Full text: (Dritter Band)

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opschwillen — opslabörden 
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Storni. — s c h w i 11 e n st. v. „aufschwel- 
len. em schwillt de Kamm up „er wird 
übermütig“ Eanz. 
op-segeln sw. v. „die Windmühlenflügcl 
mit Segeln belieben“ Holst. —Seggen 
sw. v. a) „aufsagen“ einen Spruch, ein Ge 
dicht. b) „absagen“, „kündigen“, he heit em 
den Koop opseggt „hat jeden Verkehr mit 
ihm abgebrochen“ Sgbg. Kh. Wm. Dtm. 
Schw. ik will em dat Geld, o. „will ihm das 
Darlehen kündigen“ Wm. Dtm. uns Deenst- 
dgm hett opseggt Flensb. Ang. Dtm. nu 
seggt mien Lamp up „nrum versagt meine 
Lampe“ Ang. —sehn st. v. „aufblicken“. 
Greten seeg sik{!) ni op un ni um Groth 
1, 39. — seien sw. v. „aufsäen“, „besäen“. 
de Koppel is mit Hawer opseit Dtm. —sei 
hen (Wm.) u. — sehen (Dw.) sw. v. „durch 
seihen“, ,;du'rehsieben“. de Melk ward in Kel 
ler upseht Dw. Wm. Vgl. —sieben, —dro- 
gen. — seilen sw. v. „aufsegeln“, „hinauf - 
segeln“. Übertragen: he kann dat höllisch o. 
„ihm schadet kein Wetter“, „er trotzt allen 
Mühsalen“ Wm. he kann dat mit em o. „er 
kann es mit ihm aufnehmen“ Wm. —fie 
len sw. v. „dem Pferd das Geschirr auf- 
legen“. dat Pgrd ward opsglt Schw. Oh. Nur 
für Arbeitspferde, sonst Vorspannen, an- 
spannen. — seilen sw. v. „rein ausverkau 
fen“. he hett all rein upsellt Holst. 1800 
(Sch. 4, 94). —setten sw. v. „aufsetzen“. 
he sett den Hoot op „er setzte den Hut auf“. 
he mutt bald bi Petrus Kggel u. „muß bald 
sterben“ (Heim. 14, 123). he sett de Feldbrill 
up „späht aus“ Storm. he schall den Toom 
o. ,,soll den Zaum des Pferdes festschnallen“ 
Prb. de Seils o. „Segel setzen“ (Ggstz.: dal- 
nghmen). Fürn (Holt, Torf) o. „Feurung für 
den Winter einnehmen“ (aufstapeln) Büns- 
dorf 1850. Frühere Art der Weihnachtsbe 
scherung: de Schottel o. (mit Pfeffernüssen, 
Nüssen usw.), vgl. Jb. f. Ldkd. 4, 273 f. ’n 
Grientje o. s. H, 478; de Huuk o. s. II, 949. 
Mit ausgelassenem 1 Objekt: „beim TriU- 
spiel (s. d.) die Scheibe auf die Erde setzen“. 
de wai keen schere Wurf hemm, de w.ggen 
lewer froher o. Ang. (s. Ver. f. Jugendspiele 
1898/99 S. 5). Bezeichnung für eine Unart 
der Pferde, bei der die Schneidezähne auf 
den Krippenrand oder einen anderen festen 
Gegenstand gesetzt werden und Luft einge 
sogen wird; vgl. Kriiffenbieter III, 350. Eine 
Art des Marmelspiels, wobei jeder Mitspie 
ler einen Löper auf eine geglättete Fläche 
setzte (Hus.). Reflexiv: dat Weder sett sik 
up „das Wetter setzt sich zurecht“, „bessert 
sich“ Itz. 1800 (Sch. 3, 178) Wm. Stap. Ang. 
