Full text: (Dritter Band)

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möglich — Möhl 
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mag ik uns Wirt um Verlöf bgden? Im 
Flensburger Deutsch (um 1850) zur Einlei 
tung von Fragesätzen: mag up it Musik 
nich schult bal anfangen? Vgl. mon. 
möglich (möxli, in Ang. mexlix) adj. „mög 
lich“. Kinnerslüd, wo ist m.f Eigentümlich 
plattd. wie hochd. „möglicher Weise“, he 
hett dat m. ggrni daan. morgen is he m. all 
werrer dor. he läppt dor m. noch Ummer 
rüm. Vgl. Groth 2, 161. 
Möh (moo), Mög (mox), Möchd (moxd), 
MeutNd. Jb. 53, HO (1715), M o i t Sch. 3, 
107 f. „Mühe“; mnd. moie, moige, möge, dat 
is de M. ni wgrt. he deit sik richtig M. „gibt 
sich Mühe“ Stap. se is wat ring vun M. 
„bequem“, elkeen hett sien M„ Vadder sleit 
Moder, Moder sleit mi un ik slaag den Hund 
Oldbg. maakt kcen M. „macht keine Um 
stände“ (wofür der Gast im Scherz auch 
sagte: spaart keen M. Sch. 3,107). — he hett 
v$l Möcht (Moet) „steckt tief in Schulden“ 
Dtm. 1755. — Ableitung: möhen sw. v. 
refl. „mühen“, he mäht sik dorgwer „er 
grämt sich über die Sache“ Kiel 1800 (Sch. 
3, 107). 
Möhl (mgl), Plur. M—en f. „Mühle“; mnd. 
mole, molle. Arten: Achtkants- (I, 38), 
Sarg. (I, 235), Bock- (I, 409), Botter. (I, 
468), Damp-, Farf-, Fleesch- (s. Wulf), 
Grütt- (II, 507), Hollänner. (II, 864),Jum 
fern. (II, 1056), Jung-, Kaffe- (III, 13), 
Kees- (III, 87), Koken- (III, 249), Köpper-, 
Lehm- (III, 444), Loh- (III, 503), Ol-, 
Paltrock- (s. Bock-), Papier-, Pgper-, Ross-, 
£>aag-, Schroot-, Semp-, Steerts-, Stöf-, 
Wind-, Windroos-, Water-, Zwick-mghl. — 
Nach der Antriebskraft werden Wind-, 
Wasser-, Roß-, Hand- und Dampfmühlen 
unterschieden. Die Windmühlen heißen nach 
der Bauart Bockmghl (I, 409), Paltrockmghl, 
Jumfernmghl (II, 1056), Hollandsche Mghl 
und Veerkant. Die Hollandsche Mghl, Hol- 
lännermghl, Achtkantsmghl ist eine Zwick- 
mghl, wenn der Mühlenkörper, dat Achtkant 
(I) 38), mit dem Zwickstell, einer Galerie, 
auf dem Ünnerbu, einer Ringmauer von 
etwa 3 Meter Höhe, ruht; sie heißt Erdhol 
länder oder Bargmghl (I, 235), wenn das 
Achtkant unmittelbar auf dem Erdboden 
steht. Die großen Achtkant-Stender heißen 
Ortroden. — Vom Zwickstell aus wird die 
Kapp (HI, 46) durch den Stgrt oder de 
Kroi (Ang.) gedreht. Am Stgrt heißen die 
beiden Querbäume dat grote und dat lütte 
Spreet, und die vier Bäume, die die Spreets 
mit dem hinteren Hauptbaum, dem eigent 
lichen Stgrt- verbinden, de Scharen. Zum 
Unterschied von dieser Mühlenart, der 
Stgrt smghl, wird bei der Windroosmghl die 
Kapp von der Windroos, einem sechs- oder 
achtflügeligen Windrad, in den Wind ge 
dreht. Das Windrad treibt ein Zahnrad, 
das in den Kroiering (Sdtm.), einen zahn 
radähnlichen Ring, greift und so das 
Kreuen (III, 319) bewirkt. — In der Kapp 
liegt die Flügelwelle, Mghlenwell oder Well, 
mit den Flügeln am vorderen Ende, dem 
Wellkopp und mit dem Kammrad (III, 33) 
ami hinteren Ende. Eine Mühle hat vier 
Flügel in zwei Roden, der Huusrood (II, 964) 
und der Feldrood (II, 50). Die Teile des 
Flügels sind: Boom, Hecken (s. Heck 2 6, II, 
692), Heckscheden, Windbrgder oder -huken, 
Sggeln und Fanglienen. Die Sggel, die bei 
gewöhnlichem Winde die Hecken ganz be 
decken, werden bei Sturm mittels der Fang 
lienen (H 18) weg- oder afbunn (s. afbin 
den 7, I, 60); zugleich werden die Wind 
bretter entfernt. Befestigt sind die Sggel 
mit Ketten: an der Innenkante an ihrem 
eigenen, an der Außenkante am folgenden 
Flügel. Ferner befinden sich an der Innen 
kante Tauösen', Toom-ösclien (d. i. „Zaum 
ösen“), die mit den Toomhaken hinter 
Knacken gehakt werden; am unteren Ende 
ist innen und außen in der Ecke je ein 
Bindetau, um das Sggel in die Länge strek- 
ken zu können. Morgens wird vor- oder 
upsggelt, abends afsggelt (I, 83). Die alten 
Segelmühlen bleiben abends gewöhnlich in ’t 
Krüz stehen (s. u.). Die Segelruten sind 
jetzt meistens durch Klapproden ersetzt. An 
die Stelle der Segel sind Jalousien, Klappen 
(vgl. III, 138) getreten, die durch ein He 
belwerk vom Zwickstell aus bedient werden 
oder sich auch selbsttätig nach der Wind 
stärke einstellen können. Die Drehung der 
Flügel wird gebremst durch den Pass, der 
aus Passboom und Passblock besteht (to- 
passen; Ggs. de Pass ward uptrocken oder 
upsett). — Die Roden setzen die Well mit 
dem Kammrad in Bewegung, das in dat 
Kronengedrief oder den Bunker (s. Bunker 2 
I, 586) der upstaanden Well greift, an deren 
unterem Ende dat Stgmrad, die Getriebe der 
einzelnen Mahlgänge, de Doierstöck (Rdsbg.) 
oder Gedrief (II, 320) bewegt. Ein Mahl 
gang besteht aus dem Bornsteen (I, 447) 
und dem Löper. Dieser schwebt auf der 
Spindel (Spitt), die unmittelbar vom Klüwer 
(III, 195) getrieben wird, dessen eiserne 
Klaue (Nack), über die Spindel greift. Der 
Klüwer ist bei neueren Steinen an dem 
Hau (s. Hau 4 II, 661) oder Rien befestigt, 
einer eisernen Angriffsstange, die quer 
unter dem Ooglock des Steines mit vier 
Klauen (III, 142) in ihn eingelassen ist. In 
neuerer Zeit wendet man auch den Bummel- 
rien oder die Balancierhaue an. Die Spin 
del läuft unten im Spgr und in dessen Spgr-
	        
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