Full text: (Dritter Band)

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kaken — Kaldunen 
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kelt as’n fghre Hehn Dw.; s. lachen. — 
Wetterregel: Wenn die Hühner viel kakeln, 
gibt’s Kegen oder Wind; auch Besuch soll 
es anzeigen. Ableitung: K a k e 1 i e (kggalv) 
f. „Geschwätz“ (Sch. 2, 213). Zsstzgen: 
Kakel-ei n. 1. „Windei“. 2. „leeres Ge 
schwätz“ Wm. —reem m. „Zungenband“, 
zuweilen für Kgkelreem (s. d.) Sschl. 
— t a s c h f. ,Mädchen, das viel und ohne 
Grund lacht“ Oh.; vgl. Gluddertasch II, 399. 
kaken (kggrj.) sw. v. „kochen“, mit den 
(herabsetzenden) Weiterbildungen kake- 
rprn (kggarg-an) Wm. Dtm. und kake- 
ritzen (kQgari-dsn) Fehm. (abst.) „viel, 
oft, schlecht kochen“. 1. trans. jeder mutt 
sien Kohl k. as he mag. na jedereen sien 
Mund kann ’n ni k. anner Lüd kaakt ok mit 
Water, he hett in anner Lüd Kgk k. Iqhrt 
Holst. 1840. he kann gten, wo et bi kaakt 
is s. I, 1067 u. he sitt dor as ’n kaakten 
Klump „zusammengesunken“ Oh. ja, kaakt 
mi Wiensupp, wenn ik dood bün „ihr helft 
mir zu spät“ FL. Von aufsteigendem Nebel 
am Abend: de Voss bruut un kaakt Schlesw 
Anderes s. bei hild II, 749 o., Grütt H, 205, 
Fleesch II, 139. Wiegenlied: eia poleia, 
kaakt mien Kindjen en Breia s. Eia 13 
(I, 1029). Zum Schnellsprechen: ik kaak 
m.ien Kopp in ’n koppern Pott, in koppern 
Pott kaak ik mien Kopp un streu dor Solt 
un Pgper op Kh. Dw. Ang.; anderes s. bei 
Kalfskopp, Kgtelkohl. Rätsel: ward nich 
kaakt un ward nich gten un smeckt doch 
m,ennigeen good (Kuß) Kk. Bohnen kaken 
in Wetterregeln s. Bohn I, 413. — 2. intr. 
dat kaakt in sien Bost „er röchelt“ Schw. 
Von aufbrausenden Menschen: he is wat 
hitzig vun Natur, kaakt so licht op as’n 
Wel.genputt Sgbg. lütt Pött kaakt licht 
gwer „Leute von kleiner Gestalt sind leicht 
aufgebracht“, de Graap kaakt gwer von 
Aufstoßen nach dem Essen (vgl. II, 467). 
dat kaakt bald, de Köster is dar al in sagt 
man, wenn der Kaffeekessel singt (Heiken 
dorf). dat Fett kaakt darvun wenn der 
Kaffeekessel überkocht Ang. dat is dat 
gröttste Unrecht, dat de grst Klümp grad 
so lang k. mutt as de letzte Sgbg. Kinder 
reim: Greet, Graap, de Kgtel de kaakt, de 
Klüten sünd gaar, morgen schasst du bi- 
tieds na Moor Kh. Vgl. noch Kgtel. — Dazu 
Kaak (kgg) m. „Koch“ Storm., meist schon 
durch das hochd. Wort ersetzt. Ableitungen: 
Kakeraatsch (kggsrQ'dS) f. „Koch 
werk“ Holst. 1800 (vgl. Sch. 2, 206) Hol- 
lingst. (Treene) 1850. — Kakeratschoon 
(kggargdSö-n) f. „Kocherei“, „schlechtes 
Kochen“ Wm. Schw.; vgl. —atschoon I, 146, 
ebenso Kaakscherie (kggsarv) f. Ang. 
— kakendig (kg-gndi) adj. „kochend“. 
k. Water für einfaches kaken Water. Zsstz 
gen : kaken-hitt adj. „kochend heiß“. 
k—e Drank s. ieskoold 11,981; vgl. dänsch 1 
I, 693. — Kakel-spies f. „allerlei Ge 
kochtes aus Speiseabfällen für die Haus 
tiere“ Holst. 1800 (Sch. 2, 206). — Kaak- 
f r u f. „Kochfrau“, die bei Festlichkeiten 
gegen Entgelt das Kochen besorgt. K a a k s- 
m a a t m. „Kochgehülfe“, „Küchendiener“ 
Storm. — Ein Quellbecken bei Blankenese, 
wo zahlreiche Wasseradern aus dem Quell 
sand gleichsam kochend und brodelnd zu 
Tage treten, hieß Kaakborn. 
Kakerlatsch, Kakerlaak s. Kacker- 
lack. 
Kakesuur „Sauerampfer“ s. Kackelasuur. 
Kakuunhakn s. Kalkuun. 
Kaland (kg-land) m. ursprüngl. eine reli 
giöse Genossenschaft, die sich an jedem 
Ersten des Monats (lat. Kalendä, daher der 
Name) versammelte; dann die Zusammen 
künfte (Synodalversammlungen) der Predi 
ger einer Landschaft (Sch. 2, 213), die nicht 
mehr an den bestimmten Tag gebunden 
waren, auch seltener, nur einige Male oder 
nur einmal im Jahr stattfanden (Eid. Dtm. 
Wm. Itz.); von den Beiträgen der Mitglie 
der des Kalands wurden Predigerwitwen 
und studierende Predigersöhne unterstützt; 
vgl. Niemann, Handbuch der Schl.-Holst. 
Vaterlandskunde (1799) 1, 262. Die Bezeich 
nung wurde auch von weltlichen Verbrüde 
rungen übernommen, deren Mitglieder (auch 
weibliche) in einem eigenen Hause, dem 
Kalandshuus (z. B. in Eckf. u. Kiel) Schmau 
sereien und Schwelgereien veranstalteten. 
In Ndtm. ging diese Bezeichnung auf ein 
Kinderfest, den sog. Schultanz, über (Prov. 
Ber. von 1789, S. 10; Bartels, Kinderland 
S. 326 f.). In Friedrichsholm (Hohn) hieß 
das Vogelschießen der Kinder noch 1870 
Kaland. Von der Vereinigung ist der Name 
auch auf die einzelnen Mitglieder übertra 
gen (mit Verlegung des Tons auf die zweite 
Silbe) und bedeutet dann überhaupt „Ge 
nosse“, „Kamerad“: dat sünd recht so ’n 
paar Kalanten (kala-ndp), „Kameraden, 
die zusammen passen“ (Ndtm.; vgl. Nd. 
Kbl. 28, 51; 29, 2 u. Kanuut). Sonst 
lebt das Wort nur noch in dem Verbum 
klanjern oder Männern (s. d.). — Zsstzgen: 
Kalands-bade m. „Kalandsbote“, der 
in einer Kapsel Rundschreiben und Mittei 
lungen innerhalb des K. von Ort zu Ort 
trug Holst. 1800 (Sch. 2, 213). —broder 
m. „Mitglied eines Kaland“. 
Kalatschen (kala-dsn) pl. „Lederpantof 
feln“. so ’n ool leilern K. Kh. (ob Verdre 
hung von Galoschen?). 
Kaldunen (kaldü-fi) pl .„Kaldaunen“, „die 
Eingeweide von Tieren“ (vgl. Pansen), fast 
immer in der zsgezogenen Form: Kalluun
	        
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