Full text: (Dritter Band)

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Morgen — Mors 
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360 Quadratruten; das Nähere s. Jb. f. Ldk. 
6, 278 ff.; vgl. Heim. 34, 130; auf der Geest 
auch verschieden nach Wiesen- und Pflug 
land. In Kremp. ist M. 1 Tagewerk für den 
Pflüger und den Mäher mit der Sense, 2 
Tagewerke für den Mäher mit der Sichel. 
Morgen 2 (moara), Morn (monn), M o r n k 
(mocirag) Oh., Mornt (moand) Oh., Mor 
den FL., im Gruß oft gun Moign (moitd), 
plur. Morgens m. „Morgen“, de düstern 
M—s ggft de hellsten Daag Holst. 1840. 
de hellen M—s un de glattsten D§rns dggt 
nix Holst. 1840. M. im Gegensatz zu Abend 
s. I, 17; anderes bei Bett I, 323. Im Gen. 
noch mit alter Flexion: ’s Moms (abst.), 
morns, nun morns (morn, mornt) „heute 
Morgen“, annermoms „neulich Morgens“. 
de morgens wat spaart, de abends wat hett 
Lbg. de ’s Moms froh singt, kriggt op ’n 
Dag Truer. den Vagei, de ’s Morns froh 
singt, haalt de Katt. — Dazu: morgen 
(moara) adv. „morgen“, kaamt wi vundaag 
ni, kaamt wi m. (gw er morgen gewiß), putz 
weg, m. is ’t suur Kk. m. is de Nacht hen 
„nichts aufschieben!“ (vgl. Sch. 3, 113); 
ähnlich m. kamen de annern Sschl.. m. is ok 
noch ’n Dag „aufgeschoben ist nicht aufge 
hoben“. m. will ik Klock acht opstahn, et 
mag Dag sien oder nicht (Sch. 3,113). nimm 
’n Hoot af, m. is Sünndag s. af I, 55. — to 
m. „morgen“ Groth 1, 285. morgenlang s. 
mollank. — Zsstzgen: 
Morgen-beer n. „Warmbier“, früher die 
gewöhnliche Frühkost; vgl. Groth 1, 124. 
— g ast m. M. findt keen Harbarg oder sitt 
nich lang „Frühregen hält nicht lange an“ 
Wm. Elbm. 1840. — h o n n i g, auch Mor 
den. m. „Scheibenhonig“ Innien (Imker 
sprache), veraltet. — kost f. „Frühstück“ 
Dtm. — mann m. „Frühaufsteher“, de M. 
winnt Schw. Ang. de M. hett Brood, de 
Abendfru litt ok keen Nood Ang. (die Er 
klärung 1,18 ist falsch). — r g d f. s. Abend- 
rgd I, 19. — r o o d n. „Morgenrot“, Wetter 
regeln s. Abendrood I, 19. Parodie: M., M„ 
Pieper sien lütt Katt is dood s. Katt III, 71. 
Auch Bezeichn, für „Garten ringelblume“, 
Calendula officinalis (Storm. Mh. Ang.); 
vgl. Judenbloom II, 1062; auch —rgtjern 
Stap. Dtm. Die Blume heißt zuweilen auch 
Morgenfröh un Abendlaat. Als Snieders 
Morgenrood wird die „Studentenblume“, Ta 
getes patula bezeichnet (Schw. Bdsbg.). 
— r o o s f. „Gartenleimkraut“, Silene ar- 
meria (Hü.). —9f gen m. dor bün ik mit 
schier, sä Semmelhaak, do harr he den M. 
opfrgten Uters. nu kämmt he dor achter as 
de Köster achter den M., sloog twee Bläd 
up eenmal üm Üters. Vgl. Abendsggen 1,19. 
— spraak f. „Morgensprache“, Bezeichn. 
für die Zusammenkünfte und Sitzungen der 
Innungen, früher meist zweimal im Jahr; 
vgl. Heim. 7, 81: wi hebbt uns M. tweemal 
in’t Jahr Geg. v. Lüb. Das Wort ist heute 
abgekommen. Der bei den Sitzungen an 
wesende Ratmann hieß früher: Morgen, 
spraaksherr; Staatsb. Mag. 6, 502 (1826): „in 
den Versammlungen der Handwerker, z. B. 
der Schuster, zu Bramstedt entscheidet der 
Kirchspielsvogt die vorfallenden Streitigkei 
ten.“ — stern m. die frühere Waffe der 
Nachtwächter, eine Stange mit faustgroßer 
Metallkugel, die rings mit scharfen Eisen 
spitzen besetzt war. Als Pflanzenname: a) 
„Igelskolben“, Sparganium ramosum (Nord 
sehl.). b) „gelbe Narzisse“, Narcissus pseu- 
donarcissus (Heim. 3, 42); vgl. Osterbloom. 
— s t u n n f. „Morgenstunde“. M. hett Gold 
in ’n Munn wie im Hochd., zuweilen mit der 
Fortsetzung: awers dat is ni wahr; as ik 
vunmorgen ut de Blangdgr full, harr ik dat 
ganse Muul vull Schiet (Heim 1 . 15, 99). 
— supp f. „Morgensuppe“, man mutt de 
M. ni to groot kaken, dat man abends ok 
noch wat hett Holst. 1800 (Sch. 1, 13). dat 
is man ’n M. „ist nicht viel“ (Sch. 3, 112). 
—■ t i e d f. „die Zeit des Morgenbrots und 
dieses selbst“, dat wgr vor M. Wm. to M. 
§ten „um 6 Uhr frühstücken“. 
Moritz (mg-rids) Verdrehung von lat. mo- 
res. ik will di M. (kennen) lehren „ich will 
dir Benehmen beibringen“, „will dir schon 
zeigen“, he mutt noch M. kennen lehren 
„ist noch ungeschliffen“. Nd. Jb. 63, 150 
(18tes Jhdt.): de dumme grave Buur hefft 
beter M. lehret. — Dazu: moritzen 
(mg-ridsn) sw. v. ik will di m. „dir mores 
beibringen“. 
Mork „Mark“ s. Murk. 
Mors (mgas) m. „der Hintere“, derber als 
Ars (I, 178), Ors, Ngrs, Ners (Sch. 3, 140), 
Ers (I, 1062), Achterpgrt (I, 38), Gatt (II, 
309), Achterste (I, 26), aber in den meisten 
Anwendungen im Volksbewußtsein nicht als 
anstößig empfunden, he hett ’n M. as ’n Back, 
oben, as ’n Dragonerpgrd, as half Blickstedt 
(Dw.), as ’n half Pund Tabak, he hett ’n Ge- 
sicht as’n M. (II, 358). he hett keen M. in 
de Büx „keine Kraft“, dor kannst mit’n 
bloten M. op rieden von einem stumpfen 
Messer, he verlgrt den M. ut de Büx „ma 
gert ab“, sett di op ’n M., denn krüppt dor 
keen Muus in oder dor hett dien Mudder 
ok op sgten, as se Braut wgr Aufforderung 
zum Sitzen, reinen M., sä de Präzepter, oder 
ik doo keen Slag darop (Sch. 4, 193). de 
Bäcker hett ’n M. verbrennt sagt die Mutter 
zum Kind, wenn es fragt, ob sie ihm nichts 
aus der Stadt mitgebracht hat. wat he mit 
de Hann opstellt, stött he mit ’n M. werrer
	        
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