Full text: (Fünfter Band)

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Tapp — tarig 
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„zapfen“, „ausschänken“. ijwer ’n Drüssei t. 
8. I, 887. Im Lied: Hänschen, wuIt du frien, 
so frie nich mit mi, lewer nimm en Wien- 
tapperfru un drink di en Wiensrüschen. ’n 
Wientappersfru, de nghm ik nich, de hett 
so vgl to tappen Holst. 1860. Lied des Schenk- 
mädchens: ik sitt un denk un tapp un 
schenk, wenn dat so keem un he mi nehm, 
un he is ’n Timmermann Holst. 1840 (oder 
hinter nehm: denn wüss ik ni, wo de Weeg 
stahn schull as graad, wo Großvadder sien 
Biel hangt Dw. abst.). Übertragen in der 
Ra. he ward dor ni tappt un ni buddelt 
„nicht geduldet“ Holst. 1800 (Sch. 4, 248) 
u. noch; vgl. buddeln I, 561. — Zuweilen 
intrans. „tropfen", de Sweet tappt man 
ümmer so raf Oh. — Vgl. in-tappen II, 
1011. — Tapper (taba) m.„Zapfer“,„Bier 
zapfer bei der Hochzeit“ Ndtm. (s. Heim. 
6, 169). hoch un ümmer höger, ut ’n T. 
ward ’n Kröger Dtm.; s. III, 334. Vgl. 
Wientapper. — Zsstzgen: a) mit Tapp: 
Tapp-hahn m. „Zapfhahn". — lock n. 
„Loch im Faß für den Hahn“. Vgl. das 
Rätsel vom Ei I, 1019 u. — r 9 h r n. „Zapf 
rohr“ Groth 2, 106. — s 1 a a n n. Name des 
Kinderspiels Kliesch (III, 155) Ang. Der 
Tapp ist das Holzstück, das von einem 
schräg zugeschnittenen Pfahl mit einem 
Stock fortgeschleudert werden soll. — s 1 ü s 
f. „Zapfsehleuse“ Wm. — b) mit Tappen: 
Tappen-dreiher m. „Zeigefinger“ 
Dtm. Vgl. Finger II, 97. —strgk f. in 
der Ra. vull bet an ’n T. „zum Überlaufen 
voll“, „ganz betrunken“ Dtm. — verband 
f. „Zapfenverband“ in der Zimmermanns 
sprache (Groth 3, 140). 
tappeln s. tappen 2 . 
tappen 1 „zapfen" s. Tapp 2 . 
tappen 2 (tabrp) sw. v. „plump auftreten“, 
„unsicher, langsam gehen“, „tasten“ wie im 
Hochd. — Dazu: tappeln (tab\n) sw. v. 
„schlendern“. — Tappel (tabl) m. „plum 
per, langsamer Mensch“, „Tölpel“. Verbrei 
tete Schelte: T. achtein; vgl. I, 23. — t a p - 
pelig adj. „tölpelhaft“ Dtm., „verzogen“ 
Schw. — t a p p i g adj. „tölpelhaft“ Mh. — 
Zsstzgen: tappen-düster adj. „ganz 
dunkel“ in dem Ausruf: nu ward t.l „da 
hört’s auf!" Vgl. Nd. Kbl. 37, 56. — Tap- 
per-asmus m. „dämlicher Mensch“ Ang. 
(seit.). — Tapp-lopen n. beim Kipsel- 
spiel (IIL 121) die Bestrafung des Besieg 
ten durch Hinken (auch tipptapplopen) 
Dtm. Uters. Vgl. Heim. 8, 191. Vgl. auch 
Taps, tapsen. 
Tappentat (tabrptg-d) n. Verdrehung von 
»Deputat“, hess dien T. all krggen? „das, 
■was dir zukommt“ Holst. Vgl. Tepentat. 
Tappentin <tabmtvn) n. „Terpentin“. 
Tapperdnuf „Taube mit Federschopf“, s. 
Tapp h 
Taps (tabs) m. „täppischer Mensch“ wie 
im Hochd.; vgl. tappen 2 , fries. Taap, dän. 
Taabe. Groth 1, 182: de Tappsen. Hans T. 
„ungeschickter, plumper Mensch“. — T a p s- 
büdel m. dass. Hohn. —tapsen sw. v. 
„ungeschickt zugreifen“, „plump auftreten“. 
— tapsig, auch t a p s c h Dtm. „unge 
schickt“. Zweispänner tüffelig un tapsig. 
tapzeren (tabsg-an) sw. v. „tapezieren“. 
den Footborn t. „sich erbrechen“ Wm. — 
Tapz^rer m. „Tapezierer“. Vgl. Sch. 
4, 249. 
Tara f. „Abgang vom Gewicht einer 
Ware durch die Verpackung“, wi spglt T. 
von ’n Sack „machen bei zu hoher Forde 
rung Abzüge“ Hlghf. 
Taratt (tara-d) Name des Gänserichs in 
der „Mutter Hausbestand“ (Jb. f. Ldk. 6, 
394). 
tarben (tarn), t a r w e n sw. v. „haltern“, 
„überwinden", „bezwingen“, „fertig mit et 
was werden“ Dtm. Eid. (abst.). he kann den 
Düwel t. Dtm. 1860. dat kgt wi noch gben t. 
Eid. 
Tardel (tädal), Tarrel m. „Würfel“, 
„würfelförmiges Stück, bes. Speckwiirfel“ 
Holst. 1800 (Sch. 4, 249) Fehm. Sgbg. Wm, 
in T—n spulen „mit Würfeln spielen“, he 
läppt up den letzten T. „es geht mit ihm 
zum Sterben", mien Mann hett gans keen 
Art, wenn he dat blifft, so liggt de T. up ’n 
Disch „mein Mann kränkelt; wenn das so 
bleibt, sind die Würfel geworfen, geht es 
mit ihm zu Ende“, he hett noch vgl up ’n 
T. lopen „hat viel gut zu machen“. Brood 
in T—n snieden „Brot in viereckige Stücke 
schneiden (etwa zur Suppe)“. Alle Beispiele 
stammen aus Sch. 4, 249; heute ist das Wort 
fast erloschen. Im Mnd. heißt der Würfel 
Terling oder Tarling. — Zsstzg. Tardel- 
t ü g n. „gewürfeltes Zeug“ Sch. 4, 249. 
tardeln 1 /tädaln) sw. v. in der Ra. dat 
will ne t. „will nicht schaffen, nicht an 
schlagen“, „summt nicht auf“ Wm. Viel 
leicht zu Tardel. 
tardeln 2 (tädoln) sw. v. „krempeln“ in 
op- und um-tardeln, s. IH, 896. Vgl. tarpeln. 
tardern {tädan mit ganz schwach gespro 
chenem d) sw. v. „schlendern“, „zögern“ 
Dtm. Vgl. engl, to tarry „zögern“, „zau 
dern“. Dazu: Tarr-trien f. „langsames 
Mädchen“ Sgbg. 
Tarf „Torf“ s. Torf. 
targeln, t a r g e n „zerren“ s. tarren. 
Targen (tarn) plur. f. „Zweige“ Hadem, 
(vereinz.); vgl. Teigen, Tarken. 
tarig (tg-ri) adj. „verzogen“, en t—e Ggr 
Schw.
	        
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