Full text: (Fünfter Band)

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Tarken — tasen 
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Tarken (tägm) plur. f. „Reisig“, „Tan 
nennadeln“ Neum. Vgl. Targen. 
tarnen (tän oder tganf) sw. v. im Kom 
positum op-tarnen. dat tarnt up in ’t Westen 
„ein Gewitter zieht auf“ Ang. Vgl. dän. 
Taarn „Turm“. 
Tarr (tä) m. „Buchweizen“ Ang. (abst.); 
fries. Täte (Wiedingharde), Tarer (Karr 
harde). Vgl. Tarwe. 
Tarras (ta-ras) m. „Mörtel“, Mischung 
von Zement und Teer zum Dichtmachen 
eines Lecks im Boot (Ellerb.); mnd. tarras 
„Tuffsteinmörtel“; aus ital. tarazzo. 
Tarrel „Würfel“ s. Tardel. 
tarren (tän), taaren Sch. 2, 241, tar 
nen Kk., targen PL. 1840, t a r g e 1 n 
Dtm. 1840 sw. v. „zerren", „hin und her 
ziehen“, „reizen", „foppen“, „necken“; mnd. 
tergen „zerren“, terren u. tarren „zanken“, 
„streiten“; ags. tergan, fries. tarri, terri 
(Föhr, Amrum), dän. tirre, mnl. tergen, 
hochd. zergen; vgl. tirren. Morhoff, Unter 
richt von der deutschen Sprache (1682) 
S. 64: „tarren incitare anreizen; sonst haben 
wir auch das teutsche Wort terren, targen, 
welches der Bedeutung nach einerlei ist“. 
dat ward noch en Tucksen un Targeln um 
uns Sophie Dethleffs (1849) S. 216. de Katt 
tarrt „zerrt mit den Füßen“ Schw. he tarr 
em ünnen an ’n Rock Schw. he tarnt mit 
fr rüm Kk. he taart dat Kind, den Hund, 
den Apen „reizt“ Holst. 1800 (Sch. 4, 241). 
laut dat Tarren man na „laß das Necken“. 
Tähn targen „die Zähne ärgern“, „ihnen 
nichts Angemessenes darbieten“ Sh. (ver- 
einz.). Zweispänner: narren un t., t. un 
drillen, t. un brüden, tirren un t., t. un 
jijkeln. — Zsstzg. tarrföten sw. v. „mit 
den Füßen zerren“ Oh. Vgl. tallföten. 
Tarr-trien „langsames Mädchen“ s. for 
dern. 
Tarrien (tari-n) f. „Terrine“ Ang. 
Tarwe (täva) m. „Weizen“ Holst. 1800 
(Sch. 4, 249) ausgest.; holl. Terve. Vgl. 
Tarr. 
Tasch (taS), Tas (s. Disoh I, 741), 
D a s c h (hyperplattd. Form: weil hochd. 
tun = plattd. doon bildete man Dasch für 
Tasch; vgl. Daschendook I, 684). Naschen 
bringt leddige Taschen Oh. lange Piepen, 
depe T—en, nix to griepen Sschl. 1857. dat 
letzte Hemd, wat de Minsch driggt, hett 
keen T—en „der Tote kann nichts mitneh 
men“ FL, groot in ’e Brasch, mix in ’e T. 
von Aufschneidern (Sch. 4, 250). he kann 
mich mit ’n Ellbogen in ’e T. kamen vom 
Geizigen, s. I, 1038. dor mutt ’n den gan- 
sen Dag de Hand in ’e T. hemm „immer 
etwas ausgeben“, he hett ’n Poggenfoot 
in ’e T. s. III, 1084. he hett ’n Hasen in de 
T. s. Sch. 4, 250. he hett (stickt) se all in ’e 
T. „hat sie alle am Bande“, „ist allen über 
legen“. dat stgk ik in ’e T. „das kümmert 
mich nicht“ Oldsl. Sgbg. 1840. se hett em 
Ummer in ’e T. „verklatscht ihn immer“ 
Wm. he hett de Ogen in ’e T. hatt „ist un 
achtsam gewesen“ Holst. 1870. he hett sien 
Fru un Kinner noch in ’e T. „ist noch un 
verheiratet“ Sschl. 1850. se lacht un weent 
in een T. „zugleich" Kh. he hett all en 
Uhr op de T. Flensb. he liggt em noch 
Ummer op de T. „muß von ihm unterhalten 
werden“. Anderes s. bei Asch I, 181; Ärmel 
I, 190. Vgl. die Synonyme bei Fick 1 H, 71. 
— Zsstzgen: Taschen-dook m. u. n. 
„Taschentuch“; vgl. Daschendook I, 684. 
de Waschbalje tghrt, sä de Fru, do harr se 
’n T. wuschen Dtm. se hett Teer in ’t Hemd 
un Ohmachtswater in ’t T. s. III, 830. 
Scherzfrage: keen hett den gröttsten T.t 
(de Höhner, se wischt den Snawel an ’e Eer 
af FL.) — k 1 o c k f. „Taschenuhr“. — lock 
n. s. Snieder IV, 641. — m e s s n. „Taschen 
messer“. — puffer m. „Pistole", „großer 
Schlüssel, in den ein Zündloch gefeilt ist“ 
Holst. 1860. — w e i d f. „Dickdarm“ Hü. 
1850; s. Weid. 
Tasch „Tasse“ s. Tass. 
tasen /tgzri), tesen (tgzn), t ä s e n , tosen 
(tgzii) sw. v. „zerren"; mnd. tosen „zausen“ 
„zerren“, tesen „zupfen“, ndl. teezen, ags 
tcesan „zerpflücken“, engl, tease „zupfen“, 
„reißen", fries. taasi (Sylt), tize (Wieding 
harde) „zupfen“, dän. taese „aufzupfen“, 
„langsam arbeiten“, obd. zeisen „ausein 
ander zupfen“. Von den verschiedenen 
Formen ist tasen in Holst, allg. gebräuch 
lich (vgl. Sch. 4, 242), seltener in Schlesw. 
(Sschl. Eid.), tgsen besonders in Schlesw., 
aber auch in Wh. (Kremp. Wm. Dtm.), Mh. 
(Kk. Rdsbg.) und Sh. (Storm. Lbg.), tijsen 
Dtm. 1755, Nordfr. 1820 Hus. Hohn Wm. — 
1. „zerren“, „zupfen“, „schwer und mit An 
strengung schleppen“, dann intrans. „schlep 
pend gehen“, „schlendern“, „trödeln“, „zö 
gern“. he taast em an ’n Rock, de Hund 
hett dat ut ’t Schopp taast (vgl. Groth 2,174). 
he kämmt mit ’n Dracht Holt antaast. he 
taast mit sien ölen Köter dörch de Stra 
fen. de een taast achter den annern her. 
he taast Ummer so gben to, he is recht so ’n 
Taser „er schleppt sich ab“, „arbeitet un 
verdrossen“ FL. he tgst sik dor bannig bi 
af Eid. de Gijrn mijt Hau tqsen Dtm. he 
kann dat knapp tgsen Dtm. Stap. an den 
Sack hesst du düchtig wat to tgsen Dtm. 
he kann dat tijsen un hantgren „weiß damit 
fertig zu werden“, wat taast he dor lank 
„geht schleppend, langsam“, he taast den 
gansen Dag so rüm „arbeitet langsam",
	        
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