Full text: (Dritter Band)

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matten — Mau 
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fügt, die dem Müller zukam (Rdsbg.). — 
Dazu: matten (madn) vereinz. m e 11 e n 
sw. v. „Mallolin nehmen“. b?ter tweemal 
m. as eenmal, seggt de Möller Dtm. Bei 
langsamem Gang der Mühle sagt das Werk 
im Innern im Takt: matt man düchtig, matt 
man düchtig! Dw. Auch „beim Marmelspiel 
ein paar Läufer im Vorbeilaufen wegneh 
men“: m. is qhrlich, stahlen gefährlich 
Flensb. FL. — Zsstzgen: Matt-fatt n. 
„das Gemäß zum Matten“, de W$wer mit 
dat Spoolrad, de Möller mit dat M„ de 
Snieder mit de Snippelschgr, wo kaamt de 
3 Bedregers hqr? Schw.; Variante s. o. bei 
Matt u. Heim. 21, 285. —geld n. „Mahl 
gebühr“ Wm. —grütt n. „Abgabe in 
Grütze, die die Untergehörigen für Über 
lassung der Handmühle an die Herrschaft 
liefern mußten“ Schw. 1740 (vgl. Kock, 
Schwansen 2 S. 176). —kist f. „Kiste in 
der Mühle zur Aufnahme des gematteten 
Korns“. — p a a s m. „Sack, in den das ge 
mattete Mehl kam“ Ang. Rdsbg. Dtm. Lbg.; 
doch s. den besonderen Artikel Mattpaas. 
Matten Name s. Marten. 
Matten 1 m. „Wermut“, „Wrömp“ (s. d.) 
Hus. 1800 (Sch. 3, 86). 
Matten 2 m. „Bindegarn, aus dem man 
die Peitschenschnüre dreht“ Fehm. (seit.); 
„Spitze der Peitschenschnur“ Fehm. Dtm.; 
vgl. Blatsch I, 375; Jietsch II, 1036. 
mattem (madan) sw. v. „ungeduldig kla 
gen“ (bes. von Kranken) Sdtm.; vgl. dwg- 
tem I, 975. 
Matt-haken (ma-dhggn) m. „beim Mähen 
gebrauchter Eisenhaken mit hölzernem 
Stiel, mit dem die Halme geordnet und zur 
Seite gebogen werden, ehe der Mäher (Hauer 
II, 665) mit der Sich (s. d.) zum Schwünge 
ausholt, und mit dem das abgehauene Korn 
herangeholt und zur Garbe zusammengefaßt 
wird“, überall in den Marschen gebraucht 
(vgl. hauen II, 664). Prov. Ber. 10, 219 (1796): 
„das Getreide wird in der Marsch nicht mit 
der Lee, sondern mit Sich und M. gemäht, 
weil das Korn dort sehr stark wächst und 
flach und unordentlich durcheinander liegt, 
sodaß man mit der Sense nichts anfangen 
kann.“ 
Matthies (matis u. ma-dis) der Name 
Matthias. Neckreime: M. Matthaas, wat 
röppt de Haas? de Haas de röppt M. Matt, 
haas Hus. Mit Ton auf der erstem Silbe: 
M., wenn ’t man wat is, wenn de Minsch 
man satt is (Heim. 17, 148). Oft als Be 
zeichnung des 24. Februar in Wetterregeln: 
M. brickt dat des usw., s. II, 980 f. wenn ’t 
M—nacht früst, denn früst dat noch 40 
Nachten Dtm. Eid. Hus. — Johann M. im 
Fangspiel s. II, 17. 
Matt, M a 11 j „Regenwurm“ s. Mett 1 . 
Matt-laag (ma-dlpx) f. „eine jährliche 
Abgabe (vgl. Laag), die jeder Hausvater 
dem Prediger zu zahlen hatte“ Eid. 1795, in 
einigen Gemeinden 1821 noch in Gebrauch 
(s. Staatsb. Mag. 1, 811). Der erste Bestand 
teil ist wohl derselbe wie in Matt-paas 
(s. d.). Vgl. Maat 2 . 
Matt-paas (madpgs) f. „Beutel, in dem 
man auf Reisen oder Ausflügen den Mund 
vorrat mitnimmt“, besonders „der Beutel, 
in dem die Arbeiter ihre Eßwaren mit aufs 
Feld nehmen“; es ist ein aus Leinen her 
gestellter, über der Schulter zu tragender 
Behälter mit einem Schlitz in der Mitte der 
Länge; in den einen Teil wird Brot, in den 
andern Speck und Butter hineingezwängt. 
Das Wort ist nur in Schlesw., dort aber 
ziemlich al'lg. gebräuchlich (vgl. Sch. 3, 86); 
vereinz. ist es aus Fehm. bezeugt; Quelle ist 
dän. Madpose „Knappsack“ zu Mad „Speise“; 
vgl. got. mats „Speise“, matibalgs „Speise 
sack“, „Ranzen“; alts. mat u. meti, ags. mete 
(engl, meat), fries. Meet „Fleisch“ (Sylt), 
ahd. mhd. maz. Man sagt auch: du schasst 
’n M. mithemm „sollst ein tüchtiges Butter 
brot mithaben“, ohne daß man dabei an 
einen Beutel denkt (Ang. Schw.). Scherz 
haft wird M. zuweilen für „Bauch“ ge 
braucht: de hett en schöne M. Ang. Das 
Wort ist auch zu matten in Beziehung ge 
setzt worden; s. Matt 2 . 
Matt-siek (ma dsig) „wässerige Wiesen 
niederung“ Ostenfeld (Hus.). Wohl za. Matt 1 
(vgl. hochd. „Matte“ = „Wiese“). 
Matz (mads) Kurzform von Matthaeus. 
M. Fotz „Hundsfott“ (Sch. 1, 332). he sitt 
as M. Fotz vor de Etigtünn „ist in Verlegen 
heit“, „sieht ängstlich und blaß aus“ Holst. 
1800 (Sch. 1, 304) Schw. M. Fotz von Dres 
den s. Fott 2 II, 197. 
Mau 1 (mau), vereinz. Maag Lbg. plur. 
Mauen, Mauens, Mauwen (Sdtm.), Maugen 
(Lbg. Storm.), vereinz. Mauken (im Reim auf 
Frauken Heim. 23, 36) f. „Ärmel“, „Hemds 
ärmel“; mnd. mouwe, mawe; vgl. Hemds 
mau II, 736 f. — bihangende Mauen „hän 
gende Ärmel“ (Sch. 3, 89); übertr. dor sünd 
so vql b. M. bi „Hindernisse“, dat paßt as 
Snodder op de M. Wm. he weet dor keen 
M—en antosetten „weiß die Sache nicht an 
zufangen“ Schlesw. et geit em ni dörch de 
M. „es rührt ihn nicht“ Ang. he hett wat 
in de M—en „ist stark“, auch „hat etwas 
zuzusetzen“, he is mi ut de M. kamen „aus 
der Macht gekommen“ Oldbg. he bindt een 
wat op de M. „bindet einem etwas auf“. 
he schütt en ut de M. „lügt“, „schneidet 
auf“ Ang. he kann dat man so ut de M. 
schüdden (z. B. eine Rede, eine Predigt)
	        
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