Full text: T bis Z. Nachträge (Fünfter Band)

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Tügböhr — Tüll 
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Tügs (vgl. hochd. „Dinger“) .wi hebbt 
v ?l von de (meist: dat) Tüs „Ungeziefer“, 
etwa Mäuse. Vgl. Untüg. — Von unnützen 
Gedanken: wat hett he all för Tügs (meist: 
iöt dumm Tüg) in ’n Kopp „Dummheiten“, 
»Albernheiten“, ah wat, dumm T.t „Un- 
®mn!“. wunnerlich Tüg(s) „verschrobene 
Gedanken“; vgl. Groth 3, 68. 96. — Wort 
bildungen mit T. als 2. Bestandteil sind sehr 
häufig; z. B. ^4as- I, 9 bei Aas 3, Bett- I, 
j™8, Bgwer- I, 196, Deckel- I, 696, Deck- I, 
b97, Fahr- II, 206, Für- II, 279, Hnnn- II, 
943, Jungs- II, 1060, Kleeder- III, 145, 
'J-ruup- III, 344 o., Sadel- IV, 264, Sünndags- 
961, Swien- IV, 1007, Takel-, Un-, Ünner-, 
v ' a rk-tüg. — Zsstzgen: 
Tüg-böhr (ty-xbqa) f. „Zeug-, Wäsche 
bahre“. — b ö s t f. „—bürste“. — d r ö g e n 
»das Trocknen der Wäsche“, 
tügen (tyiö), tüen Fehm. sw. v. „zeugen“; 
lQ der 2. und 3. Sing. Präs, tügst (tyxs) und 
^Uweilen tüggst (tyxs) (vgl. du lüggst). 
. »Zeugnis ablegen“. du schasst t. vor Ge- 
^eht. wenn de een lüggt un de anner tüggt, 
lüggt sik hellisch scharp Sdtm. Vgl. 
u 3 — 2. „erzeugen“, „hervorbringen“; 
J^gebräuchl., vgl. tqlen, maken. In einem 
'glicht aus dem Jahr 1811 wird von der 
hiattd. Sprache gesagt: büst de aüeröldste 
itr' a .^ e ’ lügend so edele, grote Di)gder 
'Heim. 29, 108). de Sünn tüggt Rqgen Wm. 
\°der von tehn „ziehen“? s. V, 33). ik kann ’t 
für so ’n ringen Pries t. „herstellen“, „be- 
j baffen“, „liefern“ Schenef. — 3. „anschaf- 
, 11 • de Wagen, den ik verladen Jahr tügt 
arr Gtm. 1813 (Claus Harms). Sonst stets 
4 9 1 en Kleed Holst. 1800 (Sch. 
’ “87); vgl. tarnen. Jetzt nur noch im Sinne 
” s ’ c h gönnen“, „sich leisten“: he tügt 
n Sigarr {’n Swiensbraden); he tügt sik 
w . (’n goden Dag) „tut sich etwas zugute“. 
^ft vom Genuß alkoholischer Getränke: 
, hett sik enen (enen Haarbüdel) tügt „er 
, t sich einen genehmigt, einen angetrun- 
611 ‘i vgl. antügen I, 147. 
j^.^ög-huus n. „Zeughaus“, Haus, in dem 
itäriische Ausrüstungsgegenstände lagern, 
(j ^^PPen n. „Klopfen der Wäsche mit 
^ 01 ™ aschholz“; s. waschen. — klopper 
Vo ”^ eu gklopfer“, Gerät zum Ausklopfen 
ü Zeug und Teppichen. —kniep f. 
ascheklammer“; s. Kniep IH, 212. 
»I_° r f m. „Wäschekorb“. —laad f. 
g ®> in der Wäsche aufbewahrt wird“ 
° rah - abst. —lien f. „Wäscheleine“, he 
. ritt ^ as wenn’n Adebar up de T. 
