Full text: (Dritter Band)

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Mors — Moses 
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üm von zweckloser Arbeit, he brickt ok noch 
mal den Dumen in ’n M. af vom Ungeschick 
ten oder vom Unglücksraben, he bindt sik 
’n Rood („Rute“) to sien egen M. „schadet 
sich selbst“, he will ümmer mit ’n Kopp dgr 
de Wand, mutt awers den M. mitnghmen 
vom Hitzigen, dem Hindernisse in den Weg 
treten, he fghrt mit ’n Kopp in ’e Kutsch 
un mit ’n M. in Rönnsteen, vgl. Kutsch III, 
372. he ritt mit ’n anner Manns M. dgr ’t 
Für „prahlt mit den Leistungen anderer“, 
»läßt andere für sich arbeiten“, he gif ft den 
weg un kackt dgr de Rippen „ist garzu 
freigebig“, he hett keen Sitten M. oder de 
M. is em to rund „hat kein Sitzfleisch“, „ist 
ein unruhiger Gesell“, em is de M. ümmer 
hitt „ist ungeduldig“, he hett de Gail to 
dicht bi ’n M. „krötig“. em schall man ok 
ümmer de Hand vor ’n M. holen „er läßt 
sich immer bedienen“, ik will em mal den 
M. umsömen „ihn tüchtig durchprügeln“. 
he lüggt, dat em de Damp na ’n M. rut- 
treckt. ut’n Norden (ut’t Muul) un ut’n 
H. kümmt selten wat Raars. du kannst di 
kanten un kghren as du wullt, de M. blifft 
ümmer achter, de Wind weiht wull ’n Hu 
pen Sand tohopen, awers keen dicken M. 
»Korpulenz kommt nicht von selbst“, twi- 
schen twee Stähl fallt de M. in Dreck Hü. 
~~ dat is in ’n M. „das ist hin“, „ist ver 
loren“. he liggt op’n M. „ist herunterge 
kommen“. he sitt mit ’n M. in Rönnsteen 
»ist in der Klemme“, he hett sik mit ’n 
barden M. in de Nettein seit „ist hineinge 
fallen“. he hett sik ’n natten M. haalt „ist 
schlecht weggekommen“, he hett knapp dat 
Hemd vor ’n M. „ist sehr arm“, se hebbt 
em bi’n M. krggen „ihn gefaßt“, „ange 
führt“. dat kann’n sik mit’n M. denken 
»leicht“, he hett sik den M. begaten oder 
bekielt „sich betrunken“ (vgl. Sch. 4, 194). 
he kümmt jeden Abend mit ’n dunen M. to 
Fett „betrunken“, he hett sik mit sien M. 
vertgrnt oder den Slgtel to sien M. verlgren 
»erbricht sich“, he hett den M. tokngpen „ist 
gestorben“, de Rogg is ruuch in ’n M. wenn 
sich viel Klee oder Kraut zwischen den Halm 
enden der Garben befindet (Hohn). M. bezeich 
net auch sonst das Halmende der Getreide 
garben (Dtm. FL.). Anderes s. bei achterna I, 
34; Appel 1,154; Backaben 1,200; Bessenstgl I, 
311; bloot 1,401; Büx 1,635.637; engelsch I, 
1048; Fort II, 195; Geld II, 334; Gewinn 
H, 369; heel II, 698; Hür II, 973; Jgk II, 
1050; Kerl III, 96; kleien III, 149; klemmen 
Hl, 151; lehnen III, 445; licken IH, 471. — 
Kätsel: rood sleit swart vorn M. usw. s. 
dansen 1,679. — Ortsname: Mgrs-lock Bucht 
der Schlei bei Buckhagen gegenüber Maas 
holm. — Zsstzgen (größtenteils bei Ars I, 
178 f. behandelt): mprs-dood adj. „mause 
tot“ (Sch. 3, 122). Mprs-gesicht, 
— koken (Hus. 1840) Schelte. — 1 i e p e r 
m. „Eidechse“ Stap.; vgl. Eerslieper I, 
1055. — v u 11 m. „Tracht Prügel“, kriggst 
gliek ’s M. Auch: wovgl Lüd wgrn dor? Ach, 
’n gansen M. Hohn. — wüst f. „der einge- 
zogene After alter und magerer Pferde unter 
dem Schwanz“, em geit dat Muulwark as ’n 
ool Pgrd bi ’t Lopen de M. Eckf. — wüpper 
m. „der Augenblick, wo der Schlitten über 
eine Unebenheit der Bahn hinweggleitet; 
auch die Unebenheit selbst“, dat wgr’n M. 
Neum.; vgl. wüppen. 
Morsellen (moase-ln) f. plur. „Zucker 
plätzchen“ Holst. 1800 (Sch. 3,113); aus mnd. 
morset „Bissen“; vgl. Magenmamsell. 
Moschat s. Muschat. 
Moschau Dorf bei Gosefeld (Eckf.). nu 
ward Dag in M., in Gosefeld stgkt se Licht 
an Büstorf (Schw.). 
moschen (mosp) sw. v. „fein regnen . dat 
moscht Bohmötedt (Bredstedt). 
Moschus (mo-sus), Moskus Ang. 1840 
m. „Moschus“. Moschus-kruut n. „Bisam 
kraut“, Adoxa moschatellina. 
Moschü (mosy-, mosy-), Muschü, M a - 
s c h ü m. „junger unverheirateter Herr aus 
höherem Stande“ Holst. 1800 (Sch. 3, 122); 
aus franz. monsieur; vgl. Musche. Auf 
Fehm. „lediger Bauernsohn, Verwandter des 
Besitzers, der auf der Landstelle bis zu 
seinem Tode verbleibt“ (abst.). In Lbg. 
wurde der Sohn des Domänenpächters so 
genannt. Dann überhaupt „Herr“: ik M. 
un du M., wer putzt uns denn de Schoh? 
Holst. 1840. Wm. Ironisch: du büst mi’n 
schönen M. „sauberer Bruder“. M. Blix s. 
BIPz I, 391. M f TJrian zsgezogen zu Ma- 
schurian oder Muschurian „Teufel“, „durch 
triebener Bengel“, „Taugenichts“ Ang. M. 
Parlemi vörbi „Deutschverderber“, eig. „par 
liere mir vorbei“, d. h. ich verstehe dich 
nicht; vgl. Dütschverdarber II, 951. 
Moschüt (mosy-d), M a s c h ü t Oh. Storm. 
Eid (abst.), Moschütt.Sgbg., Muschüt 
Neust. FL. Kh., Mauschüt Oh. (abst.), 
Moschük Storm., Maschück Plön, 
M e s c h ü t Kk. Storm., plur. M—en m. 
„Zwieback“, kleines süßes Gebäck. Vgl. Be- 
schüt I, 302 u. Nd. Jb. 30, 76. Muschü- 
ten-krömels „allerlei Brotabfälle“ FL. 
— Ortsname: Maschükenkroog Gastwirt 
schaft an der alten Landstraße zwischen 
Hamburg und Lübeck, in der es zum Ge 
tränk einen Zwieback zugab; vgl. Heim. 28, 
123. 
Moses (mözds) die biblische Gestalt, he 
hett dat in ’n Kopp as M. de Bibel Wm. 
Neum. he is so klook as M. un so dumm as
	        
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