Full text: (Dritter Band)

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Kalwerstall — Kalmus 
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ken des Stalles (Ang.). — stall m. „Käl- 
berstall“. de Sticken is weg vor ’n K. „von 
albernem Benehmen“ Kiel. — t ä h n m. 
plur. „Kalbszähne“, scherzh. Bezeichn, für 
„Graupen“, „Graupensuppe“. Wohl aus der 
Soldatensprache. 
Kalfakter (kalfa-gdci) m. „Aufseher“, 
„Geschäftsordner“; vgl. Klafakter. Auch 
„herrischer, rechthaberischer Mensch“ Oh. 
Dtm. Dazu kalfaktern sw. v. „mit 
großem Wortschwall seine Meinung durch 
zusetzen suchen“ Dtm. 
kalfatern (kalfg dan), k a 1 f a t e n „die 
Fugen eines Schiffes mit Werg (s. Kabel- 
gaarn) und Teer dichten“ Seemannssprache. 
— Ubertr. „nörgeln, verbessern“ du hesst 
ok Ummer so v$l to k. Ang. Itz. — Zsstzg.: 
Kalfaat-iesen n. „Meißel, der zum 
Kalfatern gebraucht wird“. 
Kalfatermann (kalfy-daman) m. Verdre 
hung von „Klabautermann“ (unter Anleh 
nung an kalfatern); vgl. Jb. f. Ldk. 3, 448 f. 
u. Klabautermann. 
Kaliber (kali-va) n. „Art, Sorte“, dat is 
nich vun mien K. „die Art liebe ich nicht, 
damit gebe ich mich nicht ab“ Holst. 1800 
(Sch. 2, 214). das vun ’t rechte K. meist 
ironisch: „ein sauberes Früchtchen!“ (Sch. 
2, 214). 
Kalies (kali-s) n. „Brenneisen, womit der 
Schuster die Schnittseiten der Sohlen aus 
brennt und ausputzt“ Ndtm. 
Kalk (kalg) m. und n. „Kalk“, dat is ok 
man mit losen K. bestrqken „oberflächlich 
gemacht“ Holst. 1840. — he wqr so witt as 
K. an’e Wand „kreidebleich“, falsch as K. 
an’e Wand Wm. wat du settst in K. un 
Steen, kriggst du miendaag nich mehr to 
sehn „vieles Bauen ist unwirtschaftlich“ 
Ang. — Volksmedizin: K. oder Kalkwasser, 
mit Leinöl oder Eigelb gemischt, wird als 
Mittel gegen Brandwunden gebraucht. Ab 
leitungen: kalken sw. v. „mit Kalk be 
streichen“, „tünchen“ (vgl. witten, utwitten). 
he süht ut as de kalkte Wand „ihm wird 
übel“, kalkte Fijt „weiße, steinerne Schüs 
seln“ s. Falt H, 34. — kalken, k a r k e n 
adj. „aus Kalk bestehend“, k. Brijsel „Kalk 
pfeife“. k. Tellers „weiße Teller“ Wm. — 
Zsstzgen: Kalk-aben m. Ofen zum Bren 
nen von (Muschel-)Kalk. —back n. Ge 
fäß der Zuckersieder Holst. 1805; s. Back 2 
I, 198. — bicker m. Arbeiter am Sege- 
berger Kalkberg, die den Kalk abzuhauen (s. 
bicken I, 339) haben (Sgbg. 1794). — b r e n- 
ner m. „Muschelkalkbrenner“; ein unter 
gegangener Beruf. In den Kalkofen wurde 
zu unterst eine Schicht Torf gelegt, dann 
eine Schicht Muscheln, dann wieder Torf, 
Muscheln und so weiter. Wenn das Ganze 
ausgebrannt war, war der Kalk fertig 
(Elmsh.). —kästen m. „Kasten zum 
Tragen von Kalk“. — k r ü c k f. „Stange 
mit einem krückförmigen Eisen zum Um 
rühren des Kalks beim Löschen“ Maurer 
sprache. — k u u 1 f. „Grube, in die man den 
gelöschten Kalk abließ“. —kül f. „Keule 
zum Stoßen des Muschelkalks“ Dtm. — piep 
f. „Kalkpfeife“, in Dtm. und Wm. früher 
auch häufig von alten Frauen geraucht. 
Rätsel: wat kummt lang op’t Daclc un 
kummt kort wedder hindaal? (Kalkpfeife). 
— q u a s t m. „großer Pinsel zum Kalken“. 
— snüffel m. „kurze Kalkpfeife“ Wm. 
— speuten pl. „Kalkspritzer“ Ang. 
— trog m. großer vierkantiger, flacher 
Holzkasten zum Löschen des ungebrannten 
Kalks. In diesem Trog wurden große Stücke 
ungelöschten Kalks mit Wasser begossen; 
die Mischung wurde mit der Kalkkrück (s. 
o.) durchgerührt, bis der Kalk gelöscht war. 
Dann wurde durch ein Schott in einer 
Querseite der gebrauchsfertige K. in die 
Kalkkuul (s. o.) abgelassen. Übung zum 
Schnellsprechen: de Kreih, de droog den K. 
dreemal um Karkliof Eid. — wand f. he 
schaamt sick as de K. Holst. 1840. Flur 
namen: Kalkholt Ratzeburg (mit vielen 
alten Gruben, aus denen K. geholt wurde). 
—kamp Bünzen (Rdsbg.), —kuul Koppeln 
Thomsdorf (Oldbg.), Ausbaustelle Sirksfeld 
(Lbg.), —ruschen Koppel Sarau (FL.) Plön, 
—rüsen Koppeln Glasau (Sgbg.), —ort Wa 
denzug im Kieler Hafen, wo der Grund von 
den vielen Kalkmuscheln weiß war (Ellerb.). 
Kalkuun (kalkü-n), Kalkuut, K al 
le u t e r m. u. f. „Puter“, „Truthahn“, 
,,-henne“. In Dtm. dafür häufiger Kuun. 
hahn (s. d.). 
Kalkül s. Kattkül. 
Kallamd „Kachelofen“ s. Kachelaben. 
Kallemann (ka-loman) Kosename für 
Karl. Spottreim: K., treck St$weln an, 
treck se wedder ut, smiet ’n darmit an ’e 
Snuut Sgbg. 
Kalluun s. Kaldunen. 
Kalmank (kalma-rag), K a 1 m u c k (kal- 
mu-g) m. Bezeichnung für grobes, gestreiftes 
Wollenzeug, „ein Kragen von schwartzen 
Calmank“ Pbg. 1769. „Friedrichstädter K—e 
und Strümpfe“ (1790). Dazu kalmanken, 
kalmunken, kalmucken adj. „aus 
Kalmank“. Groth 3, 145: he harr sien gro- 
ten kalmucken Rock an. Storm, Ges. W. 7, 
41: „in ihrer kalmankenen Nachtjacke“. 
Kal muck s. Kalmank. 
Kalmus (ka-lmus), K a 1 m s (kalms) m. 
„gewürziges Schilfrohr“, Calamus aromati- 
cus. Legende: Der Kriegsknecht soll dem 
Heiland Kalmusblatt zum Stillen des Dur 
stes ans Kreuz gereicht haben; daher hat 
das Blatt den gezahnten Rand bekommen.
	        
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