Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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Tabak — Tackel 
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1014. Zum Prahlhans: du hesst ok mal ’n 
Pund T. mit gwer ’n Knick wöltert Oh. 
dat hed grasig op ’n T. „dabei ging viel 
drauf“, „das verschlang Kräfte“ Oh. he 
maakt sik as ’n Pund T. Oh. he kaut T.; 
vgl. Prüntjer III, 1127. he spinnt T. „sitzt 
im Gefängnis“. Beim Spiel Klumpsack (s. 
III, 185. 1074) geht der Spieler um den 
Kreis herum mit den Worten: hack T., för 
’n Dreeln T., all, de sik umkiekt, kriegt een 
in de Nack ffm.; vgl. Plumpsack III, 1074. 
Volkslied aus Ang. „de Piep T.“ s. Heim. 
33, 184. — Zsstzgen: Tabaks-bloom f. 
„Kornblume“, Centaurea cyanus (Flensb.). 
— broder m. in der Ra. Tabaksbröder ver 
laut sik ni Dw. — b ü d e 1 m. „Tabaksbeu 
tel“. Als T. diente früher allg. eine mit Le 
der eingefaßte, durch eine Litze zuzuzie 
hende Schweinsblase; sie war zuweilen noch 
mit einer baumwollenen oder seidenen Hä 
kelei überzogen, an der ein Klunker hing. 
he maakt ’n Gesicht as ’n tosamensngrten 
T. (bes. wenn das Essen nicht schmeckt) 
Eckf. Tanzlied: T. hqr, T. h$r, Klaas Pun 
ker hett keen Prüntjer mqhr Fehm. — d o o s 
f. „Tabaksdose“. —kästen m. „Tabaks 
kasten“. Ein T. stand früher für jeden Be 
such bereit. — q u i e 1 m. „Tabaks jauche 
aus der Pfeife“ Wschl. Vgl. Quid IV, 15. 
— s 9 w e r m. „Speichelfluß beim Bauchen“ 
Dtm. — Spinner m. „Tabakarbeiter, der 
den Tabak zu Rollen dreht“ Neum. FL. 
Tabbert (tabad) m. „Frauenmantel“, ik 
will mien T. man umnghmen Holst. 1800 
(Sch. 4, 342) ausgest. Aus lat. tabardium 
„Mantel“. 
Tabernakel (tabang-g]) in der Ba. wat 
is dat för ’n T. von etwas Auf gebauschtem 
(Ang.). 
Taberlatur f. „bestimmte Regel“, „Ord 
nung“ (von den Regeln der Meistersinger); 
mnd. tabeltur. et geit mit em allens na de 
T. von einem Menschen, der auf Ordnung 
hält; se singt na de T. „sie singt kunstge 
recht“ Holst. 1800 (Sch. 4, 242 f.). Ausge 
storben. 
tach (tax) lautmalend zur Bezeichnung 
des Schnalzens mit der Zunge im Tanzreim: 
jucti, Hein, Kluun un Twiern, schone 
fach(V), tach de Diern (4 mal wiederholt) 
Grammdorf (Oldbg.); vgl. Heim. 39, 45. 
Tach, T a c h e 1 „Zacke“, „Zweig“ s. Tack. 
tachentig (ta-xij.di) „achtzig“; das t 
stammt aus der Verbindung achuntachentig 
88 (vgl. alts. antahtoda 80); es ist dann von 
dem Zehner auf den Einer übertragen: 
tachuntachenti 88; s. acht I, 21 und achtig 
I, 37. tacht (8) kommt für sich allein nicht 
vor, wohl aber vereinz. taohtig (80): ik kann 
all tachtig teilen, slowitt is nu mien Haar 
(Diermissen, Strohot 1847). he is all hoch 
in de Tachentig. wenn du t. Jahr Brie ittst, 
warrst du ’n ol Minsch Ang. 
Tacher (taxa) „Zacke“ Ang. s. Tack. 
Tachs (tags) m. „Dachs“ s. Täcks. 
tacht (tax) zuweilen für getacht (s. II, 
363). de Reis wgr anners t. Groth 2, 15. 
Sschl. 1857 (ausgest.). 
Tachtel (tax\) m. „Schlag auf den Kopf“, 
„Ohrfeige“ Sch. 4, 243 aus Hamburg; ver 
einz. aus Sh. belegt. 
tachtig (ta-xdi) „achtzig“, s. tachentig. 
Tack 1 (tag), plur. Tacken u. Taggen f., 
Tackel (tagt), plur. Tackeln m., Tacken 
(tagw), plur. Tackens m., Tach (tax) 
Nordf r., T a c h e 1 (tax\) Oh. Schw., T a - 
eher (taxa) Ang. „Zacke“, „Zweig“; mnd 
tacke, tagge. Das Rad der Säge hat Tacken, 
de Boom hett dicke T—en (bes. Astreste, 
namentlich an Tannen), man mutt ni höger 
stiegen as de Boom T—en hett. an den 
Tacken kann ik mi ni holen, smeckt doch 
na Vagdn, sä de ool Fru, do kaak se Supp 
op ’n Tacken, wo vor 3 Jahr ’n Heister up 
sgten harr Sgbg. Auch „Spitze am Kleid“: 
’n Kleed mit schöne T—en; vgl. den Reim 
bei sacken IV, 253. Tacken auch „Hä- 
morhoiden“ Holst. 1800 (Sch. 4, 243) Kk. 
Storm. Wm. Dtm. Eid.; vgl. Sch. 1, 44 Ap- 
pelsalf „Apothekermittel gegen Hämorhoi- 
den“; Tackensalf Dtm. — Ableitung: tak- 
ken (tagw) ew. v. „mit Zacken versehen“ 
Dtm. — tackig, tackerig, tache- 
r i g (Ang.) adj. „zackig", „schartig“, dat 
Mess is t. (auch ut-tackert) Dtm. — Zsstzg. 
Tackel-draht m. „Stacheldraht“ 
— wier f. dass. Dw. — Flurnamen: Lan 
gentacken Puttgarden (Fehm.), Presen 
(Fehm.) 1709. 
Tack 2 (tag) m. „Schlag“, nur im Ablaut 
zu Tick (s. d.): he hett mi ’n Tick ggben, 
ik will em ’n T. ggben Oh. (Wisser). Im 
Rätsel von der Schwarzwälder Uhr: in uns 
Slaapkammer is en Wimmer un Wammer, 
en Tick un en T. un en holten Klapp Fehm. 
Vgl. mnd. tacken „berühren“. Dazu: tacks 
(tags) Ruf des Suchenden beim Versteck 
spiel, wenn er vor einem Spieler das Mal 
berührt (Dtm. FL.); vgl. antacksen I, 145; 
Akree I, 98; Gunk II, 510 u. Nd. Jb. 13, 
101 f. Auch das Spiel heißt Tacks. Der Ruf 
lautet auch tacktack Lottorf (Heim. 7, 25), 
tacksterlax Kh., tacksfilax Schw., tacksbi- 
lax Ang. Schw. (Heim. 7, 107), tacksnilax 
Schw. ik heff Tacks rufen die Kinder beim 
Kriegenspielen, wenn sie in oder an dem 
Mal stehen; vgl. Pickop III, 1006. — tak- 
kern (tagan) sw. v. im Zweispänner: tik- 
kern un t. von der Uhr. 
Tackel „Netz“ s. Takd.
	        

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