Un ~'®angel f. „Wäscherolle“; s. —roll 
dn ü^ n üel 3 IH, 684. —mangeln n. 
” Roll en der Wäsche“. — n a d e 1 f. 
„Zeugnadel“ zum Zusammenhalten von Klei 
dungsstücken. 
Tügnis n. „Zeugnis“; zu Tüg l . 
Tüg-pahl m. „Pfahl zum Befestigen der 
Tüglien (s. d.)“. —• r e c k, —rick n. „Ge 
rüst zum Wäschetrocknen“; s. Reck e) IV, 
62 f. —recken n. s. recken 2 (IV, 64). 
Aberglaube: Wenn beim Zeugrecken und 
-Zusammenlegen die Enden genau Zusam 
mentreffen, so heiratet die betreffende Per 
son einen Witwer (Schlwg.). — reden n. 
s. reden IV, 58 o. — r o 11 f. „Wäscherolle“; 
vgl. —mangel. — rollen n. = —mangeln 
(s. d.). 
Tügs (tyxs und tyys) n. verächtlicher Aus 
druck für „Kram”; s. Tüg 2 . 
Tüg-staken m.,—stüttf., —stütten 
m. „Stütze, die unter das zwischen 2 Wäsche 
pfählen (s. —pahl) ausgespannte Stück der 
Wäscheleine (s. —lien) gestellt wird“. Ab 
zählreim: eler meler mink mank, Koh scheet 
blink blank, Kalf woll ’t namaken, scheet en 
groten Tügstaken Kh. — töffeln m. plur. 
„Filzpantoffeln“ Kh.; vgl. Pampuschen HI, 
956. 
tük und T ü k e r Lockruf und Kosename 
für Hühner s. bei tuck. 
Tüker (tyga), plur. T—s, m. Reetwur 
zeln“ Dtm.; vgl. Dackwuttel I, 651. Ein 
alter Kleier (IH, 148 u.) soll auf dem Toten 
bett gesagt haben, er wolle alles vergessen 
und vergeben, „bloot de verdammten T—s, 
de hebbt mi dat Lgben suur maabt“. T. ist 
vielleicht eine Nebenform zu Düker (s. I, 
937) wie Toll zu Doll, tossig zu dussig, to 3 
zu do, Tuttsack zu Duttsack. 
tüksen „zupfen“ s. tucksen. 
Tül (tyl) m. u. vereinz. f. „Büschel“; mnd. 
tül „Büschel“, „Flocke“; vgl. Tüll 1 , Toll 3 
V, 105; Pull, en T. Haar „ein Filz Haar“ 
Dtm. 18. Jhdt. (Brem. Wbch. 6, 378), „Haar 
locke, -strähne“ Dtm. Wm. de Swiilk hett ’n 
T. Wull in ’n Snabel Dtm. Ein gedrehtes Tau 
besteht aus 2 oder mehr Tülen Wm. en T. 
Hau (Gras, Johanniskraut) ,soviel Heu oder 
Gras, als durch Drücken und Liegen fest 
zusammensitzt“ Dtm. (vgl. Brem. Wbch. 6, 
378; Nd. Jb. 6, 120); „ein Zweig Johannis 
kraut“ Dtm. — en lütte T. für „ein wenig“. 
giff mi man noch en lütte T. Lunden 
(Ndtm.). Vgl. Spier. 
Tülk „Tulpe“ s. Tulp und Tülp. 
Tüll 1 (tyl) Börm., Tüll (tül) Holst. 1870 
m. „Büschel“ „Federhaube auf dem Kopf 
von Hühnern, Tauben, Lerchen“; vgl. Tül. 
Ortsname: Malenen-Tüü „Magdalenen- 
spitze“, Düne bei St. Peter (Eid.); dort hat 
die schöne Maleen viele Tage und Nächte 
spinnend ihren Geliebten erwartet, der auf
	        

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