Full text: (Fünfter Band)

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Tang — Tapp 
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bei Sch. 4, 248 verzeichnete tamsen „durch 
prügeln“ damit zusammenhängt, ist kaum 
anzunehmen; vgl. temsen. 
Tang 1 (tan), plur. T—en i. „Zange“; vgl. 
Bög- (I, 476), Geet- (II, 364), Für- (II, 278), 
Kniep- (III, 215), Achter-tang (I, 36). he is 
so fuul („schmutzig“, s. II, 252), man sull 
em nick mit de T. anfaten Holst. 1800 (Sch. 
4, 248). — Dazu tangen (tan) sw. v. „mit 
der Zange fassen“, „wegnehmen“, „stibit 
zen“. he hett mi Geld tangt. se hebbt em 
tangt „ihn gefaßt“, „gefangengenommen“ 
Holst. 1848 ((damals aufgekommen), den 
Kerl will ik mi wull t. „ihn mir vorneh 
men“. Zsstzg. Tang-stock m. „der auf- 
und abschiebbare Stock an der Spindel der 
Hobelbank“ Tischlerspr. (s. Nd. Jb. 1, 76). 
Tang 2 (tan), plur. T—en, Tängen Dw., 
Tang Preetz, Tangs Oh. m. „Zweig“, „Ast“. 
man mutt ni höger stiegen as de Boom 
Tangen hett Holst. 1840 (s. Tack 1 ). Vgl. 
den Spruch gegen Hillding II, 798. Im Lied 
zur Stärkung der Zungenfertigkeit (I, 431) 
wird Tang als „Ast" von Twieg „Zweig“ 
unterschieden: T.an’n Boom, Twieg an’nT. 
Tangstedt Dorf im Kchsp. Hellingen 
(Pbg.) wird als langen T. von Tangstedt im 
Kchsp. Bergstedt (Storm.) unterschieden; 
dieses heißt veern T., weil es im Geviert 
liegt (Heim. 25, 250). 
Tank (tang) m. „Seegras“, Zostera ma- 
rina; mnd. danc. grawen T. „Blasentang“, 
Fucus vesiculosus. 
Tante (tandd), plur. T—en f. „Tante“. 
Das Wort hat die plattdeutschen Ausdrücke 
Medder (III, 605 f.) und Möm (III, 690) 
fast ganz verdrängt. Gretentante „Tante 
Grete“. Im Kartenspiel wird Trumpf Dame 
als T. bezeichnet; vgl. Sch. 4, 248. T. Luzi 
„Kröte“ Nordfr. T. Meier verhüllend für 
„Abtritt“. 
Tanter (tanda) m. „Spielpfennig“ Wm.; 
von hochd. „Tantes“, das aus spanisch tan 
tos „Spielmarken“ stammt (Weigand 2, 
1023). Tanters hießen die kleinen vierecki 
gen Glasstücke, mit denen beim Zahlenlotto 
oder Silentiumspiel die ausgerufenen Num 
mern auf den Karten belegt wurden (Heim. 
12, 160). 
Tanterkraam (ta-ndakrgm) m. „Flitter 
kram“ Dtm., in Anlehnung an hochd. 
„Tand“. 
Tanterlatant (tandalata-nd) Name dei 
„Egge" im Rätsel; T. geit gwer uns Land, 
wer hett mghr Been as T.f Vgl. die Namen 
für das Ei I, 1020. 
tantrig (ta-ndri) adj. „schlaff“ Fehm. 
Tapeet (tape-d) n. in der Ra. wat op ’t T. 
bringen „zur Sprache bringen“ wie im 
Hochd. Tapeet, plur. T—en f. „Tapete“ wie 
im Hochd. 
Tapp 1 (tab) m. „Zopf“, „Haarbüschel“, 
„Federschopf der Tiere“, auch „Kopf“, 
„Spitze“; vgl. Topp. Das Wort ist auf Dtm. 
beschränkt; mnd. top, ags. topp, engl, top, 
fries. Tap (Sylt), Toop (Amrum Föhr Wie 
dingharde), dän. Top. ene Häne mit enem 
T.; dat Pgrd hett ’n T. up Dtm. 1755. he 
hett ornli ’n T. op ’n Kopp „das Haar in 
die Höhe gekämmt“, he lcreeg mi in ’n T. 
tofaten „in den Haaren“, vor ’n T. „vor 
dem Kopf“, se wgr so rood um ’n T. as ’n 
Kuunhahn (s. III, 376). dat Finster steit 
in ’e Tapp „ist bis oben hin zugefroren“ 
Eid., aus dem Fries, de Wininger stunn ön 
Top (Sylt, Amrum, Föhr). — Besondere Be 
deutungen; a) T. Flass Maß für Flachs, 40 
oder 25 Handvoll zu einem Bündel gebun 
den. Soviel Maifeuer man am Maiabend 
sehen kann, soviel Tapp Flachs wird man 
ernten, b) Name der Geestspitze, die bei 
Delve (Ndtm.) in die Niederung hineinragt. 
—■ Dazu: tapp-spr adj. „in der Krone 
verdorrt“, von Bäumen, deren Spitze abge 
storben ist; vgl. sgr IV, 694. — Tapper- 
duuf f. „Taube mit Federschopf“ Dtm. 
(Groth 1, 59). 
Tapp 2 (tab) und Tappen (tabrn) m. 
„Zapfen“; die kürzere Form nur in Schlesw., 
dort überwiegend, die längere in Holst, und 
seltener in Schlesw. (Dw. Hohn Eid.); mnd. 
tappe, engl, tap, fries. Taap, dän. Tap. Meist 
der Zapfen, das Hähnchen an der Biertonne: 
em blött de Snuut, as wenn so ’n Tapp ut de 
Tonn trocken ward Schw. Vom Schwätzer: 
dat gung, as wenn man treckt en Tapp ut 
de Beertonn Ang. Bei Durchfall: dat gung 
as en Tapp ut de Beertonn Flensb. wenn 
dor wgr ’n Tappen utstött ward, den mutt 
he aflicken „er muß überall dabei sein“ 
Hohn, uns Herrgott ward wull ’n Tappen 
uttrecken „wird es regnen lassen“ Pbg. 
Uters. Wm. Dtm. Rdsbg. Kiel, he hett den 
Tappen in de Tünn slaan „hat bei einer 
Festlichkeit den Beschluß gemacht" Sdtm. 
1810. un dorrnit Tappen afl „damit fertig!“, 
„aus!“ he spaart an ’n Tappen um lett an ’t 
Spundlock lopen Holst. 1840. dat Beer geit 
den Tappen na Holst. 1840. ik dreih den 
Tappen tweemal, sä Janohm, do drünJc he 
duppelt Beer Holst, 1840. Im Rätsel vom 
Ei: en Tunn ahn Tapp un doch twee Slag 
Beer Nordfr.; Ähnliches s. Ei I, 1019. — 
In der Zimmermannssprache: grote Locker, 
lütt je Tappen usw. s. napprn HI, 749; vgl. 
Nd. Jb. 1, 87. Saß § 212. Auch „Achse des 
Mühlsteins“ Dw.; „Zäpfchen im Halse“ FL. 
Vgl. Ies-tappen II, 982; Water-tapp „Wasser 
hose". — Ableitung: tappen (tabm) sw.v.
	        
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