„sich widersetzen“: he sett sik op, häufig 
mit Zusätzen wie: as Lunau sien Bless FL., 
as Bock sien Hund (II, 931), as Thieß sien 
Kater (III, 65). Dazu: Op-sate m. „An 
schlag“. dat is sien 0. „das ist sein An. 
schlag“, „das hat er angezettelt“ Holst. 
1800 (Sch. 4, 319); vgl. —saut. — Op- 
s e 11 m. „Aufsatz“, de Wienerwagen hett ’n 
0. an’e Siet un en 0. gwer de Dgr Flensb.; 
s. Wienerwagen. —sett adj. „aufsätzig“. 
nargens hgr man en o. Wgrd Sdtai. 0 p - 
settels n. {Hus.) u. Op-setterm. (Eid. 
Kremp. Pbg. Bornh.) a) „Ring, durch den 
der Bienenkorb nach unten verlängert wird“; 
vgl. Ünner-setter. b) „Seitenbrett beim 
Bauernrwagen, durch das die Wagenleiter 
erhöht wird“ Has. Nort. c) Bezeichnung für 
ein aufsätziges, minderwertiges Pferd 
Mh. Dw. (vgl. stgdsch). — Upsetthuve 
f. „ein Streifen feiner Leinewand, mit Kan 
ten und eingeknippten Spitzen umsetzt (s. 
Snipp) und um den Kopf gebunden“ Fehm. 
1800 (Sch. 2, 169). —settisch adj. „auf 
sätzig“, von einem störrischen Pferd (Oh.). 
— setzig adj. „aufsätzig“, dringt aus dem 
Hochü. ein. 
op-sibbeln sw. v. refl. „sich aufputzen“, 
„mit Tand behängen“ Dtm. — si e h e n 
sw. v. „Milch durch ein Sieb gießen“ Ang. 
Rdsbg.; vgl.—seihen,—drogen. —sieren 
sw. v. „zieren“, „schmücken“, ole Tuunsta- 
kens mgt opsiert warm, de jungen putzt sik 
siilben Schw. —sdtten st. v. a) „fest 
sitzen“, „haften“ Holst. 1800 (Seh. 4, 319). 
dat sitt dar nich op „das wirft das Geschäft 
nicht ab“ Wschl. Im Döntje vom: faulen 
Knecht, das bei hacken II, 548 verzeichnet 
ist, lauten die Schlußworte des Bauern 
auch: sitt st du op, so mgt ik di; vgl. Sch. 4, 
319. b) „aufrecht sitzen“, besonders in der 
Ra.: ik will di o. lehren (laten Kremp. 
1797) „ich will dir (wie einem Hund) das 
Aufrechtsitzen beibringen“, „will dich Mo 
res lehren“ Holsteensehe Rüggelöper 1644. 
Id. Reinb. 175(1 Holst. 1800 (Sch. 3, 178; 
4, 99) Dtm. (vgl. Groth 1, 128) Wm. Kh. Be 
sonders „aufbleiben“, „nachts nicht ins Bett 
gehen“, vunnacht mg wi o., uns Sgg schall 
farken. Auch „noch nicht mit dem Dunkel 
werden ins Bett gehen“, dat 0. fangt an 
„es kommt die Zeit, wo man abends Licht 
anizünden muß“ Wschl. Als Opsitten 'be 
zeichnet man auch die abendlichen Besuche 
bei Nachbarn, die Zusammenkünfte der jun 
gen Mädchen zu Handarbeit und Pfänder 
spielen (Nordfr. Föhr). Dazu Op-sitter 
m. „Aufsitzer zum Plaudern“, „abendlicher 
Besucher“, wölem („wollt ihr“) uk llpsvt- 
tern heven? Föhr (vgl. Nd. Jb. 12,126). U p - 
sittergelag n. „nächtliche Besuche der 
Burschen in den ScMafkamtmern der Mäd 
chen“ Föhr 1800 (Sch. 1, 318). Vgl. finstern 
1. II, 107. 
op-slabörden u. — slabpren „ver 
schwenden“, „vergeuden“ Holst. 1800 (Sch.
	        
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