Full text: (Fünfter Band)

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talen — Tallig 
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taten (tgln) sw. v. „gebären“. deSgg taalt 
„wirft Ferkel“ Todenbüttel (Schenef.) 
Schafstedt (Sdtm.); s. tglen. 
talfen (talfn) sw. v. „betteln“ Kunden 
sprache. 
Talg (talx) f. „Talg“, nicht häufig, dafür 
gewöhnlich Tallig (s. d.). Dazu: talgen 
(talia) sw. v. „die Malfläche mit einer Fett 
schicht überziehen“ (Malersprache) FL. 
Auch intrans. de Oss will brav t. „wird gut 
Talg im Leibe haben“ Holst 1800 (Sch. 4, 
246). — talgig adj. vom Fett, das gerinnt 
und hart wird. Zsstzgen s. bei Tallig. 
Talje 1 (talia) i .„Flaschenzug“, „Hebe 
zeug“ Seemannssprache (Kluge S. 775); ndl. 
tdlie, aus ital. taglia. 
Talje* (talia) f. „Taille“; echt plattd. 
dafür Kngp (s. III, 207). ’n Schörtenrock 
mit imlankte T. (veraltet). Abweisung: du 
kannst mi an de T. bummeln (Zusatz: an ’n 
Rock büst mi to lang Sdtm.). 
Tall (tal), auch T a a 1 f tgl) Sch. 4, 246, 
plur. T—en, vereinz. Talgen Sgbg., f. „Zahl“, 
„Anzahl“, he lett 5 en grade T. sien wie im 
Hochd. de T. schall ’t doon, sä de Düwel, 
do freet he Tiegen FL. dat sleit licht to T. 
„häuft sich bald“ Wm. Oft in Vbdg. mit 
Enn: dor is Enn un T. vun weg; he kann 
ni Enn noch T. finden „kein Ende“; s. I, 
1054. Besonders eine bestimmte abzulie 
fernde Anzahl: T. spinnen von der Arbeit 
der Mägde, die wöchentlich eine bestimmte 
Ellenzahl oder täglich eine bestimmte An 
zahl Fissen (s. II, 16) gesponnenen Garns 
abliefern mußten; vgl. spinnen TV, 756; 
Knipp III, 216; sie sagten: wi mgt to T. 
kamen Holst. 1850 Üters. (vgl. Heim. 25, 
35). sien T. maken oder hebben „bei der 
Strickarbeit eine vorgeschriebene Maschen 
zahl voll haben“ Sch. 4, 246. T. binden un 
döschen von der Drescharbeit (Dtm.). Über 
tragen: he weet, wat op ’n T. geit „versteht 
zu wirtschaften“ Wm. he qualmt, as wenn 
he T. srnöken deit Kh. Im Kniereiterlied: 
de Kalwer in ’n Stall, de blarrten gr T. 
„ihr Stück“ Pbg. Aberglaube: Wer von 
Zahlen träumt, muß sich ein Lotterielos 
kaufen, besonders wenn die geträumte Zahl 
durch 4 zu teilen ist (Schw.). — Die Bedeu 
tung „Sprache“, „Kunde“, „Nachricht“, die 
Taal in anderen Mundarten hat, findet sich 
nur mehr in der Vbdg. Taal un Teken (s. d.): 
he hett keen T. un Teken vun sik ggben 
Kremp. (abst.); vgl. Nd. Kbl. 42, 59; ver 
dreht zu Teken un Toll (s. d.). Das abge 
leitete Verb heißt teilen (s. d.). — Zsstzgen: 
Tall-brett n. „Zählbrett“, „Rechenma 
schine, an der die Kinder das Zählen lern 
ten“ Holst. 1800 (Sch. 4, 246 mit Abbil 
dung), ausgestorben. — h a s p e 1 f. „Vor 
richtung am Spinnrad, um die Zahl der 
Umdrehungen sichtbar zu machen“; s. 
Haspel II, 655. — r e e p f. „starkes Tau, 
mit dem die Wanten des Schiffs befestigt 
werden“ Ellerb. — stück n. beim Spin 
nen 10 Bind und 20 Knipp (Sch. 2, 109); s. 
III, 216. Mit dem Plural: Tallen-lotte- 
r i e f. „Zahlenlotterie“. — r i e d e r m. 
dass, wie Nummerrieder III, 816. — tdll- 
vor Verben: tall-benen sw. v. dass, wie 
—iföten (s. d.). — f ö t e n, — f o t j e n 
Kremp. 1797 „mit den Füßen zappeln“, 
eigentl. vom Vieh, das in den letzten Zü 
gen liegend noch zuckende, krampfartige 
Bewegungen mit den Füßen macht (Dtm. 
Wm. Kremp.); vgl. he teilt sien Geld II, 
336. Dann auch von Menschen, die mit 
den Füßen strampeln oder sich plump und 
unsicher bewegen (z. B. Betrunkenen): he 
tallföt in ’t Water rüm as ’n Poch in Maan- 
schien Oh. Sgbg. Kh. Ranz. Dtm. he tallföt 
achter em ran as dat (nüchtern) Kalf achter 
’n Slachter. he tallföt as ’n ophungen Ka 
ter (Groth 1, 199). Neben tall-föten auch 
teil-, tili-, tarr-, terr-föten. Dazu tall-fö- 
tig, -fötsch adj. von unsicherem Gang, 
„zappelnd“, „taumelnd“ FL. Kh. se sünd 
noch ’n bgten t. von jungen Katzen. Ver 
einzelt auch als Schelte: du Tallfoot Sdtm. 
— tall-poten sw. v. dass, wie —föten 
Dtm. — w a r k e n sw. v. „zaudern“ Kk. 
tallerig s. tatterig. 
tallern (talan) sw. v. spöttisch für „dä 
nisch sprechen“ Schlesw. 1840. 
Tallig (ta-li), T a 11 i, vereinz. T a a 1 i 
(tg-li) Sdtm. f. „Talg“ (s. Talg); mnd. tät 
lich, talch. öl un T. „gereinigtes Rüböl“ 
s. öl III, 917. man kann ni wgten, wat ’n 
holten Buck för T. hett „das ist unberechen 
bar“. he hett T. „er trägt weiße Wäsche“ 
Schw. — Zsstzgen (auch mit Talg-): Tal- 
lig-born m. „Talgboden“ Dtm. Der von 
einem Tier gewonnene Talg wird nach dem 
Auslassen (Schmelzen) in flache Gefäße 
gegossen, deren Form er nach dem Er 
kalten annimmt. —■ b i e t e r m. „Kohl 
meise“ Stap.; vgl. —moschen, Gglmeesch 
II, 346. —bütt f. „Bütte zum Auf 
bewahren des Talgs“. —doos f. „kleine 
Dose mit Talg, die Arbeiter, namentl. 
Kleier (III, 148) bei sich führen, um die 
Hände zu schmieren“ Dtm. — fohle f. 
„Griff nach dem Sack des Ochsen, um zu 
fühlen, ob er reichlich Talg hat“ Holst. 
1800 (Sch. 1, 130), ausgestorben. — fun- 
zel f. „Talglicht“ Holst. 1850; s. Funsel 
II, 248. — groben m. plur. „ausgebra 
tene Talgwürfel“; vgl. Grgben II, 474. ik 
kann allem gten, bloots keen T. un Gassen 
kaff Eid. Ang. —knieper m. „Werk
	        
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