Full text: (Dritter Band)

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Mau — meck 
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Dtm. Kh. wi schütt denn mal ’n Mahltied 
ul de M. Holst. 1840. em stinkt all de M—en 
„er ist bereits verheiratet“ (Sch. 3, 89). nu 
em an’e M.! „auf ihn!“ Sdtm. — Die flei 
ßige Spinnerin, die von ihrem geizigen 
Mann als Leiche mit einem alten Hemd, 
das nur einen Ärmel hatte, bekleidet war, 
erscheint seiner zweiten Frau und spricht: 
un de heele Nacht gesponnen, wat hesst du 
dar von? Hemd mit euer Mau! Gah du hen 
un rauh; s. Mhff. 2 Nr. 261. — Als M. be 
zeichnet man auch ein Kinderjäckchen 
(Stap.), sowie die Taille der Ostenfelder 
Frauentracht (Hus.). — Zsstzgen: Mau- 
p 1 ö c k m. nach Sch. 3, 90 „das Holz, auf 
das der erste Anfangsring des Garns ge 
wunden wird, von welchem es dann abge 
nommen und in der bloßen Hand zum 
Knäuel gebildet wird“; vgl. Kuupstaak III, 
377; Winnelplöck. — Mauen-klapp f. 
„Ärmelaufschlag“ (Sch. 2, 265). 
Mau* (mau) in der Ra.: dat is Muus 
(Muusch) as M., de Katt fritt se heid „das 
ist einerlei“, „ist dasselbe“; entstellt aus: 
dat is Muus wie Maus bei Sch. 3, 126. 
mau (mau) „miau“, vgl. Bghneken I, 479. 
— m a u e n sw. v. „miauen“, wenn de Katt 
muust, denn maut se nich. Die Katze heißt 
im Kindermund Muschemau (vgl. grau I, 
472) u. Maukatt (Sch. 3, 88). 
Maxdur (magsdü-a), Mexdur f. für 
hochd. „Mixtur“ Holst. 1800 (Sch, 3, 90) 
ffm. Hü. Flensb. 
Mäd, M ä c h, Mäh „Met“ s. Meed. 
mächtig (me-xdi) adj. „sehr“, dat hijgt 
mi m.; he birs dor m. lank. Vgl. allmäch 
tig I, 107; groot-mächtig II, 487. 
Maden (m$dn), Mäten, Mädjen 
(Sch. 3, 71), Mäken (vgl. Mhff. 2 Nr. 485) 
n. „Mädchen“; wenig gebräuchlich; dafür 
fast immer Dgrn I, 713 f. — Reim s. bei 
flackern II, 123. — Zsstzg. Mäden-rot 
Name einer Rose (vgl. Joh. Meyer, Ges. W. 
3, 139: kennst du en Ros, se nömt ehr M.f). 
mäh s. Lamm, Lämmken. mähen sw. v. 
„meckern“, „blöken“. 
mähli (mf'li) adv. „allmählich“; vgl. 
Groth 1, 31: m. keem he wedder to sik sülm; 
1, 203 u. sonst, literarisch (volkstümlich: bi 
lütten). Vgl. gemählich II, 349. 
Mähn „Mähne“ s. Mahn. 
Mähr (m$a) i. „Mähre“, „weibliches 
Pferd“ Dtm. (vgl. Sch. 3, 81). de M. is göst 
hieben Dtm. Tevenkinner un Mährenlcinner 
sünd ni to truun Itz. (abst.). 
Mähr s. Nachtmahr. 
mäkeln (m$gln) sw. v. 1. „mäkeln“, 
„Maklerei treiben“ Holst. 1800 (Sch. 3, 73), 
„vermitteln“ Bornh. Dafür mäkeln Neum. 
— 2. „nörgeln“, he hett op allens wat to m. 
(Sch. 3, 73); dafür mäkeln Fehm. — mä- 
kelmödig adj. 1. von einem, der zum 
Makeln Lust hat (Dtm.). 2. „nörgelig“, 
„zänkisch“ Dtm. — Mäkler m. „Makler“ 
Dtm. (Groth 1, 243). 
Mäken s. Maden. 
Mäkler-pahl (mq-glapgl) m. „Zierpfahl 
am Ende des Strohdachs“ Bevern (Barm 
stedt) Ahrenlohe (Pbg.). In der Tischlerspr. 
ist Mäkler der Endpfosten, der Wange 
und Treppengeländer verbindet“, „die Mit 
telsäule der Wendeltreppe“; vgl. Nd. Jb. 
l, 92. 
mälern „abzählen“ s. meiern. 
männig s. mennig. 
Mäntjes s. Mantje. 
Märken (mpagp,), plur. M—s n. „Mär 
chen“. Auch „Gesten“, „Gebärden“. M—s 
maken „sich drollig gebärden“ Eid. he 
maakt M—s un prünt mit de Snuut Eckf. 
(seit.), nee M—s maken „neue Moden auf 
bringen“ Fehm. Vgl. Milken. 
Märmel s. Marmel, märmein „Marmel 
spielen“ Dtm. Rdsbg. 
Märten s. Marten u. Bruut I, 544. 
März (meads), veraltete Formen: Mart 
(vereinz. Holst.) u. Marz (Elbm. Wm. Kh.) 
m. „März“, wat de M. ni will, haalt sik de 
April Hü. in ’n M. nimmt Moses de Balken 
ünner ’t Ies rut s. Ies II, 980. de M—maand 
schall 9 Sommerdage hemm. Andere Wet 
terregeln s. April I, 158; Mai. — Zsstzgen: 
März-bloom f. „Leberblümchen“, Hepa- 
tica nobilis (Storm.); „Schneeglöckchen“ 
Wm. — g r ö n n. M. is ni schön (Jb. f. Ldk. 
8, 119). —seep f. „Seife, die man sich aus 
Märzschnee und allerlei Abfallfett selbst 
herstellte“ (Moderspr. 3, 92). — s n e e m. 
„Märzschnee“. M. deit de Saaten (den 
Buurn) weh. Das Haar gedeiht, wenn man 
es mit M. wäscht. Auch als Mittel gegen 
Augenentzündung gebraucht. 
Mäten s. Mäden. 
Mäum s. Möm. 
me (me) sagen westl. Bendsbg. in Elsdorf 
u. Westermühlen und in Hohn die „kleinen 
Leute“ für mi; s. di I, 717 u. 
Mechslerhahn im Abzählreim: eler meler 
M. usw., s. knacken III, 197; vgl. eie I, 
1035. 
meck (meg) Lockruf für Kälber, junge 
Schafe u. Ziegen; auch Spottruf auf die 
Schneider: Snieder m. m. m. oder m. m. 
Ziegenbock. Kinderreim: ik bün so satt, ik 
mag keen Blatt, m. m. Dazu M e c k e 
(me-go) u. Mecker (me-ga); auch Mecke- 
m ä h (megomg-) f. Kinderausdruck für 
Schaf und Ziege; zuweilen auch für Kalb 
(Hohn). Ableitung: meckern sw. v. von 
Ziegen; in der Jägerspr. auch von Belcassi-
	        
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