Full text: (Dritter Band)

591 Marie 
Mark 59 
se stunn up ’t Reck un full mit de Ngs in ’n 
Dreck, un as ik recht toseeg, harr ik nix 
mghr as Huut un Knaken. — kunnst di ja 
insolt hemm. — ik harr keen Solt. — kunnst 
di je wat köfft hemm. — ik harr keen Geld. 
—• kunnst di je wat stahlen hemm. — dat 
hett mien Vadder un mien Mudder mi ni 
Ighrt. — denn nimm di man een. Die Fra 
gende schwenkt dann das vorderste Mäd 
chen unter allerlei Grimassen im Kreise 
herum und singt: ik heff Mudder M. gr 
Dochter krggen, se lacht ni, se schracht ni, 
se wiest de mitten Tähn ni, se hett Grün 
kohl gten un hett lang de Hack schoten usw. 
(Hü.). — Ein anderes Spiel: Die Kinder 
stehen vor der sitzenden Maria. Mudder 
M., wat maaksf du dar? — ik neih Vadder 
sien Hemd. — wo is Vadder? — in ’n Gaarn. 
— wat maakt he dar? — plückt Appeln 
un Bgm. — schöllt wi ok mal hen? — mußt 
di grst waschen un kämmen. — dat heff 
ik all daan. — denn gaht man hin, awers 
haut mi jo den groten Hahn ni dood. — 
Mudder M., die Glocken die läuten. — was 
hat das zu bedeuten? — der Hahn is tot. — 
wer hat das getan? — wir alle! Dann lau 
fen die Kinder weg; Maria greift eine, und 
diese ist dann Mudder M. Duwenstedt 
(Storm.). — Gegen Verfangen der Kuh: 
dat Beest hett sik verfangt in Frgten un 
Supen, in Water und Wind, ik will dit 
stillen mit Marien Kind (Mhff. 2 Nr. 652, 9); 
gegen Brand: Miulder M. güng ijwer de 
Brügg usw. s. I, 504; gegen Blutungen: 
Blood. stah still, dat is Mudder M. gr Will 
usw. s. I, 397. — Der Marientag (25. März) 
heißt leef Fruendag s. II, 238. — Spottreim 
auf den Mädchennamen: Marie, Marie, stgk 
Botter in ’n Brie Dtm. Mariek, Marak, Ma- 
rulltobak hett hunnertdusend Swien op ’e 
Nack (Hohn) oder hett 27 Klump in ’e Nack 
(Dw. Schw.) oder steit in ’t Kieler Wochen 
blatt (Kk.) oder stah op un ggf de Hühner 
wat, ggf gr ni to vgl, sünst schief se lang 
de Dgl (Preetz). Im Tanzlied wenn hier ’n 
Pott mit Bohnen steit s. I, 413. Wechsel 
gespräch s. Krischan III, 327. — Häufig in 
Ortsbezeichnungen: Marien-barg Anhöhe 
Kl. Sarau (Lbg.), Hufe Schierensee (Bordsh.), 
—brook Hof Padenstedt (Neum.), —feld 
Koppeln Ovelgönne (Oldbg.) u. ö., —höh 
Flurn. Kiel u. ö., —kampsbarg Grabhügel 
Eggstedt (Sdtm.), —lücht, ■—leuchte ein mit 
einem Strahlenkranz umgebenes Muttergot 
tesbild, das bei der Verwüstung Fehmarns 
durch König Erich Blut geschwitzt haben 
soll (Landkirchen auf Fehm.), —stedt, 
—stede Meierhof Gr. Zecher (Lbg.), Sage 
von der wundertätigen Quelle zu M. s. 
Mhff. 2 Nr. 136, —war der Meierhof Lehm 
kühlen (Preetz), —wohld Gutsbezirk Mölln 
(Lbg.). 
Marien-bettstroh (msmnbe-dsdrö), auch 
Maria- (Dtm. Itz.) und Ha rieken- 
(Storm. Mh. Oh. Hü.) n. Pflanzenname. 1. 
„wilder Thymian“, Thymus serpyllum; 
Heilmittel gegen Harnverhaltung (snie- 
den Water) Storm. Mh. Oh. Dtm. Hü. — 
2. „echtes Labkraut“, Galium verum Wm. 
Storm. Fehm. Flensb. Sch. 4, 213. Maria 
soll in Bethlehem statt des Strohs das 
wohlriechende Kraut im Bett gehabt haben; 
am Maiabend (oder Lichtmeß) soll sie es 
verbrannt haben; daher die Sitte des Ba 
kenbrennens (Dtm. Stap.), s. Mai. 
Marien-bloom (marvnblöm) f. „Marien 
blümchen“, Bellis perennis (Dtm. Ang.); s. 
Maibloom 1. — k r u u t n. „Wolfsmilch“, 
Tithymalus (Ndtm.); vgl. Bullenkruut I, 
571. 
Maricken Kopfbedeckung der Priester. 
Burengespräk von 1755: veel van den Mans. 
Kerls hadden Maricken up ’m Kopp as uns 
Prester Nd. Jb. 54, 63. 
Mark 1 (mag) m. „Mark“ (Münze). Eine 
Mark Hamburger oder Lübsch Kurant 
= 16 Schilling = % ölen Daler; s. Daler 
I, 660 f. — 1. M. Goldes r= 144 Rieksdaler; 
als Landmaß soviel, wie man dafür kaufen 
konnte, von verschiedener Größe, gewöhn 
lich 7 Tonnen Haferland oder 2 6 /o Tonnen 
Hartkorn; eine volle Hufe meistens = 
61 M. Goldes oder 120 Heitscheffel (s. II, 
719) Sundewitt, Glücksburg; in Ang. = 20 
Heitscheffel (Heim. 38, 36). Als Gewichts 
bezeichnung 1 M. = H Pfund = 8 Unzen 
(s. Pund) = 648 M. nach unserem Geld 
(Heim. 6, 259). —’wenn ik di seh, fehlt mi 
jüs een Groschen an ’n M. Stap. jede 100 M. 
hett sien Verstand Stap. schasst mal 10 M. 
hemm, wenn ik se graad in ’n Rönnsteen 
finnen doo Üters. dor sitt wi nu für 5 M. 
14 Schilling (4 Schütze 3, 83, un ’n Döttjen 
Wm, s. I, 952) „niedergeschlagen“, „hülf- 
los“; s. fief II, 77. en Faden für ’n M. = 
7 Grogs (Ang.). Wortspiel mit Mark*: ik 
will mit di wetten üm’n M. „im Falle des 
Verlierens will ich dir ein Zeichen 1 in ’s Ge 
sicht machen“, „dir eine Ohrfeige geben“ 
Wm. Wortspiel mit Mark 3 : wat schall dat 
gellen? — een M. — de kannst du di sülm 
ut de Eer pulen oder dor hannel ik ni mit. 
Mark im Krähengeschrei s. Kreih III, 311. 
Mark 2 (mag) f. ,„Marke“, „Zeichen“, 
„Merkzeichen“ (vgl. Sch. 3, 82). he hett ’n 
M. krggen „sichtbare Zeichen von einer 
Verletzung, bes. von einer Prügelei“ Wm.; 
vgl. Mark 1 (Wortspiel). M. nghmen „sich 
ein Zeichen merken, um Angeln oder Netze 
wiederfinden zu können“ Ellerb. Früher oft
	        
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