Full text: (Dritter Band)

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Kai — kakeln 
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stahn „bei Frauen beliebt sein“ Holst. 1800 
(Sch. 2, 207). das ’n Dgrn, de kann in ’n K. 
stahn von einem tüchtigen Mädchen, das 
etwas vertragen kann. Vielleicht aus der 
Sitte, daß Frauen ihre Männer häufig auf 
ihren Fahrten begleiteten und tüchtig mit 
anfassen mußten. 
Kai (kai), Kay männlicher Vorname 
(wohl aus lat. Kajus). Unartige Kinder 
werden bedroht: Jung, nghm di in Acht, K. 
kämmt! Eckf. kennst du K.f (dabei tut 
man so, als ob man das Kind mit dem 
kleinen Finger umstoßen wollte; darum 
wird auch der kleine Finger zuweilen K. 
genannt) Dtm. de schall K. kennen lehren 
„der wird noch böse Erfahrungen machen“ 
Nordfr. he kennt K. „er weiß um die Sache 
Bescheid“ Holst. 1840. In diesen Redens 
arten scheint eine Erinnerung an den be 
kannten Seneschall am Hof des Königs Ar 
tus vorzuliegen, der als gestrenger Zucht 
meister in unserer mittelalterlichen Dich 
tung eine große Rolle spielt; vgl. Nd. Jb. 
10, 1 ff. 103 ff. Nd. Kbl. 10, 22 ff. 72 ff. — 
In Schw. begegnet die Redensart dar laat 
K. för Sitten, wenn man nicht weiß, was 
man mit einer Sache anfangen soll; zur Er 
klärung wird erzählt, daß 3 Söhne ihrem 
Vater, der sehr viel auf dem Kerbholz hatte, 
auf dem Totenbett seine Sünden abgenom 
men hätten; eine besonders schwere Untat 
wollten die beiden jüngeren Söhne nicht 
übernehmen, sondern schoben sie dem älte 
sten Bruder zu mit den Worten: dar laat 
K. för Sitten (vgl. H. Petersen-Möhlhorst, 
Aus meinem Leben 1, 85). 
Kain im Kinderreim s. Abel I, 12. 
Kaiser (kaiza) m. „Kaiser“. 1. he hett 
wul wat, wenn de arm K. man uck wat harr 
spöttisch von einem, der viel hat und nicht 
genug bekommen kann Holst. 1800 (Sch. 2, 
211). Anderes s. bei Katt. — Kinderspiele: 
K., König, Buur, Beddelmann. Die vier 
Spieler verteilen sich auf die Ecken eines 
Vierecks, der K. nimmt den Ball und wirft 
ihn in die Mitte, wobei er einen von den 
anderen aufruft, der den Ball nun aufgrei 
fen muß, usw. Sdtm. — Kaiser im Orakel 
spiel s. Eddelmann I, 989. — Trinkreim: 
Kaiser Karolus, de harr en Pgrd, dat. wgr 
en Schimmelstute, dat eene Oog wgr ni vgl 
wgrt, dat anner wgr rein ute, rein ute, rein 
ute, rein ute — un wischt sick nu (af) de 
Snute; vgl. Heim. 18, 192. — 2. eine große 
Libellenart, Aeschna cyanea, Meggerkoog 
— 3. die Maikäfer mit schwarzem Rücken 
schild heißen K., die mit braunem König, 
die mit grauem Möller (s. Maisebber). —■ 
Zsstzgen: Kaiser-bloom f. „Korn 
blume“ Centaurea cyanus (wohl nach Kai. 
ser Wilhelm I.). —kroon f. „Kaiser 
krone“, Fritillaria imperialis. 
kajachtern (kaza-xdan) sw. v. „laut, lär 
mend spielen“ Hus.; vgl. jachtern. 
Kajapper (kaza-ba) f. „Lachmöve“ Larus 
ridibundus; insbesondere die jungen Möven 
(Schlwg.). 
Kaje (Icqzs) f. „Notdamm“, „Schutzdeich“, 
„Vorsatz von Pfahlwerk bei Deich- und 
Wasserbauten“ Eid. (1795) Dtm. (1755) 
Wm.; vgl. Sch. 2, 211; mnd. kaje „Ufer 
einfassung“, ndl. kaaj, engl, franz. quai, 
nhd. „Kai“; ein Wort unbekannter Her 
kunft. Häufiger als das einfache Wort 
werden in derselben Bedeutung die Zsstzgen 
Kaje-damm m. und — diek m. ge 
braucht (vgl. Sch. 2, 212). Sie werden be 
sonders errichtet, wenn ein Loch im großen 
Deich wieder geschlossen werden soll, da 
mit die Arbeiter nicht durch die Flut be 
hindert werden. Bei Neueindeichungen wird 
durch den Kajediek ein Stück abgegrenzt, 
aus dem die Erde zum Deich genommen 
werden kann; vgl. Diek 1, 727; Pütt, ut- 
pütten. Vgl. auch Storm, Ges. W. 7, 239. 
Kajissen (kazi-sn), seltener K a g i s s e n 
(Sdtm.), Kakissen (Elmsh.), auch Ka 
kismus, Kanjissen Kh. m. „Kate 
chismus“. Andere Formen s. bei Katechis- 
sen. 
Kajool, k a j o 1 e n s. Karjool. 
Kajöle (kazyls) n. „Singerei“, „Singsang“. 
ik mag dat ool K. ni hgren Schlesw. (veralt.). 
kajölen (kaiy\n) sw. „langsam arbeiten“ 
Dtm.; vgl. Urdsbr. 2, 10, 16. 
kajösch (kazö-s) adj. „hochmütig“, „dumm 
stolz“, „eingebildet“, „geziert“, „aufgeputzt“ 
Hus. Ang. en k—e Hoot „auffälliger Hut“. 
In Wm. soll das Wort (abst.) „ordnungs 
liebend“ bedeuten. Ursprung? 
Kajüt (kazyd) f. „Kajüte“. Klaus Groth 
nannte sein Arbeitszimmer de K. 
kajütern (kazydan) sw. v. „fahren“, bes. 
„langsam oder zwecklos herumfahren“ 
Ndtm. Fehm. 
kakelbunt (kyg]bund) adj. „buntscheckig“, 
„vielfarbig“ Holst. 1800 (Sch. 2, 113) Hü. 
Wm. Vgl. heister- (II, 718), kater-bunt. 
kakelu (kggln) sw. v. „gackern“, bes. von 
Hühnern, wenn sie ein Ei gelegt haben; 
lautmalendes Wort; mnd. kakelen, engl. 
cackle, dän. kagle. de ’n Ei ünnern Stgrt 
hett, hett good k. Sgbg. de Hühner, de froh 
kakelt, leggt Windeier (Sch. 2, 213) oder 
verbrennt den Stgrt in ’n Nettei Oh. de Eier 
hemm will, mutt de Hühner k. laten Holst. 
1840. Übertragen: a) „schwatzen“, „kei 
fen“, „über jem. herziehen“, du hesst ok 
ümmer wat to k. Abweisung: kakel du, de 
Hghn leggt Eier Holst. 1840. b) „lachen“, 
„laut und hell, kreischend lachen“, se ka-
	        
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