Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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versangen — verschieren 
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W,m. abst. Lbg.; mnd. vorsaken „ableugnen“, 
»bestreiten“; engl, forsake. sik v. laten „sich 
verleugnen lassen“ (wenn Besuch kommt) 
Holst. 1800 (Sch. 4, 306). den Deefstahl v. 
ebenda. —■ s a n g e 1 n s. —sengein. — san 
nen sw. v. „versanden“, de Au versannt; 
vgl. —slicken. — s a p e n s. —supen. 
~~*9aubüdoln sw.v. „eine (amtliche) Be 
sorgung unnötig lange hinausschieben“, se 
(die Behörden) hebbt rni den Schien versau- 
büdelt Preetz. — saustern sw.v. „ver 
klatschen“, „verpetzen“ Dtm. — sohaamt, 
schämt adj. „verschämt“; nicht sehr 
gebräuchl. he süht ut as son v—en Pudel 
(III, 1130). Vgl. —schüchtert, utverschaamt. 
— schackelt adj. „todmüde“ Ang. 1870; 
z u Schackei IV, 285. —schacken Holst. 
1860, — schaken Fehm. sw.v. „verschie 
ben“; zu schaken „von der Stelle bewegen“ 
IV, 287. verschaakt ist etwas, das aus der 
ursprünglichen Form gerutscht, schief ge 
worden ist (Fehm. abst.). Im Schwalben- 
lied (IV, 1016 u): hett all dat Pack ver 
schickt, verschackt . . . verschiert „ver 
schleudert“, „verschwendet“ Holst. 1860 
(Heim. 18, 226). —schal en sw.v. „mit 
einer Schale, Hülle umgeben, um es stärker 
z u machen“, „mit einer Bretterwand (Ver 
schalung) absteifen“, den Mast v. „unten 
herum mit Holzplatten versehen, die mit 
Eisen umklammert sind“; vgL Sch. 4, 20. 
~~*sohamfpren sw. v. „verschandeln“, 
»ausschänden“, „verderben“, he hett dat 
Huus mit de nie Farf gans verschämfqrt 
Storm.; vgl. —schöpfen. —schaten s. 
—scheten. 
Versehe« (fase) n. „Force“; vielleicht aus 
diesem franz. Wort verdreht unter Verschie 
bung des Tones auf die zweite, eigentlich 
unbetonte Silbe (vgl. Forsche II, 194). groot 
u. lütt V. beim Kartensp. Wm. 
ver-scheden 1 (faSen) st. u. sw. v. „ver 
scheiden“, „sterben“, he is fben v. {versehe 
st Ang.) FL.; vgl. Snfpel IV, 629. —sche 
in 8 , jetzt meist wie im Hd. — s c h i e - 
den adj. „verschieden“, dat is allem v. 
(dafür auch: dat is allem mit Ünnerscheed 
°der Verschal). 
Ver-schel (fasfl), —skäl Ang. 1850, 
""eoh^len Kh. Itz. m. und vereinz. n. 
»Unterschied“; mnd. vor sehe! u. vorsche- 
lin üe „Unterschied“; s. Sch fl V, 307. dat is 
ert V. heischen de beiden as twisohen Dag 
u n Nacht Dtm. Bramst. FL. Fehm. Schw. 
■^ng. Flensb. twischen Plattdütsch un Platt 
dütsoh is en groot V. Dtm. 1820. dor is vfl 
• op de Spraak „viel Unterschied in der 
Prache“ Ang. 1850. dat is (hett) ’n groten 
• (dor is ’n barg V. bi Fehm. abst.) „es 
ist nicht einerlei“ (etwa ob ich mich für 
diesen oder jenen Weg entscheide) Wm. 
Dtm. Sschl. Schw.; dafür jetzt meist Ünner 
scheed oder Umschreibung mit schulen (IV, 
308). dat maakt keen V. Groth 2, 185. he 
schall V. Ifhren „von Hause fort“, „in an 
dere Verhältnisse“ Schw.; vgl. Ünnerscheed. 
laat uns den V. deleji „die Differenz teilen, 
von beiden Seiten nachgeben, um den Kauf 
oder Handel zustande zu bringen“ Holst. 
1800 (Sch. 4, 21. 30) Sdtm.; vgl. Sch fl IV, 
307. se hefft en V. mit enanner „Zwist“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 21) Wm. — Heute wird 
V. besonders in der Bdtg. „Meinung“, „Ur 
teil“ gebraucht (eigentl. „Meinung, die sich 
von der eines anderen unterscheidet“, „ab 
weichende Ansicht“), segg (sprich, gff) mal 
dien V. (dgrto)l he spricht sien V. „vertei 
digt, rechtfertigt sich“ Sdtm. 1800. ik bün 
man so ’n ole plattdütsche Fru un segg mien 
V. gans apen un tru Fehm. Schw. (aus 
einem Gedicht von S. Dethleffs). de Ge 
richten mgt fr V. sprgken, wenn wi um 
so ni enig ward; meist Ordel (III, 901). na 
mien V. Lbg. (dafür meist Meenen III, 
628 f.); auch vereinz. he sä kein "Wgrd na 
sien V. „nach seiner Weise“ Lbg. 1870 (Bur- 
mester). — Vereinz. dat is keen V. „Ver 
gleich“ Ang. — ver-schf len sw.v. „ver 
schieden sein von“, „ungleich sein“ Holst. 
1800 (Sch. 4, 20); mnd. vorschelen; s. schf- 
len IV, 308. „Unterschied machen“: dat 
kann em nix v. Dtm. Wm. dat verschflt em 
nich, wat de Botter gelt „macht ihm nichts 
aus“ Holst. 1840. — Ganz vereinz. trans. 
„zwischen zwei Meinungen entscheiden“: mi 
dünkt, wi kunnen de Saak nu v. Dtm. (vgl. 
Joh. Meyer, Ges. W. 4, 84). 
ver sehenen (fa$en) sw. v. „verschienen“, 
„mit einer Schiene versehen“ Wm. —schen 
ken sw.v. „verschenken“. — schppen s. 
—schippen. — scheten st. v. „verschie 
ßen“. 1. „fort schießen“, he hett sien Pul 
ver (Bolten) verschalen wie im Hochd. — 
2. „vorbei schießen“, „verfehlen“. Beim 
Spiel (z. B. Katerlück) dasselbe wie backein 
(I, 203) Innien. den Weg v. „den richtigen 
Weg verfehlen“ FL. 1880 Oh. (Wisser, 
Volksm. 2, 71). —• 3. „ausschießen". Gös 
(Aal) v. — 4. „ändern“, „verziehen“, he 
verschöt keen Mien Lbg. In trans. „sich 
verlieren“, „bleich werden“, de Farf ver 
schütt „nimmt ein anderes Aussehen an“, 
„verbleicht“; vgl. —klgren und —pommern. 
dat Tüg (Kleed) is verschaten. Vereinz. ver 
schalen Gesicht „entfärbt“ Fehrs, Maren, 
S. 215. —•schpten adj. =r dgrschgten 
I, 812. he sült v. ut Holst. 1800 (Sch. 4, 44). 
ver-schicken im Schwalbenlied = —schak- 
ken (s. d.). — schieren sw. v. „scheiden“, 
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