Full text: (Dritter Band)

11 
Kaffbood — Kaffekann 
12 
Schiet) s. Groth 2,185. Oft für Unbedeuten 
des, Wertloses: dat is man K. „wertloses 
Zeug“, „leeres Gerede“; dat is K. dgrgegen 
„nichts“. Vgl. die Zsstzgen Bookweten- (I, 
428), Hawer- (II, 671), Roggen-, Weten-kaff. 
— Zsstzgen: Kaff-bood f. Kaum an der 
Diele des Propsteier Bauernhauses neben 
dem Kuhstall; vgl. —ruum. —bphn m. 
„Spreuboden“ Ranz. — j u u d m. „der 
Mann, der bei der Dreschmaschine das K. 
auf einem großen Sacklaken fortschaffen 
muß“ Dtm. — ruum m. „Raum für die 
Spreu“ Ang.; vgl. —bood. — schriewer 
m. 1. spöttische Bezeichnung für einen jun 
gen Mann, der die Landwirtschaft erlernt; 
auch für einen jungen, bei den Tagelöhnern 
nicht besonders angesehenen Verwalter; vgl. 
Bottermelksschriewer 1,468. — 2. in der Kun 
densprache „Dorf“ (der Dorfbewohner heißt 
Kaffer)-, daher allg. gebräuchlich für einen 
kleinen, unbedeutenden Ort. nu sitt wi hier 
in dat langwielige ole K.; dat is ok woll 
recht so ’n K., wo du to Huus büst, sünd 
woll 3 Hüs und 7 Spitzbowen Altona. 
Kaffe (ka-fa), daneben Kaffi (abst.) m. 
„Kaffee“, dat geef K. un Koken, dat geef 
Stück un K. Butterbrot und K. Eid. dat 
is klar as dicken K. „die Sache ist ganz 
klar“; de K. is mi to stark „die Sache ist 
mir zu arg“. Von dünnem K. sagt man: 
to den K. hett Simson dat Water dragen 
un Lazarus de Bohnen bröcht. K. un Leef 
sünd hitt am besten FL. Reimerei s. Adam 
un Eva I, 43; vgl. auch dreihen I, 854; 
Grootdqrn II, 488. Scherzfrage: wer hett’t 
bgter, de K. oder de Tee? (de K., de kann 
sick setten, de Tee mutt trecken.) — Aber 
glaube: Aus dem Kaffeedick „Kaffeesatz“ 
sagen die Wahrsagerinnen die Zukunft vor 
aus. Wenn im K. ein Stück von einer 
Bohne schwimmt, so ist Besuch (vgl. Be- 
söök I, 307) zu erwarten, und zwar ein 
Mann, wenn das Stück hart, eine Frau, 
wenn es weich ist. Blasen auf dem K. deu 
ten ebenfalls Besuch an. Wenn die Blase 
in der Mitte kreist, wird der Besuch kurz 
sein; setzt sie sich aber am Rand fest, so 
wird der Gast länger bleiben. Blasen auf 
dem K. bedeuten aber auch, daß noch Geld 
ins Haus kommt. Gehen einer Hausfrau, 
ohne daß sie es merkt, die Bohnen aus, 
dann ist ebenfalls Besuch zu erwarten. 
Junge Leute müssen darauf achten, daß sie 
zuerst Zucker in den K. tun und dann erst 
die Milch hinzu tun; sonst gibt es eine un 
glückliche Liebe, oder das Mädchen be 
kommt keinen Mann. Kalter K. macht 
schön; besonders der „Rauch“ von kaltem K. 
und hauptsächlich am Freitag (Oh.). Zu 
weilen schreibt man die Wirkung auch dem 
schwarzen K. zu. Gegen das Soodbrennen 
hilft das Essen von Kaffeebohnen (Schw.); 
gegen die Brunst der Schweine wird Kaffee 
dick angewandt (FL.). — Zusammensetzun 
gen: Kaffe-bloom f. „Himmelsleiter“ 
Polemonium coeruleum (Elmsh. Dtm.); vgl. 
—bohn 2. — b o h n f. „Kaffeebohne“. 1. 
Von einem geizigen Höker sagt man: he 
bitt ’n K. dgr (um nämlich nicht zu viel Ge 
wicht zu geben) Dtm. he verköfft Schaaps- 
kgteln as K—en Holst. 1840. Abweisung: 
gah an ’n Maand un brenn K—en. — 2. Be 
zeichn. für Kaffebloom (s. d.) Dtm. — 3. 
die Früchte des Spillboom Euonymus euro- 
paeus (Stap.). — 4. Bezeichn, für den Tau 
melkäfer, Gyrinus natator (Wm.). — b o h - 
nensupp f. in der Soldatensprache für 
„Kaffee“ Schlesw. 1860. — boom m. „Gold 
regen“, Cytisus Laburnum (Ang.); die sehr 
giftige Frucht ähnelt einer Kaffeebohne. 
— brenner m. ein gußeiserner Grapen 
mit einer Vorrichtung zum Rühren. Vor 
20—30 Jahren wurden meist rohe Kaffee 
bohnen gekauft und dann von den Haus 
frauen selbst gebrannt. ■— b r o o d n. be 
liebtes Gebäck aus einer Art Zwiebackteig; 
der Teig wird auf der Platte mit Zucker 
bestreut und hellbraun gebacken; nach dem 
Erkalten werden fingerlange und finger 
breite Stücke geschnitten und wieder bis 
zur Kroßheit gebacken. — b ü d e 1 m. 
„Beutel zum Filtern des Kaffees“. — b ü 11 
f. Bezeichnung für Leute, die leidenschaft 
lich Kaffee trinken Wm. Dtm. —dick n. 
„Kafeesatz“ in Holst, allg.; in Ang. da 
gegen dicke Kaffe. Aberglaube s. o. bei 
Kaffe. Vgl. dick I, 721. — d o d e m. wört- 
lich „Kaffeetoter“; von einem K—n sprach 
man, wenn die Bewirtung der Träger und 
des Gefolges nach der Beerdigung mit 
Kaffee und Zwieback geschah; Gegens. 
Mqhlbüdelsdode (s. d.) Dtm. — d ö s t i g adj. 
„durstig nach Kaffee“ FL.; vgl. —grasen. 
— drin k er dat gif ft allerhand K. op 
Gotts Erdboden Flensb. — grasen in der 
Wendung: mi loopt de K. lank de Rügg 
„ich habe Kaffeedurst“ Börmerkoog; vgl. 
Grgsen II, 477. — g r u n d m. „Kaffeesatz“ 
Oh.; vgl. —dick, —gruus; klaar as K. Oh. 
— gruus m. „Kaffeesatz“, dat is dat, 
wat dat Geld kost, sä de ool Fru, dar eet se 
de K. mit ’n L§pel achterna Flensb. Vgl. 
—dick, —grund. — hochtied „Hochzeit 
von Unbemittelten, bei der es nur K. und 
Kuchen gibt“; s. Hochtied II, 832. Vgl. 
—kost. — j o 11 f. „Zusammenkunft von 
verheirateten Leuten des Dorfes an Win 
terabenden, wobei es K. und Kuchen gab“; 
dann überhaupt Bezeichnung für „Kaffee 
gesellschaft“; s. Jott II, 1048. —kann f 
„Kaffeekanne“. Tanzreim: Een ol lütte K., 
kost man dree Sößling, wenn se ’n bqten
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.