Full text: (Dritter Band)

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Kaffeketel — Kahn 
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grötter wgr, kost se twee Schilling oder de 
dor ni ut drinken mag, is ok ni döstig u. 
ähnl. Auch als Trinklied, s. Heim. 13, 192. 
Kinderreim: Jehann harr’n K., de stell he 
op ’n Disch, dar wgrd ’n Fisch, de Fisch, de 
gung to Water, do wgrd ’n lütten Kater 
usw. Mh. — k g t e 1 m. „Kessel, in dem der 
Kaffee gekocht wird“, früher meist aus 
Kupfer. Im Rätsel: rundum swart, in ’e 
Merrn as Abendrot Holst. 1860. — köppen 
n. „Kaffeetasse“ (veraltend). —kost f. 
dass, wie —hochtied. — m g h 1 f. „Kaffee 
mühle“. Von schwatzhaften Menschen: se 
rgtert as ’n K. oder gr geit de Mund as ’n 
K. Vgl. Groth 3, 45. de Draak maakt de 
K. „der Drachen überschlägt sich“; s. I, 
830. — Auch Bezeichnung für „Himmels 
leiter“ Polemonium coeruleum (Storm.); 
vgl. —bloom, —hohn. K. wurde früher im 
Scherz die Kleinbahn von Schleswig nach 
Kappeln genannt. — m ü d j e f. „Kaffee 
schwester“. wenn K. Kläschens („Plaude 
reien“) afleggt, denn maakt se bi lüttjen 
anner Lüd siecht Dtm. Eid. 1830. — p Ot 
ter i e f. „Kaffeetrinkerei“, in ’e Eck is 
dar noch so en lütte runde Dreefootdisch 
vor en bgt K. to Großvadder un Großmud - 
der Ang. 1840. — punsch m. „Kaffee mit 
Rum und Zucker“ Hus. Nordfr. Tondern; 
mit Kümmel Ang. — slampamp m. 
„Kaffeeklatsch“; vgl. Groth 3, 320. 
— süster f. „leidenschaftliche Kaffeetrin 
kerin“. — teuter f. dass, wie —süster 
Dtm. 1860. — trichter, — trechter 
m. „Kaffeefilter“. Ausdruck der Verwunde 
rung: Och, du gerechter K. Dtm. —tuut, 
— t ü t f. „Ausguß der Kaffeekanne“. Spott 
reim: Korl, Korl, Höhnerschiet, schitt sien 
Mudder in’e K. Wm. Schw. —vesit f. 
„Kaffeebesuch“, bes. Zusammenkunft im 
Hause einer Wöchnerin. Oh. 
Kaffelaben (ka-flgm), Kafflaben 
(ka-flgm) s. Kachelaben. 
Kaffunkel s. Karfunkelsteen. 
kafüseln (kafy-z\n) sw. v. im Komposi 
tum rutkafüseln „hinauswerfen“ Flensb. 
Bredstedt. 
Kagel (kggol) f. „Kapuze“, „Ohren 
kappe“; mnd. kogel, kagel; ahd. cugula, 
mhd. kugele, gugel; nhd. „Kogel“ (Berg 
kuppe), Lehnwort aus lat. cucullus, mlat. 
cuculla „Kapuze“, „Kappe“. Die K. war 
die Tracht der Dithmarscher Frauen; sie 
schloß dicht an den Kopf an und reichte 
nach Art eines Tuches bis auf die Schul 
tern; die rechte Seite war von schwarzem, 
die linke von rotem Tuch; an der rechten 
Seite saßen kupferne, später silberne, kunst 
voll gearbeitete Knöpfe (Kagelknöp, vgl. 
Sch. 2, 211); oben war ein Band befestigt 
von derselben Doppelfarbe, das über den 
Rücken herabhing und in den Gürtel ge 
steckt oder um den Kopf gebunden wurde; 
vgl. Neok. 1, 153 f. u. Kappkagel bei Kapp. 
Heute nicht mehr gebräuchlich; bekannt ist 
das Wort noch als Bezeichn, für die Kappe 
des Imkers (Pbg. Üters.). Auch steckt es 
wohl in den Ortsnamen Kagel Koppeln 
Dazendorf (Lbg.), Kagelbusch Kate bei Al 
bersdorf (Oldbg.), Kagelsbarg bewaldete 
Bergkuppe am nordöstl. Ende des großen 
Segeberger Sees. 
kahl (kgl) adj. „kahl“, de Koppel is so 
k., dor kann man ’n Luus mit de Swgp 
rumjagen Holst. 1800 (Sch. 3, 65). se hebbt 
em k. makt „ihm alles genommen“ FL. k. 
as ’n Luus, as ’n Rött „arm wie eine Kir 
chenmaus“. kahle Dgl gifft spitze Hühner 
Lbg. Imkersprache: de Immen hebbt sik k. 
swarmt „es sind so viele Schwärme von 
einem Stock heruntergekommen, daß der 
Stock kahl erscheint“. Wetterregel: wenn 
dat Gewitter gwer kahle Bom geiht, denn 
gifft dat ’n fruchtbar Jahr; anderes bei 
Boom I, 434. — Zsstzgen: Kahl-betel 
m. „Meißel, Stemmeisen ohne Heft“ FL. 
— foot m. „Kahlfuß“. Sage: Der wilde 
Jäger (Wode) kam einst zu einem Bauern 
mit der Frage, was er missen wolle, en K. 
oder en Ruuchfoot. Auf die Antwort des 
Bauern: en Ruuchfoot zerrissen die Hunde 
des Jägers seine beste Kuh. Hätte der 
Bauer gesagt: en Kahlfoot, so wäre eins 
seiner Familienmitglieder verloren gewesen 
(Lbg.); vgl. Nd. Jb. 1, 102. Mhff. 8 S. 650. 
— kopp m. „Kahlkopf“, ick heff ümmer 
Glück, sä de K., do funn he ’n Kamm Sh. 
— k ö p p t adj. „kahlköpfig“; im Rätsel vom 
Grapen: en rundbuukte Moder, en krumm- 
pucklige Vader un 3 k. Kinner; s. Grapen 
II, 467. — süster f. „Halbhalbschwester“, 
nur bei Groth 3, 100 (1855): sien smuck 
Half, oder K.; mnd. koltsüster. Nordstran- 
der Landr. von 1558 (bei Petreus S. 148 f.): 
van halfsustern, fullsustern un koltsustern. 
dass, von 15^2 (II, 41): storve de eine kalt- 
suster; in der Überschrift des Artikels heißt 
es: van kalsüsteren erfdelinge. Noch jetzt 
in Stap. Koldswester „Halbschwester“. Vgl. 
fries. kölsöster „nicht blutsverwandte Schwe 
ster“, „angeheiratete Schwester“ (Wieding 
harde). 
Kahl (kgl) „Kohle“ s. Kghl. 
Kahn (kgn), plur. K—s m. 1. Fahrzeug 
mit flachem Boden für die Fluß- und 
Küstenschiffahrt. 2. „Bett“, he will to K. 
FL. Vielleicht stammt diese Bdtg. aus der 
Soldatensprache und ist veranlaßt durch 
lütten Kahn = „Feldbett“, Verdrehung aus 
franz. lit de camp. 3. In der Soldaten 
sprache ist K. auch das Arrestlokal, „Vater 
Philipp“. — Übertragen: good in’n K.
	        
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