auch 1. 
en Kind v. „(durch Dampf) ersticken“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 132) Wm. hier sull man 
v. „hier könnte man ersticken“ Holst. 1800. 
— 2. Licht v. „unnütz Licht verbrennen“ 
Holst. 1870. — 3. he hett sien Geld verhoort 
un versmgrt „hindurchgebracht“ Ndtm.; vgl. 
—sngren. 
ver-snacken sw. v. 1. de Tied v. „zu 
viel Zeit mit Schwatzen verbringen“. — 
2. refl. „sich beim Erzählen verraten“, „aus 
der Schule plaudern“, de ni vgl seggt, ver- 
snackt sik ni. Zu einem Schweigsamen sagt 
man wohl: Minsch, verswack di ni! — snap- 
p e 1 n sw. v. 1. „vernaschen“, sien Geld v. 
un verleckern. — 2. refl., auch —snappen 
Wm. (vgl. Sch.4,138), — snappenspren 
Wm., — slappens9ren Alt. 1800 (Sch. 
4, 114) = sik versnacken (s. d. 2). — s n e e- 
ballern sw. v. „mit Schneebällen bewer 
fen“ Neum.; vgl. —backen. — andren, 
— anirren Oh. sw. v. „verschlingen“,
	        

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